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e-nitiative.nrw: 
Netzwerk für Bildung NRW

Gemeinsame Erklärung
der Landesregierung NRW, des Landkreistages NRW,
des nordrhein-westfälischen Städte- und Gemeindebundes
und des Städtetages NRW
über die Zusammenarbeit in der
e-nitiative.nrw: Netzwerk für Bildung NRW

Das Lernen mit Neuen Medien verändert schnell und nachhaltig die Arbeit in unseren Bildungseinrichtungen. Dafür die Voraussetzungen zu schaffen, erfordert mehr als die bisherigen Verfahren und Instrumente. Deshalb bedarf es neuer Initiativen.

Land und Kommunen müssen beim Lernen mit Neuen Medien ihre Anstrengungen in den nächsten Jahren weiter verstärken. Die Welt von morgen wird eine digitale, eine multimediale Welt sein. Die Zukunft der Bildung ist ohne Multimedia nicht denkbar. Die Inhalte des Wissens werden sich durch neue und andere Wissensbestände und Qualifikationsanforderungen verändern; ebenso die Formen der Wissensaneignung durch mediales Lernen.

Gemeinsam sollen deshalb Konzepte für das Lernen mit Neuen Medien erarbeitet und neue Ressourcen erschlossen werden. Die gemeinsame Initiative wird die Entwicklung von Medienkompetenz stärken und die Medienkompetenz des Einzelnen zu einer Medienkultur der Gesellschaft weiterentwickeln. Dabei sollen der Erfahrungsschatz und das innovative Potenzial der Praxis mit bildungspolitischen Vorgaben und unterstützenden Strukturen auf Landesebene verbunden werden:

  1. Zusammenarbeit in einer fünfjährigen Zukunftsinitiative

  2. Wir alle wissen heute noch nicht, wie das Lernen mit Neuen Medien morgen unsere Schulen und die Weiterbildung verändern wird. Deshalb verabreden wir die Zusammenarbeit in einer fünfjährigen Zukunftsinitiative. Vorausschauendes und vor allem gemeinsames Denken und partnerschaftliches Handeln werden helfen, zu sinnvollen und nachhaltigen und dabei auch kostensparenden Lösungen zu kommen.
     

  3. Neue Ressourcen für das Lernen mit Medien

  4. Die Landesregierung wird sich in den nächsten fünf Jahren an dieser gemeinsamen Initiative mit zusätzlichen Landesmitteln beteiligen, allein im nächsten Jahr mit 14 Mio. DM. Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen, der nordrhein-westfälischen Städte- und Gemeindebund und der Städtetag Nordrhein-Westfalen werden ihren Mitgliedern empfehlen, in diesem Zeitraum die intensiven Bemühungen der vergangenen Jahre fortzusetzen, in den Schulen und in der Weiterbildung das Lernen mit Neuen Medien zu fördern.

    Als gemeinsames Ziel wird darüber hinaus verabredet, die zusätzlichen Landesmittel vor Ort nachhaltig zu verstärken, durch
    - zusätzliche Haushaltsmittel der Kommunen,
    - Partnerschaften von Land, Kommunen und der Wirtschaft,
    - und die Mitwirkung von Fördervereinen.
     

  5. Ziele

  6. Durch Zusammenarbeit und Arbeitsteilung auf drei Handlungsfeldern soll die Medienbildung in den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen gefördert werden:

    1.) Infrastruktur und Ausstattung

    Schulen und andere Bildungseinrichtungen sollen eine hochwertige und kostengünstige Anbindung an das Internet nutzen können.
    Ein Bildungsnetz NRW soll als landesweite und flächendeckende Kommunikationsinfrastruktur aufgebaut werden. Mit Hilfe der Hochschulen wird eine regionale Versorgung für alle Bildungseinrichtungen angeboten.
    Multimedia und Internet sollen für alle Fächer nutzbar sein.
    Mobile Computer und Medienecken in den Klassen sollen die Computerräume ergänzen.
    Am Arbeitsplatz Schule sollen die Lehrerinnen und Lehrer
    Zugang zum weltweiten Datennetz erhalten.
    Es wird deshalb angestrebt, alle Lehrerzimmer mit einem Internetanschluss auszustatten.

    2.) Grundqualifikation und Fortbildung

    Alle Lehrerinnen und Lehrer sollen Multimedia und Internet nutzen können.
    Alle Lehrerinnen und Lehrer erhalten eine Grundqualifikation zum Umgang mit Neuen Medien ("Internet-Führerschein"). Alle Schulen erhalten Budgets für Fortbildungen zum Lernen mit Neuen Medien.
    Medienbildung wird Pflicht in der Lehrerausbildung.
    Die Hochschulen und die Studienseminare leisten die Integration der Medienbildung in die Lehrerausbildung

    3.) Lernsoftware

    Das Angebot an Lernsoftware soll wachsen.
    Schulbuchverlage und andere Software-Unternehmen sollen die Kompetenz erwerben, zeitgemäße Lernsoftware für den Vormittagsmarkt anzubieten, u.a. virtuelle Lernwelten als schulgeeignete Online-Angebote. Die steigende Nachfrage aus Schulen erzeugt das notwendige Engagement der Unternehmen. Der Bildungsserver learn:line ist die Kommunikationsplattform für den Erfahrungsaustausch über die Erprobung von Software in der Schulpraxis.
    Ein Software-Gestaltungswettbewerb soll Ideen und Erfahrungen von Unternehmen für den Schulmarkt verfügbar machen.
     

  7. Einladung an Partner aus der Wirtschaft

  8. Die gemeinsame Initiative braucht Unterstützung. Partner aus der Wirtschaft sind eingeladen, die Initiative nachhaltig zu unterstützen, nicht nur Unternehmen aus verwandten Branchen, sondern Unternehmen generell. Die Förderung der Kompetenz zukünftiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Entwicklung neuer Bildungs- und Weiterbildungsmärkte sowie das allgemeine Interesse an einer zukunftsfähigen Bildung und Ausbildung unserer Jugend sind beste Argumente für ein Engagement der privaten Seite, das weit über Sponsoring hinausgeht.
     

Düsseldorf, den 2. November 1999
 
Für die Landesregierung 
Nordrhein-Westfalen
Für die kommunalen 
Spitzenverbände