Pressemitteilungen
SchulKinoWochen
NRW 2011: ein Mädchen, ein Regisseur und viele Elefanten
Kreismedienzentrum Paderborn und das
Cineplex ermöglichten Schulstunde der besonderen Art
Kreis Paderborn (krpb). Ein Elefant
im Kino. Gibt´s nicht? Gibt es doch: auf der Leinwand im Cineplex
in der Westernstraße in Paderborn. Das Elefantenkalb Kandula und
seine 17-jährige Besitzerin Chandani stehen im Mittelpunkt des Leinwandgeschehens
„Chandani und ihr Elefant“. Im Kinosaal lernten rund 140 Schülerinnen
und Schüler das Mädchen aus Sri Lanka und ihr Elefantenkalb kennen,
begleiteten es auf ihrem Weg, wurden Zeugen ihres Mutes und ihrer Entschlossenheit.
Während
viele Schüler am Morgen die Schulbank drückten, erlebten die
Zweit- bis Sechstklässler von der Franz-Stock-Realschule in Hövelhof
und der Pauline-von-Mallinckrodt-Schule in Paderborn eine Schulstunde der
ganz besonderen Art. Mit im Publikum war Arne Birkenstock aus Köln.
Der Erfolgsautor und Regisseur ist Produzent des Films. Seine Ideen und
Gedanken flimmern im Kino über die Leinwand. Im Cineplex berichtete
er im Anschluss den Kindern von seinen Recherchen und stellte sich ihren
Fragen.
Diese tolle Abwechslung zum Schulalltag
boten die SchulKinoWochen NRW 2011. Auch im Kreis Paderborn wurden vom
20. Januar bis 9. Februar Klassenzimmer gegen den Kinosaal eingetauscht,
Literatur einmal anders erlebbar gemacht. Natürlich nicht als Freizeitveranstaltung,
sondern mit ultimativem Lerneffekt: Alle Verfilmungen haben Bezüge
zum Lehrplan. So auch „Chandani und ihr Elefant“: Nicht viel älter
als ihre neugewonnenen Fans ist das asiatische Mädchen. Was sie allerdings
eindeutig von den Kindern in Deutschland unterscheidet, ist ihr Berufswunsch.
Die 17-Jährige träumt davon, in die Fußstapfen ihres Vaters
zu treten und ein Mahout, ein Elefantenführer, zu werden. Ein Beruf,
der seit jeher nur Männern vorbehalten ist. Chandani beweist jedoch
schnell die Ernsthaftigkeit ihres Wunsches, erlernt von ihrem Vater die
Techniken der schwierigen Arbeit. Einen tatkräftigen Unterstützer
findet sie in dem Wildhüter Mohammed, der ihr den Dschungel und die
freie und gefährliche Welt der wild lebenden Elefanten zeigt. Als
erste Frau in der Geschichte Sri Lankas darf das Mädchen schließlich
mit Kandula an einer traditionellen Prozession teilnehmen. Doch wartet
bereits eine weitere Prüfung auf sie: ihr Elefantenkalb darf nicht
bei ihr bleiben, Kandula muss in die Wildnis zurück. Mit einem Ausbildungsplatz
als Wildhüterin im Nationalpark eröffnet sich dem Mädchen
allerdings eine völlig neue Perspektive.
Ein
Gespräch mit dem Zoodirektor des Wiener Zoos–Tiergarten Schönbrunn
machte den deutschen Erfolgsautor und Regisseur Arne Birkenstock neugierig
auf Chandani und ihre Familie. So reiste der Filmemacher erstmalig im April
2006 nach Sri Lanka. Dort lernte er nicht nur die Familie des Mädchens,
friedliche Dickhäuter und ihre Bedeutung für die Menschen und
die Kultur kennen, sondern erlebte mit seinem vierköpfigen Team aus
Deutschland auch aggressive Elefanten oder Kandula beim Fußballspiel.
„10 Plastikbälle mussten bei den Dreharbeiten dran glauben“, erzählte
Birkenstock. Über diese Leidenschaft des Tieres für die Sportart
schmunzelten neben Chandani und dem Fernsehteam auch die Zuschauer im Saal.
„Es war lustig, dass der Elefant mit dem Ball gespielt hat“, findet die
11-jährige Julia. Die Vorstellung, einem Elefanten so nah zu sein,
fasziniert auch den 11-jährigen Lukas. Einen Elefant als Haustier
wäre irgendwie „schon cool“, nickt der Schüler zustimmend.
„Chandani und ihr Elefant“ ist eine
Mischung aus einem Dokumentar- und einem Spielfilm. So gab es einige Situationen,
die vom Filmteam initiiert wurden. Denn nicht immer sei die Kamera da gewesen,
das Geschehene aber einfach wie für die Leinwand gemacht. So wie eines
Tages, als sich Elefant Kandula von seiner Kette los riss, Bäume im
Vorgarten fällte und beim anschließenden Wäsche von der
Leine nehmen seinem Kollegen im Porzellanladen alle Ehre machte. „Das ist
wirklich passiert“, berichtete der Filmemacher. Die Szene wurde anschließend
nachgespielt, dazu die Wäsche mit duftenden Bananen eingerieben.
Über 7.000 Menschen haben den
Film bisher gesehen. „Und ihr wart dabei“, so Carmen Behrens vom Cineplex,
die über die vielen Fragen der Schüler staunte. Natürlich
interessierte die Kids, was sonst noch hinter der Kamera passierte, ob
es gefährliche Zwischenfälle gab oder ob ein Elefant jemandem
auf den Fuß getreten ist. „Nein, zum Glück nicht“, schmunzelte
Birkenstock. Doch ab und zu sei ihm in Gegenwart der Elefanten schon mulmig
geworden. „Im Nationalpark darf man das Auto nicht verlassen. Es kann sein,
dass man getötet wird“, erzählte Birkenstock. Doch habe er sich
immer dann sicher gefühlt, wenn Wildhüter Mohammed in der Nähe
war.
Alles in allem war die Arbeit in
Sri Lanka „wunderschön. Wie ein Kindertraum“, schwärmt Birkenstock,
der während der Dreharbeiten mit seinem Team in einem Bungalow im
Nationalpark untergebracht war. Noch heute hat der Regisseur Kontakt zu
Chandani und ihrer Familie, die den Film bereits gesehen haben. Mohammeds
Tochter habe ihn sogar bei Facebook angeschrieben.
Auch aus Sri Lanka gibt es tolle
Nachrichten: Chandani hat inzwischen ihr Abitur gemacht. Nach einem Praktikum
im Nationalpark überlegt sie nun, Tiermedizin zu studieren.
„Mit dem Kinderfilm hat der Regisseur
nicht nur einen berührenden Film geschaffen, sondern in dem anschließenden
Gespräch dafür gesorgt, dass sich die Kinder sehr nachhaltig
an dieses Film-Erlebnis erinnern werden“, ist sich der Leiter des Kreismedienzentrums,
Günther Kröger, sicher. Gemeinsam mit dem Projektbüro des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und in Zusammenarbeit mit Carmen Behrens
hat er die optimale Filmauswahl für die diesjährigen SchulKinoWochen
getroffen.
Jedes Jahr von diesem Angebot fasziniert
und begeistert ist auch Lehrerin Margarete Westermeier von der Pauline-von-Mallinckrodt-Schule.
Auch in diesem Jahr war sie mit ihren Schützlingen im Cineplex zu
Gast. Dieser Kinobesuch ist „ein Traditionserlebnis, worauf sich die Kinder
freuen. Hier lernen sie, dass hinter´m Film noch mehr steckt.“ Verstärkt
„Kultur in die Schule holen“, ist der Wunsch der Pädagogin. „Schule
muss sich verändern. Schule ist Leben, Leben ist Schule und Kino gehört
dazu“, betonte Westermeier.
Kreisverwaltung Paderborn - Pressestelle
Diana Borghoff
Aldegreverstr. 10 - 14
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Tel.: 05251/308-118
Fax: 05251/308 89 118 1
E-Mail: Diana.Borghoff@kreis-paderborn.de

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