Kreismedienzentrum seit 10 Jahren online
Kreis
Paderborn (krpb). Im Jahr 1999 werden Menschen in Europa und Asien Zeugen
der totalen Sonnenfinsternis. Johannes Rau wird zum Bundespräsidenten
gewählt. Star Wars Episode 1 läuft in den deutschen Kinos an.
Und erstmalig geht das Kreismedienzentrum Paderborn - damals noch als Kreisbildstelle
bekannt - mit einer eigenen Internetseite an den Start. Ein neues, mediales
Zeitalter beginnt.
„Wer hat an der Uhr gedreht?“, diese
Frage stellt sich mit einem Blick zurück auch Günther Kröger,
Leiter des Kreismedienzentrums Paderborn. Seit 22 Jahren leitet er das
Medienzentrum und begleitete es auch bei seinen ersten Schritten ins World
Wide Web. Eine Internetseite des Kreises Paderborn gab es damals noch nicht.
Also wurden die Paderborner Daten über einen Server beim damaligen
Landesinstitut in Soest in alle Welt verschickt. Doch jederzeit hatte Günther
Kröger aus seinem Büro in Paderborn Zugriff auf das Hightechgerät
im Nachbarkreis.
286 Einzeldateien, z. B. Medieninfos
in Worddokumenten, konnten den Nutzern in sieben Ordnern auf dem Bildschirm
präsentiert werden. Ein kleiner aber entscheidender Anfang war gemacht.
Mehr als vervierzehnfacht haben sich die Dateien bis heute. Inzwischen
bildet das Kreismedienzentrum das umfangreiche Dienstleistungsangebot mit
4.074 Dateien in 194 Ordnern ab. Heute läuft die Pflege der Internetseite
im Paderborner Verwaltungsnetz und ermöglicht jederzeit eine sekundenschnelle
Aktualisierung.
Jeder Nutzer kann den Bestand tagesaktuell
im Internet recherchieren und auch gleich digital per E-Mail bestellen.
Doch das Kreismedienzentrum kann noch mehr. So bietet es bereits seit Ende
2004 im Rahmen des EDMOND-Projektes zusätzlich zur traditionellen
Verleihstruktur eine moderne Form der Medienbereitstellung, um „unseren
Beitrag für einen zeitgemäßen Unterricht zu leisten“, beschrieb
seinerzeit Landrat Manfred Müller die Zielsetzung dieser Neuausrichtung.
„Medien müssen zum Schüler, ganz nah ran“, betont auch Kröger.
Egal ob über die Ausleihtheke oder über's Internet.
Der weitaus größte Teil
der Ausleihen erfolgt auch heute noch auf dem traditionellen Weg, persönlich
im Thekenverleih oder über Kurierdienste, die von den Städten
und Gemeinden organisiert werden. Einige hundert Medien können aber
bereits kostenlos von den 129 Schulen im Kreisgebiet online herunter geladen
und auf beliebigen Trägermaterialien abgelegt werden. Angaben über
Titel, Laufzeit, Format, Lernziele oder Adressaten erleichtern dabei die
Auswahl.
Kurzfristig, zeitnah und auf einem
Datenträger ziehen dann Peter Lustig oder Martin Luther in die Schule
ein.
Rund
9.000 Medien sind heute insgesamt verfügbar, ob als Videofilm, CD-ROM,
DVD oder Online-Medium. „Und sogar der alte 16-mm-Film ist vereinzelt noch
mit dabei, 703 thematisch aktuelle Filme können noch immer bezogen
werden“, so Kröger.
Doch auch an die Zeiten, als noch
alles ohne Computer und Internet funktionieren musste, erinnert sich Kröger
genau. „Heute unvorstellbar“, schmunzelt der Leiter des Medienzentrums
an der Bahnhofstraße.
Das Institut für Film und Bild
in Wissenschaft und Unterricht (FWU) brachte Verkaufskataloge seiner Medien
heraus. Als Verleihkataloge wurden diese an die Schulen verteilt. Doch
nicht alle Medien aus dem Verkaufskatalog waren in Paderborn verfügbar.
Was da nur weiterhalf, waren umfangreiche, ergänzende Fehllisten zum
Nachschlagen und Aussortieren. Von Jahr zu Jahr wurde die Handhabung komplizierter.
Ab 1989 erfolgte dann die systematische
Erfassung aller vorhandenen Medien. Filme wurden in eine Filmmaschine eingespannt,
vorhandene Informationen sortiert, Begleitmaterialen gesichtet und alles
zunächst analog, per Hand, auf Karteikarten erfasst. Mit ersten PC-Programmen
wurden diese Informationen später aufgeschrieben und an die Druckerei
versand.
So entstand 1996 der erste Medien-Gesamtkatalog
in zwei Bänden mit insgesamt 2.232 Seiten! Die deutsche Nationalhymne
fand sich beispielsweise unter der Mediennummer 2303039 wieder - eine Tonbandkassette,
die dem Hörer in 29 min das Deutschlandlied und seine Geschichte präsentierte.
Die Kosten für einen Katalog,
der bereits nach einem Jahr wieder veraltet war, lagen damals bei 160 DM.
Den Schulen wurde er kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine
lose Blattsammlung ergänzte die unvollständige Katalogsammlung
später. Praktische, kostengünstige Datenträger wurden Anfang
1998 entdeckt. So erschien der erste elektronische Gesamtkatalog erst auf
einer Diskette, 11 Monate später auf einer CD-ROM - für ganze
80 Pfennig.
Weitere Informationen zum Kreismedienzentrum
unter www.kreis-paderborn.de/kmz/
Bildunterzeile „10 Jahre“:
„Wer hat an der Uhr gedreht?“ - (v. l.) diese Frage stellen sich Günther
Kröger, Leiter des Kreismedienzentrums Paderborn sowie seine Mitarbeiter
Wilfried Geise und Bernhard Hake (hinten rechts) und Hans-Josef Schäfers,
Leiter des Amtes für Schule.
Kreis Paderborn - Amt für Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit
Diana Borghoff
Aldegreverstr. 10 - 14
33102 Paderborn
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