Workshop:
Unterricht mit Medienecken
– 30 Kinder und 3 Computerarbeitsplätze
-
Mittwoch, 8. Oktober 2003, 8.30 - 16.00
Uhr
Heinz Nixdorf MuseumsForum
Fürstenallee 7
33102 Paderborn
Tagesordnung:
| 08.30
- 08.45 |
Begrüßung,
Tagesplanung, Organisation |
| 08.45
- 10.00 |
Einstiegsreferat
Siegfried Czernohorsky: „Die Medienecke
– eine mögliche Antwort auf Pisa?“ |
| 10.30
– 12.45 |
Praxis-
und unterrichtsbezogene Schwerpunkte - I. Teil |
| Schwerpunkte |
Mathematik |
Englisch |
Geschichte |
Klassenlehrer |
| Moderation |
Michael Zengerling |
Günther
Kröger |
Willi Brüggemann |
Karin Rauer |
| Referenten |
Jürgen
Elschenbroich
Herbert Fisang |
Monika Leifholz
Ursula Michailow-Drews |
Christa Dunkel
Horst Dunkel |
Marlene Albrecht-Illner
Brigitte Gelderie |
| 13.45
- 15.00 |
Praxis-
und unterrichtsbezogene Schwerpunkte - II. Teil |
| K U R Z B E
S C H R E I B U N G |
Einstiegsreferat
Siegfried
Czernohorsky |
Die
Medienecke – eine mögliche Antwort auf Pisa?
»Der
Computer hat inzwischen die Lufthoheit in den Kinderzimmern errungen. Fast
alle 14 - 29-Jährigen sind zuhause online. Ein Leben ohne SMS
und Handy ist für fast alle Jugendlichen nicht mehr vorstellbar. Über
die Hälfte der Bundesbürger ist privat und beruflich online.
Die Lehrkräfte sind die eifrigsten Computernutzer. Wer bereitet sich
noch ohne Computer und Internet auf den Unterricht vor? Alle Schulen sind
„drin“ - im Netz - teils mit T-DSL auf dem Datenhighway.
Die neuen Medien und das Internet
haben die Bildungsmisere - siehe PISA - nicht verhindert. Die neuen Medien
haben sich nicht als das schulische Allheilmittel erwiesen - auch wenn
viele ihrer Propheten dies haben vermitteln wollen.
Eine nüchterne Betrachtung der
Medien - nicht nur der „neuen“ - in der Schule tut Not - pädagogische
Antworten sind verlangt. Nur so kann die Verfügbarkeit von Fakten
und Wissen, können neue Kommunikations- und Interaktionsformen für
das Lernen bereit gestellt werden, kann eine erweiterte Integration der
Lebenswirklichkeit, können mehr Authentizität und Aktualität,
können neue Formen gemeinsamen Lernens und mehr individuelle Steuerung
von Lernprozessen für Schule eröffnet und nachhaltig im Unterrichtsalltag
verankert werden.
Mögliche Antworten auf die Herausforderung
von Multimedia fußen auf veränderten Formen des Lehrens und
Lernen. Die Medieneckenarbeit verspricht eine Versöhnung verschiedener
diskutierter Modelle des Lehrens und Lernens und scheint einen systematischen
Aufbau der Fach-, Sozial-, Methoden- und Medienkompetenz zu ermöglichen.
Die Neuen Medien werden nur dann
im alltäglichen Unterricht ankommen - wo sie im Übrigen auch
hingehören - wenn sie reflektiert an den Stellen eingesetzt werden,
wo sie einen effektiven Mehrwert für die Unterrichtsgestaltung bringen.« |
Mathematik
Jürgen
Elschenbroich
Herbert Fisang |
»Beispiele
zu verschiedenen Formen von Arbeitsblättern (dynamisch, konventionell
etc.) aus der Praxis der Arbeit mit Medienecken im Mathematikunterricht
sollen vorgestellt, diskutiert und auf Wunsch eigene Entwürfe gestaltet
werden.
In einem weiteren Teil des Workshops
wird ein einfach zu handhabendes dynamisches Geometrie-Programm vorgestellt.
Die Teilnehmer erhalten zunächst Gelegenheit, dieses ‚aus Schülersicht‘
kennen zu lernen und zu nutzen. Anschließend sollen in Kleingruppen
Beispiele zum eigenen unterrichtlichen Einsatz konzipiert werden.« |
Englisch
Monika Leifholz
Ursula Michailow-Drews |
Ȇber
die Neuen Technologien ist praktisch unbegrenzt englischsprachiger Input
für das Fremdsprachenlernen verfügbar. Englischlehrerinnen und
–lehrer werden dieses Potenzial nicht nur zur Informationsbeschaffung,
sondern als Grundlage für fremdsprachliches Lernen sinnvoll nutzen.
Neben dem Erwerb praktischer Kompetenzen in der Nutzung von Internet und
Multimedia erfahren Sie, wie Sie Computer basierte Aktivitäten sinnvoll
mit anderen Unterrichtsaktivitäten verknüpfen können. Authentische
Erfahrung und multimediale Unterstützung bedingen sich wechselseitig
und prägen so die Gestaltung des modernen Englischunterrichts. Hierfür
bietet sich das Konzept der Medienecke an, welches wir gemeinsam in das
Erarbeiten von Unterrichtsideen und -einheiten einbeziehen wollen.« |
Geschichte
Christa Dunkel
Horst Dunkel |
Im
Workshop soll gezeigt werden, wie am Beispiel des Sachunterrichts der Klasse
4 einer Grundschule und des Geschichtsunterrichts der Klasse 5 einer Hauptschule
(hier am Thema „Römer“) unter konsequentem Einsatz der Medienecken
die Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen organisiert und erfolgreich
durchgeführt wurde.
Anhand dieses Beispiels wird mit
den Teilnehmern eine Unterrichtsreihe für den Geschichtsunterricht
einer 5. oder 6. Klasse erarbeitet, die auf die Stadt Paderborn übertragbar
ist (z. B. Spuren der Germanen in der Stadt Paderborn).« |
Klassenlehrer
Marlene Albrecht-Illner
Brigitte Gelderie |
»Die
„Medienecke“ in den Unterrichtsalltag zu integrieren erfordert ein Umdenken
in der Sichtweise von Unterricht, Lehrerrolle, Schülerrolle. Neue
Medien, besonders die Medienecken, lassen sich nicht unbedingt in den traditionellen
Frontalunterricht einbinden. Ihre Struktur und Art der Präsentation
von Inhalten bestimmen jedoch die Methoden des Unterrichts, sollen sie
effektiv genutzt werden. Es ist nicht leicht, in den jahrelang eingeschliffenen
Organisationsstrukturen von Schulen und Unterricht solche neuen Werkzeuge
flächendeckend einzusetzen. Deshalb muss man in kleinen Schritten
beginnen.
Der Workshop will die Einbeziehung
der Medienecke aus der Sicht des Klassenlehrers erläutern. Dabei wird
der Frage nachgegangen, wie neben den zunächst dazu unmöglich
erscheinenden Rahmenbedingungen wie Stunden- und Zeitplanfestlegung, Fachunterrichtsprinzip
oder hohe Schülerzahl - gemessen an der Anzahl von PCs – Unterricht
mit neuen Medien stattfinden kann. In einer praktischen Phase zeigen erprobte
Beispiele Möglichkeiten, wie Klassenlehrer die Medienecke im Rahmen
ihrer organisatorischen Aufgaben nutzen können durch Schaffen grundlegender
Arbeitsstrukturen innerhalb der Klasse und in Zusammenarbeit mit Fachkollegen
(inhaltliche Absprachen, Sitzordnung, Regeln der Nutzung, Helferprinzip
usw.).
An weiteren Beispielen soll verdeutlicht
werden, welche fächerübergreifenden Themen sich zur Mediennutzung
gerade zu Beginn eignen und wie sie umgesetzt werden können. Die Teilnehmer/-innen
haben Gelegenheit zur praktischen Arbeit.« |

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