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Kreishaus
Wewelsburg

10. Mai 2019

„Friedens-Eichen bleiben bestehen, auch wenn der Wind in Europa bläst“

100 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Ausstellung im Kreishaus

Zu sehen ist die Vertreter der Partnerstädte - jeder mit einem Eich-Setzling in der Hand 
Friedenseichen überreicht von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (2.v.l.) und Landrat Manfred Müller (r.).

„Kriegsgräberstätten in ganz Europa zeigen, was passiert, wenn man sich nicht einigen kann“, mahnt Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Detmold und Vorsitzende des Bezirksvorstands des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, bei der Ausstellungseröffnung. Vor hundert Jahren wurde der Volksbund gegründet und feiert dies unter anderem mit einer Ausstellung, die bis zum 5. Juni im Paderborner Kreishaus zu sehen ist.

„Europa, der Krieg und ich“: Unter diesem Titel zeigt die Ausstellung die wechselhafte Geschichte des Volksbundes. 1919 nach dem Ersten Weltkrieg gegründet, pflegte der Verein zunächst ausschließlich die Gräber deutscher Soldaten und kümmerte sich um deren Hinterbliebenen. Später galt seine Fürsorge allen Gefallenen der beiden Weltkriege, egal welcher Nation. Auch die willfährige Anbiederung an das NS-Regime verschweigt die Ausstellung nicht. Heute versteht sich der Volksbund als Mahner und Bewahrer des Friedens in Europa. „Die Versöhnung über den Gräbern ist gelungen“, resümiert Thomann-Stahl mit Blick auf das frühere Motto des Vereins. Nun sei die wichtigste Aufgabe des Volksbundes, junge Menschen aller Nationen zusammenzubringen und gemeinsam für den Frieden zu arbeiten.

„Krieg ist kein weit entferntes Phänomen, sondern kann rasch real werden. Deshalb müssen wir uns alle fragen: ‚Was kann ich tun, um den Frieden zu sichern?‘“, betont auch Landrat Manfred Müller in seiner Eröffnungsrede. Er ist sich sicher, dass in Zeiten, in denen überall in Europa rechte, nationale Kräfte erstarken, die Arbeit des Volksbundes weiterhin wichtig und notwendig ist.

Landrat Müller erinnerte an die Friedensandacht im Hohen Dom zum Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 2018. Dort wurde ein Friedensbaum geweiht. Zur Erinnerung an das Weltkriegsende wurde allen europäischen Partnerstädte der Kreiskommunen über das Partnerkomitee ein Friedensbaum überreicht. „Noch sind die Pflanzen klein. Sie müssen gepflegt werden, wie auch der Frieden gepflegt werden muss. Aber genau wie dieser bleiben die Eichen, wenn sie mal groß und stark sind, bestehen, auch wenn es in Europa mal weht“, so der Landrat.

 
 
 

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