Das Lernen mit Neuen Medien verändert schnell und nachhaltig die Arbeit in unseren Bildungseinrichtungen. Dafür die Voraussetzungen zu schaffen, erfordert mehr als die bisherigen Verfahren und Instrumente. Deshalb bedarf es neuer Initiativen.
Land und Kommunen müssen beim Lernen mit Neuen Medien ihre Anstrengungen in den nächsten Jahren weiter verstärken. Die Welt von morgen wird eine digitale, eine multimediale Welt sein. Die Zukunft der Bildung ist ohne Multimedia nicht denkbar. Die Inhalte des Wissens werden sich durch neue und andere Wissensbestände und Qualifikationsanforderungen verändern; ebenso die Formen der Wissensaneignung durch mediales Lernen.
Gemeinsam sollen deshalb Konzepte für das Lernen mit Neuen Medien erarbeitet und neue Ressourcen erschlossen werden. Die gemeinsame Initiative wird die Entwicklung von Medienkompetenz stärken und die Medienkompetenz des Einzelnen zu einer Medienkultur der Gesellschaft weiterentwickeln. Dabei sollen der Erfahrungsschatz und das innovative Potenzial der Praxis mit bildungspolitischen Vorgaben und unterstützenden Strukturen auf Landesebene verbunden werden:
Wir alle wissen heute noch nicht, wie das Lernen mit Neuen Medien
morgen unsere Schulen und die Weiterbildung verändern wird. Deshalb
verabreden wir die Zusammenarbeit in einer fünfjährigen Zukunftsinitiative.
Vorausschauendes und vor allem gemeinsames Denken und partnerschaftliches
Handeln werden helfen, zu sinnvollen und nachhaltigen und dabei auch kostensparenden
Lösungen zu kommen.
Die Landesregierung wird sich in den nächsten fünf Jahren
an dieser gemeinsamen Initiative mit zusätzlichen Landesmitteln beteiligen,
allein im nächsten Jahr mit 14 Mio. DM. Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen,
der nordrhein-westfälischen Städte- und Gemeindebund und der
Städtetag Nordrhein-Westfalen werden ihren Mitgliedern empfehlen,
in diesem Zeitraum die intensiven Bemühungen der vergangenen Jahre
fortzusetzen, in den Schulen und in der Weiterbildung das Lernen mit Neuen
Medien zu fördern.
Als gemeinsames Ziel wird darüber hinaus verabredet, die zusätzlichen
Landesmittel vor Ort nachhaltig zu verstärken, durch
- zusätzliche Haushaltsmittel der Kommunen,
- Partnerschaften von Land, Kommunen und der Wirtschaft,
- und die Mitwirkung von Fördervereinen.
Durch Zusammenarbeit und Arbeitsteilung auf drei Handlungsfeldern
soll die Medienbildung in den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen
in Nordrhein-Westfalen gefördert werden:
1.) Infrastruktur und Ausstattung
Schulen und andere Bildungseinrichtungen sollen eine hochwertige und
kostengünstige Anbindung an das Internet nutzen können.
Ein Bildungsnetz NRW soll als landesweite und flächendeckende
Kommunikationsinfrastruktur aufgebaut werden. Mit Hilfe der Hochschulen
wird eine regionale Versorgung für alle Bildungseinrichtungen angeboten.
Multimedia und Internet sollen für alle Fächer nutzbar sein.
Mobile Computer und Medienecken in den Klassen sollen die Computerräume
ergänzen.
Am Arbeitsplatz Schule sollen die Lehrerinnen und Lehrer
Zugang zum weltweiten Datennetz erhalten.
Es wird deshalb angestrebt, alle Lehrerzimmer mit einem Internetanschluss
auszustatten.
2.) Grundqualifikation und Fortbildung
Alle Lehrerinnen und Lehrer sollen Multimedia und Internet nutzen können.
Alle Lehrerinnen und Lehrer erhalten eine Grundqualifikation zum Umgang
mit Neuen Medien ("Internet-Führerschein"). Alle Schulen erhalten
Budgets für Fortbildungen zum Lernen mit Neuen Medien.
Medienbildung wird Pflicht in der Lehrerausbildung.
Die Hochschulen und die Studienseminare leisten die Integration der
Medienbildung in die Lehrerausbildung
3.) Lernsoftware
Das Angebot an Lernsoftware soll wachsen.
Schulbuchverlage und andere Software-Unternehmen sollen die Kompetenz
erwerben, zeitgemäße Lernsoftware für den Vormittagsmarkt
anzubieten, u.a. virtuelle Lernwelten als schulgeeignete Online-Angebote.
Die steigende Nachfrage aus Schulen erzeugt das notwendige Engagement der
Unternehmen. Der Bildungsserver learn:line ist die Kommunikationsplattform
für den Erfahrungsaustausch über die Erprobung von Software in
der Schulpraxis.
Ein Software-Gestaltungswettbewerb soll Ideen und Erfahrungen von Unternehmen
für den Schulmarkt verfügbar machen.
Die gemeinsame Initiative braucht Unterstützung. Partner aus
der Wirtschaft sind eingeladen, die Initiative nachhaltig zu unterstützen,
nicht nur Unternehmen aus verwandten Branchen, sondern Unternehmen generell.
Die Förderung der Kompetenz zukünftiger Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die Entwicklung neuer Bildungs- und Weiterbildungsmärkte
sowie das allgemeine Interesse an einer zukunftsfähigen Bildung und
Ausbildung unserer Jugend sind beste Argumente für ein Engagement
der privaten Seite, das weit über Sponsoring hinausgeht.
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