Tagesaktuelle Informationen zum neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 im Kreis Paderborn

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen aktualisierte und validierte Informationen mit allen Links zu Behörden und Einrichtungen zum Thema Corona im Kreis Paderborn zur Verfügung. Hier finden Sie Informationen über die 7-Tages-Inzidenz, die daraus resulterenden Gefährdungsstufen, Risikogebiete, Informationen für Reiserückkehrer und zu den laufend aktualsierten Corona-Regeln.

Infotelefon des Gesundheitsamtes

Telefon Icon
 
 
 

Allgemeine Fragen zu COVID-19

05251 308-3333

 

erreichbar von

Mo-Fr: 9:00 bis 16:00  Uhr, Sa: von 12:00 bis 16:00 Uhr

Die Infektionszahlen steigen weiter an.  In unserem Gesundheitsamt herrscht Hochbetrieb. Es kann zu Verzögerungen in der Bearbeitung kommen.
Wir danken für das Verständnis!

Corona-Patienten oder Patienten mit Verdacht auf Corona können sich außerhalb der Öffnungszeiten der Hausarztpraxen an den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung, Tel. 116117 wenden. In Notfällen wie z. B. Atemnot oder starke Schmerzen im Herzbereich oder Brust sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.

Allgemeinverfügung - Quarantäneanordnung für Schulen und Kindergärten

Sollten Sie aus Gründen der Betreuung eines Kindes, für das eine Quarantäne angeordnet wurde, Verdienstausfall erleiden, so finden Sie Informationen zu Entschädigungsansprüchen auf der Internetseite des dafür zuständigen Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

Weitere Informationen zur Quarantäne klicken Sie hier.

E-Mail-Adresse des Gesundheitsamtes

für

  • Positiv getestete Privatpersonen mit Wohnsitz Paderborn, die vom Paderborner Gesundheitsamt aufgefordert worden sind, eine Liste mit engeren Kontakten zu erstellen und diese gerne mailen möchten
  • Gesundheitsämter, Ordnungsämter oder andere Stellen, die dem Paderborner Kreisgesundheitsamt Kontaktpersonen von positiv Getesteten mit Wohnsitz Kreis Paderborn melden möchten
Telefon Icon

Bürgertelefon

05251 88-122979

Servicezeiten:

Mo bis Do:
8.00 – 16.00 Uhr
Freitag: 8 – 12 Uhr

 

Das Bürgertelefon bietet keine medizinische Beratung an.
In Kooperation mit dem telefonischen Service-Center der Stadt Paderborn

 

Stand: Montag, 18.01.2021, 12:30 Uhr

Regeln der Corona-Schutzverordnung in NRW bis 31. Januar 2021

Ab Montag, 11. Januar, gilt eine neue Coronaschutzverordnung in NRW: Der Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert und die von Bund und Ländern getroffenen Beschlüsse umgesetzt. Folgende Regeln gelten nun:

(Quelle: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW)

Kontakte

Treffen im öffentlichen Raum sind nur zwischen Angehörigen eines Hausstands sowie einer weiteren Person zulässig. Diese Person kann von betreuungsbedürftigen Kindern aus ihrem Hausstand begleitet werden; im Rahmen der Wahrnehmung von Umgangsrechten kann auch der getrennt lebende Elternteil von den betreuungsbedürftigen Kindern begleitet werden.

Bildungsangebote

Bei Bildungsangeboten an Hochschulen und anderen staatlichen und nichtstaatlichen außerschulischen Bildungseinrichtungen bleiben Präsenzveranstaltungen grundsätzlich untersagt.

Ausnahmen durch besondere Anordnungen oder behördliche Ausnahmegenehmigungen sind nur zulässig, wenn Bildungsangebote eine besondere Bedeutung für die nachhaltige Sicherung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, insbesondere der Polizei und Feuerwehren, der medizinischen Versorgung oder Pandemiebewältigung haben und die Bildungseinrichtungen über ausreichende Hygienekonzepte verfügen.

Ausnahmen sind auch möglich, wenn die Angebote nicht ohne schwere Nachteile (Versäumen von Prüfungen, Verlust von Ausbildungsfinanzierungen und so weiter) für die Teilnehmer entweder ohne Präsenz durchgeführt oder auf einen Zeitpunkt nach dem Lockdown verschoben werden können.

Praktische Ausbildungsabschnitte im Rahmen der beruflichen Ausbildung sind nur unter Berücksichtigung der Vorgaben für die jeweilige Branche oder den jeweiligen Beruf zulässig. Es müssen also die Hygienevorgaben für den Einsatzort bzw. Ausbildungsbetrieb beachtet werden.

In Bibliotheken und Archiven ist künftig die Abholung und Auslieferung bestellter Medien sowie deren Rückgabe zulässig.

Maßgaben für Schulen und den Betreuungsbereich von Kinder und Jugendlichen sind gesondert in der Corona-Betreuungsverordnung geregelt.

Fahrschulen

Der Betrieb von Fahrschulen ist weiterhin nur für berufsbezogene Ausbildungen zulässig und ansonsten untersagt. Eine Ausnahme gilt für Fahrschüler, die bereits mehr als die Hälfte der verpflichtenden Ausbildungsstunden absolviert haben. Diese dürfen ihre Ausbildung einschließlich der Prüfung abschließen. Beim praktischen Fahrunterricht besteht künftig die Pflicht, eine Maske mit FFP2-Schutzstandard zu tragen.

Mensen und Kantinen

Der Betrieb von Mensen und Kantinen ist untersagt. Sie dürfen nur noch ausnahmsweise betrieben werden, wenn sonst die Arbeitsabläufe bzw. ein nach dieser Verordnung noch zulässiger Bildungsbetrieb nicht aufrechterhalten werden könnten.

Home-Office

Die Landesregierung richtet zudem einen dringenden Appell an Arbeitgeber, dort, wo es möglich ist, Home-Office-Lösungen zu nutzen beziehungsweise diese zu ermöglichen.

Besondere Maßnahmen für Kommunen mit einer Inzidenz über 200

Die in den Bund-Länder-Beratungen festgelegten Beschränkungen für Kreise und kreisfreie Städte mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Begrenzung von Freizeitaktivitäten auf einen 15-Kilometer-Radius um den Wohnort) werden für die betroffenen Kommunen im Rahmen der bestehenden Hotspot-Strategie geregelt.

Schulen und Kitas

Die bereits angekündigten Regelungen für Schulen und Kitas (https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/ministerin-gebauer-auch-unsere-schulen-muessen-einen-beitrag-zur-eindaemmung-der) sind durch eine Änderung der Corona-Betreuungsverordnung rechtlich umgesetzt worden.

 
 
 

Aktuelle Lage im Kreis Paderborn

Zwei neue Todesfälle, 36 Neuinfektionen, 44 weitere Corona-Erkrankte haben eine akute Infektion überstanden

Im Kreis Paderborn sind zwei weitere Todesfälle zu beklagen: Zwei 82-Jährige in Delbrück sind in Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion verstorben. 36 Neuinfektionen sind laut Lagebericht des Kreises Paderborn am heutigen Montag, 18. Januar, Stand 11 Uhr, gemeldet worden. 44 weitere Corona-Erkrankte haben eine akute Infektion überstanden. Unterm Strich sind derzeit 625 Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert (aktive Fälle). Betroffen ist weiterhin Paderborn mit 285 aktiven Fällen, gefolgt von Delbrück (90), Borchen (67), Bad Lippspringe (43), Salzkotten (30), Altenbeken (28), Hövelhof (27), Bad Wünnenberg (20), Lichtenau (19) und Büren (16).

54 Corona-Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt, von denen 16 intensivmedizinisch behandelt werden müssen. 1.587 Menschen befinden sich in Quarantäne.

Die Zahl der aufsummierten und laborbestätigten Coronavirus-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt 5.446, Stand 18.01., 11:00 Uhr. Die aufsummierte Zahl der Corona-Erkrankten, die eine akute Infektion überstanden haben und als genesen gelten, beträgt 4.704. 117 Menschen sind in Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion verstorben.

Das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) weist für den Zeitraum 11.01.2021 – 17.01.2021 eine 7-Tages-Inzidenz von 90,0 aus, Datenstand 18.01.2021, 00:00 Uhr. Die 7-Tages-Inzidenz ist die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche, umgerechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn in Tabellenform:

Aufsummierte Gesamtzahlen seit Ausbruch der Pandemie:


Bestätigte Fälle

Todesfälle

Genesene


Aktuell

Vortag

Aktuell

Vortag

Aktuell

Vortag

Altenbeken

257

255

7

7

222

215

Bad Lippspringe

315

313

19

19

253

252

Bad Wünnenberg

252

252

4

4

228

226

Borchen

294

289

6

6

221

221

Büren

216

214

6

6

194

194

Delbrück

729

722

10

8

629

627

Hövelhof

353*

354

5

5

321

314

Lichtenau

122

119

-

-

103

101

Paderborn

2.594

2.582

56

56

2.253

2.232

Salzkotten

314

310

4

4

280

278

GESAMT

5.446

5.410

117

115

4.704

4.660

* Korrektur aufgrund einer doppelten Zählung

 


 




7-Tages-Inzidenz | 11.01.2021  bis 17.01.2021

 


 


Aktuell

Vortag

Datenstand 18.01.2021, 00:00 Uhr

 


 


90,0

89,3

 Quelle: Landeszentrum für Gesundheit (LZG)

 


 




Zahl der aktiven Fälle, also jener Menschen, die aktuell mit dem Coronavirus infiziert sind:


Aktive Fälle


Aktuell

Vortag

Altenbeken

28

33

Bad Lippspringe

43

42

Bad Wünnenberg

20

22

Borchen

67

62

Büren

16

14

Delbrück

90

87

Hövelhof

27

35

Lichtenau

19

18

Paderborn

285

294

Salzkotten

30

28

GESAMT

625

635

Die Zahl der aktiven Fälle erhält man, wenn man von der aufsummierten Gesamtzahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen die Todesfälle und Zahl der Genesenen abzieht.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr,
Sa von 12 bis 16 Uhr unter der 05251 308-3333 zu erreichen.

 
 
 

Informationen zur Corona-Schutzimpfung

Für Informationen zur Corona-Schutzimpfung haben wir eine eigene Informationsseite angelegt. Diese finden Sie hier.

 
 
 

Wo kann ich mich generell testen lassen?

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe(KV) hat eineInternetseite eingerichtet, auf der man sich die nächstgelegene Arztpraxis in Westfalen-Lippe anzeigen lassen kann, die Patienten auf das Coronavirus testen.  Einfach Wohnort eingeben, und es werden alle Ärzte in der Nähe angezeigt, die auf eine mögliche COVID-19 Infektion testen.

Alle Praxen, die eine solche Testung vornehmen, verfügen über die nötigen Schutzmaßnahmen und es ist sichergestellt, dass diese Patienten getrennt von nicht coronainfizierten Patienten getestet werden, sagt die KV.  Zur Internetseite mit Standortsuche gelangen Sie hier.

Die komplette Arztliste als pdf-Datei finden Sie  hier.

Quarantäne

Corona-Warn-App

Corona-Warn-App: Jetzt herunterladen und Corona gemeinsam bekämpfen 
Corona-Warn-App: Jetzt herunterladen und Corona gemeinsam bekämpfen

Die Bundesregierung hat die Corona-Warn-App an den Start gebracht. Mit der App können Menschen anonym und schnell darüber informiert werden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

Je mehr Menschen die Corona-Warn-App nutzen, desto schneller können in Zukunft Infektionsketten durchbrochen werden.

 

Schützen Sie sich und andere

Die AHA-Formel: Abstand + Hygiene + Alltagsmaske
Foto: Icons erstellt von surang, Freepik und Smashicons für www.flaticon.com
Die AHA-Formel: Abstand + Hygiene + Alltagsmaske

Jeder kann dazu beitragen, sich und andere zu schützen. Mit AHA durch Herbst und Winter:

Abstand halten: Die Wahrscheinlichkeit, mit Aerosolen anderer in Kontakt zu kommen,ist im Umkreis von etwa ein bis zwei Metern erhöht.
Hygiene: Häufiges Händewaschen, kein Händeschütteln, in die Armbeuge niesen, Einmal-Taschentücher benutzen,nicht mit den Händen ins Gesicht fassen.
Alltagsmaske tragen, die Mund und Nase bedeckt: Bei richtiger Anwendung halten sie vor allem größere Tröpfchen zurück. 

Zusätzlich, insbesondere in den  Herbst- und Wintermonaten:

App herunterladen: Die Corona-Warn-App hilft, Infektionsketten schneller aufzuspüren und zu unterbrechen. Sie ist umso wirksamer, je mehr Menschen die App herunterladen.

Lüften: Um das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen zu verringern, sollte regelmäßig gelüftet werden.

Häufige Alltagsfragen:

  • Welche Regelungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gelten aktuell?
  • Muss ich Lebensmittel oder Verpackungen desinfizieren?
  • Kann ich mich aktuell mit Bekannten und Freunden treffen?

....

Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit mit Antworten

Tipps zur richtigen Hygiene beim Tragen von Alltagsmasken:

  • Vor dem Anlegen einer Mund-Nasen-Bedeckung sollten Sie sich nach Möglichkeit gründlich die Hände waschen (mindestens 20 Sekunden mit Seife).
  • Beim Aufsetzen darauf achten, dass die Alltagsmaske Mund und Nase vollständig bedeckt und an den Rändern möglichst eng anliegt.
  • Während des Tragens sollte die Mund-Nasen-Bedeckung weder berührt noch verschoben werden.
  • Eine durchfeuchtete Mund-Nasen-Bedeckung sollte gewechselt werden.
  • Zum Abnehmen sollte die Mund-Nasen-Bedeckung am besten an den seitlichen Bändern angefasst werden.
  • Nac dem Absetzen der Mund-Nasen-Bedeckung die Hände waschen, sobald die Möglichkeit dazu besteht.
  • Einwegmasken sollten nach dem Tragen in einem Mülleimer entsorgt werden.
  • Wiederverwendbare Mund-Nasen-Bedeckungen sollten vorübergehend in einem separaten Beutel aufbewahrt werden. Zu Hause kann die Mund-Nasen-Bedeckung auch zum Trocknen aufgehängt werden.
  • Textile Mund-Nasen-Bedeckungen sollten baldmöglichst gewaschen werden.
  • Eine zuverlässige Methode der Reinigung ist das Waschen in der Waschmaschine bei mindestens 60 ° C. Dafür sollte ein Vollwaschmittel verwendet werden..
  • Mund-Nasen-Bedeckungen sollten nach dem Waschen vollständig trocknen.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

 
 
 

Erlasse und Informationen des Landes Nordrhein-Westfalen

Informieren Sie sich  über neue Regeln, Maßnahmen, Verordnungen und Tipps der Landesregierung.

Die Erlasse des Landes NRW werden von den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden durch Allgemeinverfügungen vor Ort umgesetzt. Zu Fragen, z.B. zu Öffnungszeiten von Restaurants , Zugang zu Einkaufszentren etc., wenden Sie sich daher bitte an das Ordnungsamt Ihres Wohnortes.

 

Informationen für Gehörlose

Informationen zu Corona für Gehörlose (Foto: iStock.com - Capuski)
Informationen zu Corona für Gehörlose (Foto: iStock.com - Capuski)
 

Informationen in Leichter Sprache

 
 
 
 
 
 

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 /Krankheit COVID-19

Gesamtstand: 14.01.2021

Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, nur auf überprüfte Informationen zu vertrauen und sich nicht an Spekulationen zu beteiligen. Der Kreis Paderborn hat auf seinen Seiten alle Infos und links zu gesicherten Informationen des Robert-Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Bundesgesundheitsministeriums zusammengestellt, die fortlaufend aktualisiert werden.

Das RKI hat die hier häufigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus SARS-CoV-2 für Sie zusammengestellt.

Die FAQ Liste wird fortlaufend aktualisiert. Diese finden Sie auch direkt auf den Seiten des RKI: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html

 
 
 

Virus und Epidemiologie (Stand: 06.01.2021)

Was ist über den Erreger und die Krankheit bekannt?

Informationen zu SARS-CoV-2 (offizielle Bezeichnung des neuartigen Coronavirus) und COVID-19 (offizielle Bezeichnung der Erkrankung durch das neuartige Coronavirus) sind im Steckbrief zu COVID-19 zusammengefasst. Das Dokument wird fortlaufend aktualisiert.

Stand: 06.01.2021

Wie erfasst das RKI die Situation in Deutschland, wie schätzt das RKI die Lage ein und welche Empfehlungen gitbt es für die Fachöffentlichkeit?

Das RKI analysiert fortlaufend verschiedene Datenquellen, um die Lage in Deutschland so genau wie möglich erfassen und einschätzen zu können. Dazu zählen unter anderem die offiziellen Meldedaten (u.a. Fall- und Todeszahlen, geografische Verteilung, zeitlicher Verlauf, betroffene Altersgruppen, Hospitalisierungen, Ausbrüche), aber auch Informationen aus bereits bestehenden Surveillance-Systemen (z.B. zur Influenza) und aus Projekten und Studien, die im Rahmen der COVID-19-Pandemie - auch in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen - entstehen. Auch die Anzahl der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen und der in Deutschland insgesamt durchgeführten Labortests auf SARS-CoV-2 wird erfasst. Alle Informationen werden gemeinsam bewertet im täglichen Situationsbericht veröffentlicht.

Die aktuelle Risikobewertung ist unter www.rki.de/covid-19-risikobewertung abrufbar.

Darüber hinaus arbeitet das Institut eng mit verschiedenen Behörden und Einrichtungen zusammen - auf internationaler und nationaler Ebene. Auf dieser Basis erstellt das Institut Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um die Gesundheit zu schützen und die Weiterverbreitung des Virus so weit wie möglich zu verlangsamen.

Alle Informationen und Dokumente sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar. Sie werden kontinuierlich an die Lage angepasst. 

Fortlaufend aktualisierte Informationen zum Erreger werden in einem Steckbrief zu COVID-19 zur Verfügung gestellt.

Stand: 13.11.2020

Was versteht man unter der Reproduktionszahl R, und wie wichtig ist sie für die Bewertung der Lage?

Die Reproduktionszahl beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt.

Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R0 (auch: Basisreproduktionszahl), der beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, wenn die gesamte Bevölkerung empfänglich für das Virus ist (weil es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt), noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden.

Bei SARS-CoV-2 liegt R0 zwischen 3,3 und 3,8, das heißt jeder Infizierte steckt im Mittel zwischen drei und vier Personen an. Ohne Gegenmaßnahmen würde die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen und erst stoppen, wenn bis zu 70 % der Bevölkerung eine Infektion bzw. Erkrankung durchgemacht haben, also immun sind und das Virus ihrerseits nicht mehr weiterverbreiten können.

Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern. Man spricht von einer zeitabhängigen Reproduktionszahl R(t). Es gilt:

  • Wenn R größer 1, dann steigende Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R gleich 1, dann konstante Anzahl täglicher Neuinfektionen,
  • Wenn R unter 1, dann sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen.

Bei SARS-CoV-2 ist das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten.

Die Schätzung des R-Wertes basiert auf dem sogenannten Nowcasting, einem statistischen Verfahren, das die Entwicklung der Fallzahlen nach Erkrankungsbeginn darstellt und für die letzten Tage auch prognostiziert (mehr Informationen zur Methode, Beispielrechnungen und aktuelle Zahlen

unter www.rki.de/covid-19-nowcasting). Diese Prognose ist mit Unsicherheit behaftet, die sich auch in den zum R-Wert angegebenen Prädiktionsintervallen spiegelt. Nach Eingang weiterer Fallmeldungen am RKI wird der R-Wert im Verlauf für die zurückliegenden Tage angepasst und ggf. nach oben oder unten korrigiert.

Im täglichen Situationsberichtwerden zwei R-Werte dargestellt. Zum einen der sensitivere 4-Tage-R-Wert. Dieser Wert bildet zeitnah den Trend der Anzahl von Neuerkrankungen ab und kann auf mögliche Trendänderungen hinweisen. Er reagiert jedoch empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen – wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können - was besonders bei insgesamt kleineren Anzahlen von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen kann. Zusätzlich gint das RKI ein stabileres 7-Tage-R an, das sich auf einen längeren Zeitraum bezieht und daher weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt. Das 7-Tage-R bildet Trends zuverlässiger ab, bezieht sich dabei jedoch auf ein Infektionsgeschehen, das etwas länger zurückliegt als beim 4-Tage-R-Wert.

Technisch werden beide R-Werte auf der Basis des Nowcasting geschätzt. Das Nowcasting endet am Datum von vor 4 Tagen, da noch keine zuverlässige Aussage zur Anzahl der Neuerkrankungen der letzten 3 Tage gemacht werden kann.

Der sensitivere 4-Tage-R-Wert kann geschätzt werden durch Verwendung eines gleitenden 4-Tages-Mittels der durch das Nowcasting geschätzten Anzahl von Neuerkrankungen. Er vergleicht dann die geglättete Anzahl eines Tages mit der entsprechenden Anzahl vor 4 Tagen. Die Infektionen zu diesen Neuerkrankungen liegen nochmal 4 bis 6 Tage davor, das heißt also vor 8 bis 13 Tagen. Der 4-Tage-R-Wert, der heute berichtet wird, bildet also das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis zwei Wochen ab. Analog dazu wird das 7-Tage-R durch Verwendung eines gleitenden 7-Tages-Mittel der Nowcasting-Kurve geschätzt. Schwankungen werden dadurch stärker ausgeglichen. Das 7-Tage-R vergleicht den 7-Tages-Mittelwert der Neuerkrankungen eines Tages mit dem 7-Tages-Mittelwert 4 Tage zuvor. Die Infektionen zu den Neuerkrankungen liegen 4 bis 6 Tage davor, das heißt also vor 8 bis 16 Tagen. Das 7-Tage-R bildet somit das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen ab. Für die Einschätzung der epidemiologischen Lage kommt dem 7-Tage-R-Wert eine höhere Bedeutung zu, da dieser weniger beeinflusst wird von tagesaktuellen Schwankungen der Zahl der gemeldeten und an das RKI übermittelten Fälle.

Beispiel:

  • (A) Berechnung R-Wert, der am 14. Mai im Lagebericht veröffentlicht wird. Dieser Wert basiert auf der geschätzten Anzahl von Neuerkrankungen bis zum 10. Mai. Er berechnet sich als Summe der Neuerkrankungen zwischen den 4 Tagen vom 7. bis zum 10. Mai geteilt durch die Summe der Neuerkrankungen der 4 Tage vom 3. bis zum 6. Mai. Er bezieht sich damit auf die Neuerkrankungen vom 7. bis zum 10. Mai, die zugehörigen Infektionen liegen eine Inkubationszeit davor und damit 4 bis 6 Tage davor, das heißt also zwischen dem 1. und 6. Mai. Damit liegt das beschriebene Infektionsgeschehen 8 bis 13 Tage vor dem 14. Mai.
  • (B) Berechnung des 7-Tage-R-Werts, der am 14. Mai im Lagebericht veröffentlicht wird. Dieser Wert basiert auf der geschätzten Anzahl von Neuerkrankungen bis zum 10. Mai. Er berechnet sich als Summe der Neuerkrankungen zwischen den 7 Tagen vom 4. bis zum 10. Mai geteilt durch die Summe der Neuerkrankungen der 7 Tage vom 30. April bis zum 6. Mai. Er bezieht sich damit auf die Neuerkrankungen vom 4. bis zum 10. Mai, die zugehörigen Infektionen liegen eine Inkubationszeit davor und damit 4 bis 6 Tage davor, das heißt also zwischen dem 28. April und dem 6. Mai. Damit liegt das beschriebene Infektionsgeschehen 8 bis 16 Tage vor dem 14. Mai.

Unter www.rki.de/covid-19-nowcasting werden Beispielrechnungen und beide R-Werte mit Prädiktionsintervallen als Excel-Tabelle zur Verfügung gestellt und täglich aktualisiert.

Stand: 27.11.2020

Welchen Zusammenhang gibt es generell zwischen erhöhten Testzahlen und erhöhten Fallzahlen?

Testen ist essentieller Bestandteil einer umfassenden Pandemie-Bekämpfungs-Strategie: Testen ermöglicht eine schnelle und präzise Erfassung der Zahl und Verteilung von infizierten Personen in Deutschland. Dies ist Grundlage für eine Unterbrechung von Infektionsketten und für einen Schutz vor Überlastung unseres Gesundheitssystems. Die Anzahl der nachgewiesenen SARS-CoV-2 Infektionen hängt generell vom Vorkommen dieser Infektionen in der Bevölkerung, der Teststrategie und der Anzahl der durchgeführten Tests ab. Die Testkriterien werden an die jeweilige epidemiologische Lage angepasst (siehe Nationale Teststrategie und Flussschema).

Eine Ausweitung der Testindikationen (z.B. für Reiserückkehrer) oder eine Erhöhung der Zahl durchgeführter Tests (z.B. im Rahmen von Ausbrüchen oder Studien) kann zu einem Anstieg der Fallzahlen führen, da zuvor unentdeckte Infizierte (auch ohne oder mit nur sehr milden Symptomen) erkannt werden. Das heißt aber nicht, dass umgekehrt die beobachteten steigenden Fallzahlen nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären wären, geschweige denn mit einem vermeintlich hohen Anteil an falsch-positiven Ergebnissen der PCR-Testung (für weitere Informationen siehe „Welche Rolle spielen falsch-positive Testergebnisse?“).

Stand: 13.11.2020

Gibt es eine Saisonalität bei SARS-CoV-2?

Ob die Aktivität von SARS-CoV-2 saisonal beeinflusst wird, ist noch offen. Viele Viren, die akute Atemwegserkrankungen verursachen, verbreiten sich im Sommer generell schlechter: Grund dafür sind unter anderem die höheren Temperaturen, die UV-Strahlung, aber auch die Tatsache, dass man weniger Zeit dicht gedrängt in Räumen verbringt. Eine solche Saisonalität wurde bei anderen humanen Coronaviren beobachtet (Schnupfenviren). Ein saisonaler Effekt ist auch bei SARS-CoV-2 denkbar, es ist jedoch offen, wie groß ein solcher Effekt sein würde, da das Virus immer noch auf eine Bevölkerung trifft, die kaum Immunschutz gegen SARS-CoV-2 aufweist.

Stand: 26.05.2020

Fallzahlen und Meldungen (Stand: 14.01.2021)

Wo gibt es die aktuellen Fallzahlen und Inzidenzen?

Die an das RKI übermittelten Fallzahlen und die 7-Tage-Inzidenzen in Deutschland werden - nach Bundesland und Landkreisen - grafisch und tagesaktuell in einem Dashboard dargestellt (https://corona.rki.de). Sie sind auch im täglichen Situationsbericht zu finden. Eine tagesaktuelle Tabelle nach Bundesland ist auch unter www.rki.de/covid-19-fallzahlen abrufbar. Eine Excel-Tabelle aller vom RKI berichteten Fälle, Todesfälle und Inzidenzen seit Beginn der Pandemie ist abrufbar unter www.rki.de/covid-19 > Daten zum Download.
Es werden nur COVID-19-Fälle veröffentlicht, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild).

Bei der Übermittlung der Fälle von den Gesundheitsämtern über die zuständigen Landesbehörden bis ans RKI kann es zu einem Melde- und Übermittlungsverzug von einigen Tagen kommen, sowohl bei den reinen Fallzahlen als auch bei den 7-Tage-Inzidenzen (siehe auch "Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?“ und „Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise den Angaben des RKI-Dashboards?“).

Weltweite Fallzahlen sind auf denInternetseiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) abrufbar.

Stand: 29.12.2020

Was ist alles meldepflichtig?

Meldepflichtig sind der Verdacht auf eine Erkrankung, eine Erkrankung und der Tod in Bezug auf COVID-19 sowie der Nachweis des Erregers SARS-CoV-2, soweit er auf eine akute Infektion hinweist (siehe www.rki.de/covid-19-meldepflicht). Dies gilt auch für Leiter von Einrichtungen (wie Schulen und Altenpflegeheime, siehe § 36 Abs. 1 IfSG), wenn in diesen Einrichtungen Antigennachweise durchgeführt werden, diese positiv sind und wenn ein Arzt nicht hinzugezogen wurde, da bei einem positiven Antigennachweis grundsätzlich von einem relevanten Erkrankungsverdacht im Sinne des IfSG auszugehen ist.

Ein direkter Erregernachweis z.B. durch eine PCR, weist in der Regel auf eine akute Infektion hin und muss daher gemeldet werden. Dies gilt auch für patientennahe Schnelltests auf SARS-CoV-2 (z.B. Antigennachweise). Die Meldepflicht für positive Erregernachweise besteht für Labore, aber auch für Ärzte, die Infektionserregerdiagnostik z.B. in ihrer Praxis durchführen.

Bei einem indirekten Erregernachweis sollte folgendes beachtet werden: Mit den derzeit am Markt befindlichen serologischen Tests kann bei einmaliger Untersuchung noch nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt. Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion festgestellt werden (Abstand der beiden Tests maximal 30 Tage), kann dies auf eine akute Infektion hinweisen. Der Nachweis von IgM-Antikörpern und der Nachweis von IgG-Antikörpern in getrennten Tests, kann ebenfalls bei entsprechender Beurteilung durch das Labor unter Berücksichtigung der verwendeten Tests, ein Hinweis auf eine akute Infektion sein. Der einmalige Nachweis von IgM lässt nicht sicher auf eine akute Infektion schließen. Die Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss unter Berücksichtigung der Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests, ggf. durchgeführten Voruntersuchungen und anamnestischen Angaben durch das diagnostizierende Labor im Rahmen des laborärztlichen Befundes erfolgen (siehe auch „Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen, welche Test gibt es?“).

Ab 01.01.2021 haben gemäß § 14 Abs. 8 IfSG alle Labore verpflichtend DEMIS für die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen zu nutzen.

Die Meldepflicht ermöglicht dem Gesundheitsamt die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen. Die Daten werden am Gesundheitsamt validiert und an die zuständigen Landesbehörden und von dort ans RKI übermittelt (siehe „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“).

Stand: 29.12.2020

Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?

Die Ärztin oder der Arzt, aber auch andere zur Meldung verpflichtete Personen wie z.B. Leiter von Einrichtungen (z.B. Schulen, Pflegeheime), der bei einer Person den Verdacht auf COVID-19 stellt, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) melden (siehe dazu die Empfehlungen zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19). Auch das Labor, das SARS-CoV-2 bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt melden.

Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen (z.B. Isolierung der betroffenen Person, Ermittlung von Kontaktpersonen) einleiten kann. Der Meldeweg vom Arzt oder anderen Meldepflichtigen zum Gesundheitsamt läuft derzeit noch routinemäßig per Fax, selten per Telefon oder E-Mail. Seit Mitte Juni 2020 haben Labore die Möglichkeit, Erregernachweise von SARS-CoV-2 elektronisch an das zuständige Gesundheitsamt zu melden (erste Ausbaustufe des Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystems für den Infektionsschutz DEMIS). Für Labore muss die Meldung von SARS-CoV-2-Erregernachweisen ab dem 01.01.2021 verpflichtend über DEMIS erfolgen.

COVID-19-Fälle, die die Falldefinition des RKI erfüllen, müssen vom zuständigen Gesundheitsamt spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden, allerdings ohne Name, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen. In der aktuellen Lage übermitteln die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich und auch am Wochenende. Allerdings kann es bei der Übermittlung der Fälle auch zu einem Melde- und Übermittlungsverzug von einigen Tagen kommen. Siehe dazu auch  „Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?“ und „Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise den Angaben des RKI-Dashboards?“.

Dabei können – sofern sie dem Gesundheitsamt vorliegen – auch zusätzliche Informationen übermittelt werden, z.B. Erkrankungsbeginn, wahrscheinlicher Infektionsort, Symptome und ob der/die Betroffene ins Krankenhaus oder auf eine Intensivstation eingewiesen worden ist. Die Daten werden vom RKI ausgewertet und dargestellt (siehe Dashboard und Situationsberichte). In vielen Fällen sind diese Informationen aber nicht vollständig, weil sie zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht vorliegen und von den Gesundheitsämtern erst ermittelt werden müssen. Bei COVID-19 kann es vorkommen, dass zunächst mild erkrankte Personen erst einige Tage später schwer erkranken und im Krankenhaus behandelt werden müssen, diese Information zum Verlauf aber den Gesundheitsämtern nicht immer vorliegt. Siehe auch „Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?“ und "Wie werden Todesfälle erfasst?".
In den Statistiken des RKI werden nur Fälle veröffentlicht, die die Referenzdefinition erfüllen. Das sind COVID-19-Fälle, bei denen ein labordiagnostischer Nachweis mittels Nukleinsäurenachweis (z.B. PCR) oder Erregerisolierung vorliegt (unabhängig vom klinischen Bild). Fälle, bei denen lediglich eine positiver Antigennachweis vorliegt, erfüllen nicht die Referenzdefinition.
Stand: 29.12.2020

Wie entsteht die Diskrepanz zwischen Inzidenzen der Landkreise und den Angaben des RKI-Dashboards?

Generell gilt: Die Behörden im Land- oder Stadtkreis verfügen immer über die aktuellsten Zahlen. Diese sind mit ausschlaggebend für die Bewertung der Situation vor Ort. Die örtlichen Behörden entscheiden auch darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden.

Das RKI-Dashboard bietet eine Übersicht über die COVID-19-Fälle in Deutschland nach Bundesland zur Verfügung. Die Zahlen, die für einen Landkreis im Dashboard aktuell angezeigt werden, können jedoch von den Zahlen, die die lokalen Behörden für den Landkreis aktuell kommunizieren, abweichen.

Diskrepanzen zwischen den berichteten Inzidenzen der Landkreise und den Daten des Dashboards können verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise können sie durch den Übermittlungsverzug bedingt sein (z.B. wenn das Gesundheitsamt bereits Fälle an die zuständige Landesbehörde übermittelt hat, diese aber noch nicht vom Land an das RKI übermittelt worden sind, siehe „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?“). In anderen Fällen kann das auch an einem anderen Datenstand liegen (das RKI verwendet den Datenstand jeweils 0 Uhr, möglicherweise nutzen die Landebehörden/Gesundheitsämter einen anderen zeitlichen Rahmen).

Die 7-Tage-Inzidenz basiert auf dem Meldedatum der Fälle, das ist der Zeitpunkt, an dem der Fall dem Gesundheitsamt bekannt wird. Durch den Übermittlungsverzug kann es zu einer Unterschätzung der 7-Tage-Inzidenz kommen, insbesondere bei dynamischen Entwicklungen, da noch nicht alle Daten vollständig vorliegen.

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie werden die Daten aufgrund des großen Informationsbedürfnisses tagesaktuell veröffentlicht. Die Daten werden automatisiert und elektronisch übermittelt. Die anschließende Qualitätskontrolle kann dazu führen, dass Datensätze im Verlauf ergänzt oder korrigiert werden. Es kann zum Beispiel sein, dass dadurch Fälle und Todesfälle wieder aus der Berichterstattung fallen und so auch negative Differenzen zum Vortag entstehen. Die Korrektur der Daten erfolgt immer auf Ebene des Gesundheitsamtes.

Stand: 02.12.2020

Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?

In der Regel werden an Samstagen und Sonntagen weniger COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt als an anderen Tagen. Das führt dazu, dass an Sonntagen und Montagen meist deutlich geringere Fallzahlen vom RKI berichtet werden als an anderen Wochentagen.
Dies hat mehrere Gründe: Zum einen suchen am Wochenende meist weniger Personen einen Arzt auf, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an das RKI übermitteln. Gemäß IfSG ist sollte die Übermittlung, sobald die Falldefinitionen des RKI erfüllt sind, spätestens am folgenden Arbeitstag erfolgen. In der aktuellen Lage übermitteln jedoch die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich, auch am Wochenende.

Stand: 27.10.2020

Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände

Gesundheitsämter ermitteln nicht nur im Rahmen der Umgebungsuntersuchung Kontaktpersonen, die sich bei dem Fall angesteckt haben könnten, sondern erheben auch, wo sich ein Fall selbst angesteckt haben könnte (Quellensuche). Neu gemeldete COVID-19-Fälle werden hierfür vom Gesundheitsamt eingehend befragt, ob sie innerhalb der 14 Tage vor ihrem Symptombeginn Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten und wenn ja, ob sich dieser Kontakt im Haushalt, am Arbeitsplatz oder in einer medizinischen Einrichtung zugetragen hat. Diese Informationen lassen sich nicht immer ermitteln, sie liegen nur für einen Teil der Fälle vor.

Der wahrscheinliche Infektionsort wird ebenfalls erhoben und in die Meldesoftware eingegeben. Die Daten und Entwicklungen werden dienstags im Situationsbericht veröffentlicht. Tatsächlich ist es in der Praxis für Gesundheitsämter und Betroffene oft sehr schwer, den exakten Infektionsort zu bestimmen. Die Inkubationszeit ist mit bis zu 14 Tagen sehr variabel und die Symptome beginnen schleichend und sind oft unspezifisch. Übertragungen können auch von Personen ausgehen, die (noch) keine Symptome zeigen. In den 14 Tagen vor Symptombeginn kann sich ein COVID-19 Fall an vielen möglichen Orten und Umständen angesteckt haben. Eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände ist daher für sehr viele Einzelfälle nicht möglich. Die Angaben hierzu im Meldewesen sind daher nur mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten.

Gemäß Infektionsschutzgesetz soll auch übermittelt werden, ob die COVID-19-Fälle in einer für den Infektionsschutz relevanten Einrichtung betreut, untergebracht oder tätig sind. Dabei wird zwischen verschiedenen Arten von Einrichtungen unterschieden (z.B. betreut oder tätig in einer Gemeinschaftseinrichtung, einer medizinischen Einrichtung oder einer Gemeinschaftsunterkunft. Auch diese Daten erscheinen täglich im Situationsbericht.Da Angaben zu Betreuung, Unterbringung und Tätigkeit bei einem Teil der Fälle fehlen, sind die Anteile der Fälle mit einer Betreuung, Unterbringung oder Tätigkeit in den einzelnen Einrichtungen als Mindestangaben zu verstehen. Betreuung oder Tätigkeit in einer Einrichtung ist nicht gleichbedeutend mit einem Infektionsort in derselben. Aus den Angaben zur Einrichtung kann also nicht direkt auf den Infektionsort geschlossen werden – die Angaben sollen vielmehr das Gesundheitsamt frühzeitig in die Lage zu versetzen, nach Auftreten des Falls in diesen Einrichtungen Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen und z.B. durch Betretungs- oder Tätigkeitsverbote oder auch Schließungen die weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern.

Da eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände für sehr viele Einzelfälle nicht möglich ist, ist die Aufarbeitung von COVID-19-Ausbruchsgeschehen umso wichtiger. Die Gesundheitsämter ermitteln im Umfeld von Fällen, ob weitere Fälle auftreten. Solche Ausbruchsgesehen werden den Landesbehörden und dem RKI ebenfalls übermittelt. Die bisherigen Daten zeigen, dass Ausbrüche in vielfältigen Settings in Deutschland stattfinden und dass daher ein breiter Präventionsansatz mit Beachtung der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene und Alltagsmasken) in allen Lebenswelten essenziell ist, um COVID-19-Ausbrüche zu verhindern. Auswertung von Ausbrüchen sind im Epidemiologischen Bulletin 38/2020 abrufbar und werden seit dem 20.10.2020 jeden Dienstag im Situationsbericht veröffentlicht. Die Daten sind auf der Webseite verfügbar:www.rki.de/covid-19-ausbruchsdaten.

Für die zielgerichtete Prävention von COVID-19-Infektionen und -Ausbrüchen ist es wichtig zu wissen, unter welchen Bedingungen sich Infektionsübertragungen besonders leicht ereignen und Ausbrüche entstehen.

Die Ausweisung von Ausbrüchen dient in erster Linie der Erleichterung der Arbeit im Gesundheitsamt und besseren Zusammenarbeit zwischen beteiligten Gesundheitsämtern. Wie Ausbrüche in den Gesundheitsämtern als solche gekennzeichnet werden, ist sehr unterschiedlich und hängt von den Gegebenheiten vor Ort sowie der Charakteristika der Ausbrüche ab. Manchmal kann es sinnvoll sein, einen größeren Ausbruch in mehrere kleinere Cluster zu unterteilen, sodass die absolute Anzahl der übermittelten Ausbrüche nicht immer aussagekräftig ist.

Auch bei Ausbruchsgeschehen wird erfasst, in welchem Infektionsumfeld sie sich ereignen. Dabei kann zwischen Wohnstätten, Übernachtungen, Arbeitsplatz, Ausbildungsstätten, medizinischen Behandlungseinrichtungen, Betreuungseinrichtungen, Freizeit, Speisestätten, Verkehrsmitteln, und sonstigen unterschieden werden. Es sind jeweils weitere Unterteilungen möglich. Allerdings sind auch diese Angaben mit Vorsicht zu interpretieren: Die Zuordnung ist nicht immer eindeutig. Trotz der Vielzahl der Auswahlmöglichkeiten werden nicht alle Settings abgedeckt, in denen es zu Ausbrüchen kommt. Die Gesundheitsämter hatten zudem während der Krisensituation der ersten Welle aufgrund des hohen Aufkommens von Fällen häufig nicht die Kapazität, detaillierte Informationen zu Ausbrüchen zu erheben und zu übermitteln. Im Mittelpunkt stand zu dieser Zeit die Übermittlung der Fälle.

Viele Erkenntnisse zu besonderen Übertragungsrisiken werden nicht direkt aus dem Meldewesen- Surveillancedaten gewonnen, sondern aus der aktiven Beteiligung des RKI an Ausbruchsuntersuchungen, beispielsweise in Tischenreuth.

An einzelnen Ausbruchsgeschehen können Übertragungswege manchmal im Rahmen von Studien genauer nachvollzogen werden

Für weitere Informationen siehe auch „Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden an das RKI übermittelt?“.

Stand: 02.12.2020

Wie werden Todesfälle erfasst?

In die Statistik des RKI gehen die COVID-19-Todesfälle ein, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind. Das Risiko an COVID-19 zu versterben ist bei Personen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen bestehen, höher. Daher ist es in der Praxis häufig schwierig zu entscheiden, inwieweit die SARS-CoV-2 Infektion direkt zum Tode beigetragen hat. Sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind („gestorben an“), als auch Personen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war („gestorben mit“) werden derzeit erfasst. Generell liegt es immer im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob ein Fall als verstorben an bzw.mit COVID-19 ans RKI übermittelt wird oder nicht. Bei einem Großteil der an das RKI übermittelten COVID-19-Todesfälle wird „verstorben an der gemeldeten Krankheit“ angegeben.

Verstorbene, die zu Lebzeiten nicht auf COVID-19 getestet wurden, aber in Verdacht stehen, an COVID-19 verstorben zu sein, können post mortem auf das Virus untersucht werden.

Darüber hinaus wird in fast allen Bundesländern der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt gesendet. Dort kann ein Abgleich mit den Meldedaten erfolgen, wenn auf der Todesbescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist

(siehe auch "Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?").

Stand: 02.12.2020

Weiß man, wie viele COVID-19-Patienten im Krankenhaus und auf Intensivstationen behandelt werden und wie viele die akute Infektion überstanden haben?

Wie viele COVID-19-Fälle aktuell im Krankenhaus behandelt werden, kann über die Meldedaten erfasst werden und wird jeden Dienstag im Situationsbericht veröffentlicht. Allerdings liegen die Daten aktuell nicht immer vollständig vor (siehe "Wie funktioniert der Meldeweg, was ist alles meldepflichtig und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?" und Situationsbericht jeden Dienstag).

Im DIVI-Intensivregister von RKI und DIVI werden u.a. intensivmedizinisch behandelte COVID-19-Patienten erfasst: Das Register stellt tagesaktuell dar, wie viele Patienten sich deutschlandweit in intensivmedizinischer Behandlung befinden, wie viele davon beatmet werden, bei wie vielen die Behandlung abgeschlossen wurde und wie viele Patienten gestorben sind. Die Zahlen werden im täglichen Situationsbericht zusammengefasst. Ausführliche Tagesreports, Karten, Ländertabellen und Zeitreihen sind unter www.intensivregister.de abrufbar.

Informationen zu Krankenhausaufenthalten können aber auch über andere Surveillancesysteme des RKI erfasst werden, z.B. durch die Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen (ICOSARI). Seit 2015 werden am RKI – zur Bewertung der Grippewelle und anderer schwer verlaufender akuter Atemwegserkrankungen – zusätzlich Informationen aus inzwischen rund 70 Sentinelkrankenhäusern ausgewertet und in den Influenza-Wochenberichten veröffentlicht. Genutzt werden dabei insbesondere Entlassungsdiagnosen von Patienten mit Grippe, Lungenentzündungen und anderen akuten Infektionen der unteren Atemwege. Ein ICOSARI-Kurzbericht ist jeden Donnerstag im Situationsbericht zu finden.

Daten darüber, ob ein Patient die akute Infektion überstanden hat, werden nicht offiziell erhoben. Die Erhebung ist auch nicht gesetzlich vorgesehen. Das RKI schätzt die Zahl dieser Genesenen und stellt sie täglich auf dem RKI-Dashboard (https://corona.rki.de) und im Situationsbericht zur Verfügung. Berücksichtigt werden die Angaben, ob ein COVID-19-Fall verstorben ist und ob Angaben zur Hospitalisierung vorliegen. In Abhängigkeit von Erkrankungsbeginn bzw. Meldedatum feste Zeitintervalle addiert, wobei angenommen wird, dass der Großteil der Personen in diesem Zeitraum bereits wieder genesen ist. Der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen berücksichtigt jedoch nicht, ob ggf. Spätfolgen der Erkrankung vorliegen, weil diese Daten nicht regulär im Meldesystem erfasst werden.

Stand: 24.11.2020

Was ist der Unterschied zwischen den COVID-19-Meldedaten nach IFSG und SARS-CoV-2-Nachweisen aus dem Sentinel der Arbeitsgemeinschaft Influenza?

Bei den SARS-CoV-2-Meldedaten nach IfSG handelt es sich um alle Infektionen in ganz Deutschland, die im Labor bestätigt, an die Gesundheitsämter gemeldet und ans RKI übermittelt wurden. Diese Zahlen sind die vom RKI täglich publizierten Fallzahlen für Deutschland (siehe auch"Was ist alles meldepflichtig?" und "Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden an das RKI übermittelt?" sowiewww.rki.de/covid-19-fallzahlen oder das Dashboard).

Die virologische Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) hingegen erfolgt seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit einem kleinen Teil der niedergelassenen Ärzteschaft in Deutschland (gut 100 primärversorgende Arztpraxen, so genannte Sentinelpraxen). Diese Arztpraxen werden gebeten, wöchentlich von maximal drei ihrer Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen Nasen- und Rachenabstriche durchzuführen und an das RKI einzusenden. Somit wird nur eine kleine Stichprobe aus der deutschen Bevölkerung erfasst. Im RKI werden die eingesandten Nasen- und Rachenabstriche auf verschiedene respiratorische Erreger untersucht, darunter auf Influenzaviren und seit Mitte Februar auch auf SARS-CoV-2. Ziel ist es, die zirkulierenden respiratorischen Viren zu erfassen und daraus Schlussfolgerungen in Bezug auf die Gesamtbevölkerung zu ziehen. Die Ergebnisse werden wöchentlich auf der AGI-Homepage unter https://influenza.rki.de, aber auch jeden Donnerstag imSituationsbericht zu COVID-19 veröffentlicht.

Stand: 16.11.2020

Warum bilden sich die COVID-19-Wellen bisher nicht bei GrippeWeb ab?

GrippeWeb ist ein Online-Portal des Robert Koch-Instituts, das 2011 online ging und die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland direkt aus der Bevölkerung beobachtet (https://grippeweb.rki.de). GrippeWeb gehört zu den syndromischen Überwachungssystemen. Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die idealerweise wöchentlich online melden, geben an, ob sie eine neu aufgetretene Atemwegserkrankung hatten mit Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber, oder ob dies nicht der Fall war. Derzeit melden etwa 6.500 bis 8.500 Teilnehmende pro Woche.
Bei GrippeWeb werden Symptome abgefragt, die auch bei Covid-19 beobachtet werden. Deshalb wären aufgetretene Covid-19-Erkrankungen – ob als solche (labor-)diagnostiziert oder nicht – ebenfalls inbegriffen. Eine Abfrage, ob bestimmte Atemwegserreger nachgewiesen wurden, ist im GrippeWeb-System bisher nicht enthalten.

Es werden bei GrippeWeb folgende Definitionen benutzt:

  • Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) sind neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen mit Fieber ODER Husten ODER Halsschmerzen;
  • grippeähnliche Erkrankungen (influenza-like illness; ILI) sind neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen mit Fieber UND (Husten ODER Halsschmerzen). Somit gehören alle ILI auch zu den ARE.

Die "Covid-19-Wellen" (im März/April 2020 sowie im September/Oktober 2020) bilden sich bei GrippeWeb in den ARE- und ILI-Raten bisher nicht ab, da sich die COVID-19-Fallzahlen noch in einer Größenordnung bewegen, die noch unterhalb des "syndromischen Radars" liegt. Hinzukommt, dass durch die Einhaltung der AHA(+L)-Regeln

(Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen und Lüften) von vielen Bürgerinnen und Bürgern, ganz allgemein das Ansteckungsrisiko für viele Atemwegserkrankungen deutlich reduziert wird. Letzteres spiegelt sich in den im Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren ARE- und ILI-Raten wider.

Beispielrechnung:
In der 50. KW 2020 lag die ARE-Rate bei GrippeWeb bei 3,4 % (Stand: 05.01.2021).
Angenommen: Bei im Durchschnitt 22.000 Sars-CoV-2-Fällen pro Tag, die nach IfSG von den Gesundheitsämtern gemeldet werden, ergibt das 154.000 Sars-CoV-2-Fälle pro Woche. Wenn man davon ausgehen würde, dass alle Fälle mit Sars-CoV-2-Nachweis symptomatisch sind und zusätzlich die Untererfassung beispielsweise mit dem Faktor 3 korrigiert wird (in Deutschland - je nach Studie – macht das einen Faktor 2 bis 5 aus), dann wären es in Spitzenwochen 462.000 Covid-19-Fälle. Das entspricht auf die Bevölkerung in Deutschland (ca. 83 Mio.) gerechnet rund 0,5 %. Das heißt, dass bei einer ARE-Rate von 3,4 % (GrippeWeb) die Covid-19-Erkrankungen mit 0,5 % nur ein kleiner Teil sind, über 80% der ARE, die durch andere Atemwegserreger verursacht werden.

Es gibt am RKI verschiedene Überwachungssysteme, die sich gegenseitig ergänzen. Wenn eine Erkrankung wie COVID-19 so häufig auftritt, dass sie auf Bevölkerungsebene wahrnehmbar ist, dann sind die Überwachungssysteme wie GrippeWeb (und auch die Arbeitsgemeinschaft Influenza (https://influenza.rki.de)

wichtig, um ihren Verlauf zu verfolgen. In der gegenwärtigen Lage ist aber zur Beobachtung der COVID-19-Erkrankungen das Meldesystem am besten geeignet.

Stand: 14.01.2021

Wieso unterscheidet sich die Anzahl der COVID-19 Fälle aus dem ICOSARI-Krankenhaus-Sentinel von der Anzahl Intensivpatienten mit COVID-19 aus dem DIVI-Intensivregister?

ICOSARI (ICD-10-Code basierte Krankenhaussurveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen) ist ein System des RKI zur syndromischen Surveillance von akuten Atemwegserkrankungen (siehe Fachwörterbuch Infektionsschutz, „Syndromische Surveillance”, Seite 124) und berichtet analog zu anderen Systemen der syndromischen Surveillance auf Bevölkerungsebene (GrippeWeb) und auf Arztebene (AGI/SEED) seit 2017 über neu aufgetretene Atemwegserkrankungen bzw. Neuaufnahmen im Krankenhaus (siehe auchInfluenza-Saisonbericht 2018/19). Diese Surveillance-Systeme werden in Ergänzung zum Meldesystem und dem DIVI-Intensivregister geführt.

Im Rahmen des ICOSARI-Krankenhaus-Sentinels berichtet das RKI über wöchentliche Neuaufnahmen von Patienten mit einer schweren akuten respiratorischen Infektion (SARI-Patienten) in ca. 70 Sentinel-Krankenhäusern (etwa 5-6% der Krankenhaus-Patienten mit einer SARI in Deutschland). Ziel ist die Bewertung der Krankheitsschwere von schweren akuten respiratorischen Erkrankungen einschließlich COVID-19-Erkrankungen und Influenza sowie die Ermittlung der Krankheitslast im stationären Sektor nach Saison bzw. nach Kalenderwoche. Im DIVI-Intensivregister sollen dagegen tagesgenau die momentan in ca. 1.300 Akutkrankenhäusern intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Patienten und beatmeten Patienten abgebildet werden. Mit Hilfe der Echtzeiterfassung soll deutschlandweit die Auslastung der Intensivstationen mit COVID-19-Patienten bewertet werden.

Stand: 18.11.2020

Klinische Aspekte (Stand: 27.11.2020)

Welche Gruppen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf betroffen?

Ist man nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion immun?

Informationen zur Immunität nach einer SARS-CoV-2-Infektion sind im Steckbrief abrufbar.

Stand: 06.10.2020

Was ist über COVID-19 bei Kindern und Jugendtlichen bekannt?

Informationen dazu sind im Steckbrief zu COVID-19 abrufbar, Abschnitt "Kinder und Jugendliche".

Stand: 16.11.2020

Was ist über COVID-19 bei Schwangeren bekannt?

Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft sind im  Steckbrief zu COVID-19 im Abschnitt "Demografische Faktoren, Symptome und Krankheitsverlauf" abrufbar.

Umfangreiche Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft, darunter FAQ und Kreißsaal-Empfehlungen, stellt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Verfügung.

Stand: 16.11.2020

Ist die Blutgruppe ein Risikofaktor für COVID-19?

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die ABO-Blutgruppe einen Einfluss auf das individuelle Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 haben kann. Dies betrifft sowohl die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, als auch die Schwere der Symptome. Die Studien zur Blutgruppe als Risikofaktor für eine COVID-19-Erkrankung zeigen allerdings keine einheitlichen Ergebnisse und werden noch intensiv diskutiert.

Welche Faktoren im Einzelnen dazu beitragen können, dass die Blutgruppe eine Rolle bei Infektion und Verlauf spielen, ist nicht geklärt. Hier besteht weiter Forschungsbedarf.

Stand: 21.10.2020

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für eine COVID-19-Erkrankung zur Verfügung?

Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) beim Robert Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Hinweise zur Therapie von COVID-19 ebenso wie die verschiedenen Fachgesellschaften.

Informationen zu den von BfArM und PEI genehmigten klinischen Prüfungen finden Sie im Europäischen "Clinical Trials Register" sowie auf der Internetseite desDeutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).
Weitere Hinweise sind auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu finden.

Stand: 25.11.2020

Infektionsschutzmaßnahmen (Stand: 14.01.2021)

Warum sind bai SARS-CoV-2/COVID-19 solche weitreichenden Maßnahmen erforderlich?

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um ein neuartiges Virus, das ansteckend ist, eine neue, teils schwer verlaufende Krankheit (COVID-19) verursacht und gegen das es keine oder nur begrenzte Immunität in der Bevölkerung gibt. Viele Eigenschaften des Virus sind noch nicht ausreichend bekannt, etwa wie Patienten optimal zu behandeln sind, welche Langzeitfolgen eine Erkrankung hervorrufen kann und wie häufig solche Langzeitfolgen sind. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf steigt mit zunehmendem Alter an - aber auch jüngere Erwachsene und Personen ohne Vorerkrankungen können schwer erkranken. Auch die mitunter sehr lange Dauer, für die manche Patienten künstlich beatmet werden müssen, unterscheidet COVID-19 von anderen akuten Atemwegserkrankungen. An Impfstoffen wird weltweit unter Hochdruck gearbeitet. Erste Impfstoffe sind bereits zugelassen, es steht jedoch noch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung. Ende Dezember 2020 wurde in Deutschland mit ersten Impfungen begonnen (sieheInformationen zur COVID-19-Impfung, darunter Antworten auf häufig gestellte Fragen).

Das Virus kann bereits übertragen werden, bevor die Infizierten die Symptome entwickeln oder bei sehr geringer Symptomatik – das macht es schwer, seine Ausbreitung zu kontrollieren. Es kommt auch immer wieder zu großen Ausbrüchen mit vielen Fällen, darunter auch sogenannte Superspreading-Ereignisse, bei denen sich viele Menschen auf einmal anstecken.

Eine Studie mit Daten von 10.000 hospitalisierten COVID-Patienten in Deutschland (Lancet Resp Med., 28.7.2020) und eine Auswertung der Daten im Journal of Health Monitoring vom 18.11.2020 zeigen, wie gefährlich es werden kann, wenn man sich mit SARS-CoV-2 infiziert.

Durch die aktuell sehr hohen Fallzahlen ist auch die Zahl der schweren Verläufe, der Patienten auf Intensivstationen und der Todesfälle derzeit sehr hoch. Das Gesundheitswesen ist teilweise überlastet, planbare Operationen sind oft nicht mehr möglich.

Bislang sind in Deutschland über 30.000 mit SARS-CoV-2 infizierte Personen gestorben - und das trotz der teils einschneidenden Gegenmaßnahmen in den vergangenen Monaten. Erste Auswertungen zur Übersterblichkeit in Deutschland veröffentlicht das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen wurden im November 2020 bundesweit 11 % mehr Sterbefälle registriert als im Durchschnitt der Vorjahre, in Sachsen waren es im November 2020 sogar 39 % mehr Sterbefälle.

Die Bewältigung der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es ist notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert. Ziel ist, die Zahl der Neuinfektionen auf ein Level zu bringen, mit dem Gesundheitsämter, Praxen und Kliniken umgehen können. Nur wenn jede und jeder Einzelne Kontakte reduziert, die AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmasken in bestimmten Situationen tragen und lüften, siehe auch„Wie kann man sich bzw. seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen?“) einhält und bei akuten Atemwegssymptomen zu Hause bleibt, kann die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 verlangsamt werden. Darüber hinaus werden – angepasst an die Situation - weitere Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung zu verlangsamen und eine weitere Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern.

Siehe auch „COVID-19: Die Pandemie in Deutschland in den kommenden Monaten – Ziele, Schwerpunkte und Instrumente für den Infektionsschutz".

Stand: 06.01.2021

Wie kann man sich bzw. seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen?

Zu den wichtigsten Maßnahmen in der Bevölkerung zählen Kontakte reduzieren, die AHA+L-Regeln beachten (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmasken in bestimmten Situationen tragen und lüften und bei akuten Atemwegssymptomen zu Hause bleiben. Umfassende Informationen zu Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor COVID-19 stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit.

Stand: 16.11.2020

Welche Rolle spielen die Impfungen gegen COVID-19, Impfungen im Rahmen der Pandemie und was gild es beim Impfen zu beachten?

In Deutschland wurde Ende Dezember mit Impfungen gegen COVID-19 begonnen. Antworten rund um das Thema, darunter zur Impfempfehlung der STIKO, zu Zugang und Verteilung und zum Impfquotenmonitoring sind in den FAQ zu COVID-19 und Impfen und COVID-19-Impfseite des RKI zu finden.

Stand: 06.01.2021

Welchen Vorteil bringt Abstand halten bzw. die Beschränkung sozialer Kontakte?

Die Beschränkung sozialer Kontakte soll Übertragungsketten und die Ausbreitung von SARS-Cov-2 in Deutschland verlangsamen. Eine interaktive Grafik zum Effekt der Gruppenverkleinerung ist hier zu finden. Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2. Siehe auch „Warum sind bei SARS-CoV-2/COVID-19 solche weitreichenden Maßnahmen erforderlich?“.

Stand: 20.10.2020

Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit zu beachten

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum als einen weiteren Baustein, um den Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren und somit Risikogruppen zu schützen. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein relevanter Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt, d.h. zu einem Zeitpunkt vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen.

Eine teilweise Reduktion der unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpfchen durch das Tragen von MNB könnte auf Populationsebene zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen. Dies betrifft die Übertragung im öffentlichen Raum, wo mehrere Menschen zusammentreffen und sich länger aufhalten (z.B. Arbeitsplatz) oder der physische Abstand von mindestens 1,5 m nicht immer eingehalten werden kann (z.B. Einkaufssituation, öffentliche Verkehrsmittel). Dies gilt auch bei Menschenansammlungen im Freien, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten wird. Das Tragen von MNB im öffentlichen Raum kann vor allem dann im Sinne einer Reduktion der Übertragungen wirksam werden, wenn möglichst viele Personen eine MNB tragen.

Das Tragen einer MNB trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen (Fremdschutz). Wichtig ist hierbei, dass Mund und Nase bedeckt sind. Für diesen Fremdschutz durch MNB gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Fremdschutzwirkung der MNB durch Ausatemventile reduziert wird. MNB mit Ausatemventil sind daher für die hier angestrebte Bestimmung grundsätzlich weniger geeignet. Der Eigenschutz durch MNB ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

MNB bestehen meist aus handelsüblichen, unterschiedlich eng gewebten Baumwollstoffen und entsprechen in ihrer Funktionsweise am ehesten einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz (MNS). Sie sind jedoch i.d.R. keine Medizinprodukte und unterliegen nicht entsprechenden Prüfungen oder Normen. Beim Einsatz von MNB ist es essentiell, auf eine hygienisch einwandfreie Handhabung und Pflege zu achten.

Eine Übersicht über die verschiedenen Maskenarten, ihre Eigenschaften und Verwendungszweck sowie Hinweise zur Handhabung und Pflege von Mund-Nasen-Bedeckungen gibt auch das BfArM. Die BZgA stellt ein Infomationen für Bürger zum Thema zur Verfügung.

Der Einsatz von MNB kann andere zentrale Schutzmaßnahmen, wie die (Selbst-)Isolation von Infizierten, die Einhaltung der physischen Distanz von mindestens 1,5 m und von Hustenregeln und Händehygiene, sowie die Notwendigkeit des Lüftens nicht ersetzen, sondern ergänzt diese. Das situationsbedingte generelle Tragen von MNB (oder von MNS, wenn die Produktionskapazität dies erlaubt) in der Bevölkerung ist ein weiterer Baustein, um Übertragungen zu reduzieren (AHA-Regeln).

Für weitere Informationen siehe auch „Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum als weitere Komponente zur Reduktion der Übertragungen von COVID-19“.

Stand: 20.10.2020

Welche Funktion bzw. Einsatzbereiche haben FFP2-Masken außerhalb der Indikationen des Arbeitsschutzes?

Das Tragen von FFP2-(bzw. FFP3-)Masken durch geschultes und qualifiziertes Personal wird z.B. im medizinischen Bereich im Rahmen des Arbeitsschutzes vorgeschrieben, wenn patientennahe Tätigkeiten mit erhöhtem Übertragungsrisiko durch Aerosolproduktion, z.B. eine Intubation, durchgeführt werden. Siehe hierzu auch die „Empfehlungen der BAuA und des ad-Hoc AK „Covid-19“ des ABAS zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2“.

Beim bestimmungsgemäßen Einsatz von FFP2-Masken muss eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung im Voraus angeboten werden, um durch den erhöhten Atemwiderstad entstehende Risiken für den individuellen Anwender medizinisch zu bewerten. Der Schutzeffekt der FFP2-Maske ist nur dann umfassend gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzend (d.h. passend zur Gesichtsphysiognomie und abschließend auf der Haut, Nachweis durch FIT-Test) getragen wird. Bei der Anwendung durch Laien ist ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen MNS hinaus daher nicht zwangsläufig gegeben. In den „Empfehlungen der BAuA und des ad-Hoc AK „Covid-19“ des ABAS zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2“ werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen.

Gemäß Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, i.d.R. 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause), um die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand zu minimieren. Bedingt durch den zweckbestimmten, zielgerichteten Einsatz sind keine Untersuchungen zu den gesundheitlichen, ggf. auch langfristigen Auswirkungen der Anwendung von FFP2-Masken außerhalb des Gesundheitswesens z.B. bei vulnerablen Personengruppen oder Kindern verfügbar. Bei Gesundheitspersonal sind Nebenwirkungen wie z.B. Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis infolge des abschließenden Dichtsitzes beschrieben. Beim Einsatz bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen.

Die Anwendung durch Laien, insbesondere durch Personen, die einer vulnerablen Personengruppe angehören (z.B. Immunsupprimierte) sollte grundsätzlich nur nach sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Wirkungen erfolgen. Sie sollte möglichst ärztlich begleitet werden, um über die Handhabung und Risiken aufzuklären, einen korrekten Dichtsitz zu gewährleisten, die für den Träger vertretbare Tragedauer unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festzulegen und gesundheitliche Risiken/Folgen zu minimieren. Weiterhin sollten FFP2-Masken grundsätzlich nicht mehrfach verwendet werden, da es sich i.d.R. um Einmalprodukte handelt.

Es ist darauf hinzuweisen, dass im Kontext der allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen das Tragen einer Alltagsmaske eine wichtige Maßnahme darstellt, die allerdings einzeln angewendet nicht so effektiv sein kann wie die Kombination von mehreren Maßnahmen im Sinne eines Maßnahmenbündels. Deshalb sollte der Einsatz von Masken nicht dazu führen, dass andere Komponenten der AHA+L-Regeln vernachlässigt werden oder sogar Risiken bewusst in Kauf genommen werden (z.B. durch Erhöhung der Personendichte in geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung, oder Erhöhung der Zahl der nicht zwingend erforderlichen Kontakte).

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass bei fortschreitendem Infektionsgeschehen es zudem nicht auszuschließen ist, dass es wie zu Beginn der Pandemie zu Engpässen in der Versorgung mit FFP-Masken im Gesundheitswesen, kommen könnte. Siehe auch die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie.

In der Allgemeinbevölkerung ist die Mund-Nasen-Bedeckung eine akzeptierte, verfügbare und einfach zu handhabende Maßnahme (siehe auch die FrageWas ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit zu beachten?).

Stand: 18.11.2020

Ist der Einsatz von Visieren anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum sinnvoll?

Die Verwendung von Visieren anstelle von MNB (siehe "Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit zu beachten?") wird derzeit bereits von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen. Gemäß den Hinweisen des BfArM für Anwender zur Handhabung von „Community-Masken“ (MNB) muss die MNB richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten zu minimieren. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass fest gewebte Stoffe in diesem Zusammenhang besser geeignet sind als leicht gewebte Stoffe.

Gemäß den Hinweisen des BfArM für Anwender zur Handhabung von "Community-Masken" (MNB) muss die MNB richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten zu minimieren. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass fest gewebte Stoffe in diesem Zusammenhang besser geeignet sind als leicht gewebte Stoffe.


Durch das Tragen einer MNB können gemäß BfArM die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden. Visiere dagegen könnten i.d.R. maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen.

Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist.

Zusätzlich möchten wir auf die Zuständigkeit der Länder bezüglich der konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen zur Infektionsprävention hinweisen.

Unbenommen bleibt hiervon der bestimmungsgemäße Einsatz von Visieren in Verbindung mit Atemschutz insbesondere bei aerosolproduzierenden Maßnahmen in Einrichtungen des Gesundheitswesens als Teil der persönlichen Schutzausrüstung.

Stand: 04.09.2020

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?

Nach derzeitigen Erkenntnissen erfolgt die Übertragung von SARS-CoV-2 bei direktem Kontakt über z.B. Sprechen, Husten oder Niesen (sieheSteckbrief zu COVID-19 > Übertragungswege).

In der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle, wobei der Übergang zwischen den beiden Formen fließend ist. Durch das Einhalten eines Abstands von mehr als 1,5 m kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissen Umfang auch Aerosolen verringert werden.

Eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole ist in bestimmten Situationen über größere Abstände möglich, z.B. wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommt. Das passiert insbesondere beim Sprechen mit steigender Lautstärke, aber auch beim Singen oder ggf. auch bei sportlicher Aktivität. Inwieweit es hier zur Übertragung kommen kann, ist noch nicht abschließend untersucht, jedoch ist es unter anderem zu Übertragungen von COVID-19 im Zusammenhang mit Chorproben und in einem Fitnesskurs gekommen. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist es daher ratsam, derartige Situationen zu vermeiden.

Generell können Aerosole durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen abgereichert werden. Übertragungen von SARS-CoV-2 im Freien über Distanzen von mehr als 1,5 m und die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen sind bisher nicht beschrieben. Das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m und die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen werden auch im Freien empfohlen, um eine direkte Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen zu minimieren

Siehe dazu auch "Was ist beim Lüften zu beachten?"

Stand: 20.10.2020

Was ist beim Lüften zu beachten?

Umfangreiche Informationen und Hinweise zur Lüftung und zu zentralen Lüftungs- und Klimaanlagen zur Reduktion von Aerosolen in Innenräumen gibt die mit dem RKI abgestimmte Stellungnahme der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (UBA).
Zudem haben die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA Empfehlungen erarbeitet, wie sich durch richtiges Lüften das Infektionsrisiko in Schulen reduzieren lässt (siehe Handreichung sowie Infografik).
Siehe auch "Können Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte andere Hygienemaßnahmen ersetzen?".

Stand: 21.10.2020

Können Luftreinigungsgeräte bzw. mobile Luftdesinfektionsgeräte andere Hygienemaßnahmen ersetzen?

Generell ist das Risiko der Übertragung von SARS-CoV-2 im Nahfeld und bei längerem und engerem Kontakt am höchsten. Bei längerem Aufenthalt in z.B. kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, kann eine Übertragung durch infektiöse, kleine luftgetragene Partikel (Aerosole) auch über eine größere Distanz als 1,5 m erfolgen. Solche Aerosole können am besten durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft (oder durch eine entsprechende Filtrierung) in Innenräumen reduziert bzw. entfernt werden (siehe auch„Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2?“).

Gegenwärtig werden als mögliche Maßnahme unterschiedlichste (mobile) Geräte angeboten, welche eine Reinigung bzw. eine Desinfektion der Raumluft erwirken sollen. Durch den Einsatz dieser Geräte soll eine Übertragung von SARS-CoV-2 in Innenräumen verhindert werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Techniken und Konzepten, z.B. dem Einsatz von Luftfiltern bzw. Vernebelungs- oder Strahlungstechniken, sowie zur Effizienz des Luftaustausches sind u.a. in derStellungnahme "Das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 in Innenräumen lässt sich durch geeignete Lüftungsmaßnahmen reduzieren" des Umweltbundesamtes (UBA) zu finden.

Die Kommission für Innenraumlufthygiene am UBA hat am 17.11.2020 zu Luftreinigern an Schulen Stellung genommen.

In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu betonen, dass selbst eine effiziente Abreicherung (Reduzierung) von Aerosolen in der Raumluft das Risiko einer Übertragung im Nahfeld, z.B. bei face-to-face Kontakt bei einem Abstand von < 1,5 m nicht effektiv verringern kann. Darüber hinaus sind einige wichtige Fragen noch ungelöst, wie z.B. die tatsächliche Wirksamkeit bei der praktischen Anwendung, die gesundheitliche Unbedenklichkeit der eingesetzten Substanzen bzw. Verfahren oder die ausreichende Verteilung eines desinfizierenden Agens bzw. der gefilterten/desinfizierten Luft im gesamten Raum. Auch das Risiko einer indirekten Übertragung über (durch Tröpfchen) kontaminierte Oberflächen kann durch den Einsatz solcher Geräte nicht reduziert werden (siehe auch(siehe auch „Hinweise zu Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie“).

Die falsche Annahme, dass bei Einsatz eines bestimmten Gerätes innerhalb eines Raumes auf weitere Maßnahmen z.B. die Einhaltung von Abstandsregeln oder das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden kann, sollte unbedingt vermieden werden. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Einsatz solcher Geräte nicht zu einem Gefühl der „falschen Sicherheit“ führt, und dass die empfohlenen infektionspräventiven Maßnahmen (AHA+L-Regel) weiterhin befolgt werden.

Stand: 24.11.2020

Was ist aus Sicht des Infektionsschutzes im Schulumfeld zu beachten?

Das RKI hat Empfehlungen zu Präventionsmaßnahmen in Schulen veröffentlicht. Zum Thema Lüften siehe auch „Was ist beim Lüften zu beachten?“
SARS-CoV-2-Testkriterien für Schulen während der COVID-19-Pandemie sind hier zu finden.

Stand: 20.10.2020

Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?

Die innere Leichenschau kann wertvolle Erkenntnisse liefern, die zum Verständnis der COVID-19-Erkrankung beitragen. Sie kann aber auch nicht in allen Fällen abschließende Gewissheit geben.

Der Umgang mit infektiösen Verstorbenen ist in den Seuchen- und Infektionsalarmplänen, den Bestattungsgesetzen der Bundesländer und der Information 214-021 der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung „Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen“ geregelt .

Das RKI hat "Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen, die beim Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen zu beachten sind" veröffentlicht. Diese Empfehlungen richten sich an Ärztinnen/Ärzte, die eine äußere Leichenschau vornehmen und an sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter.

Weitere Informationen zum Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen finden Sie in den entsprechenden Hinweisen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).

Stand: 15.05.2020

Was müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der COVID-19-Pandemie beachten, welche Verpflichtungen haben Arbeitgeber?

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Rechte und Pflichten bei der Arbeit sind beim zuständigenBundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zu finden. Das BMAS gibt auch arbeitsmedizinische Empfehlungen zum Umgang mit aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie besonders schutzbedürftigen Beschäftigten. Auch das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) stellt Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Verfügung.

Stand: 27.07.2020

Was ist bei Reisen zu beachten?

Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 10 Tage vor Einreise in einem durch AA, BMG und BMI eingestuften Risikogebiet aufgehalten haben, grundsätzlich eine Pflicht zur unverzüglichen Absonderung gemäß den Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer (siehe auch die Informationen für Reisende). Zusätzlich ist seit dem 08. November 2020 eine Digitale Einreiseanmeldung (DEA) auszufüllen. Weitere Informationen zur Digitalen Einreiseanmeldung finden Sie auch auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums.

Die Bundesregierung prüft fortlaufend, inwieweit Gebiete als Risikogebiete einzustufen sind. Daher kann es auch zu kurzfristigen Änderungen, insbesondere zu einer Erweiterung dieser Liste, kommen.

Informationen für Reisende u.a. in Risikogebiete gibt die Bundesregierung. Für weitere Informationen diesbezüglich siehe das Schreiben der BMG für Reisende sowie dieFAQ des BMG zum Thema.

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtige Amt gegeben. Dieses hat eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen in Staaten außerhalb der EU/Schengen-Gebiete und teilweise auch einige Staaten/Regionen innerhalb der EU ausgesprochen. Das Robert Koch-Institut gibt hier keine Empfehlungen und bietet keine reisemedizinische Beratung an.


Stand: 14.01.2021

Besteht die Gefahr, sich über importierte Lebensmittel, Oberflächen oder Gegenstände mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) anzustecken?

Fragen zu Übertragungsrisiken durch Lebensmittel und Gegenstände beantwortet das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich. Informationen zur Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 Viren in der Umwelt gibt das Umweltbundesamt (UBA). Das RKI hat keine Aufgaben in dem Bereich.


Stand: 14.01.2021

Welche Empfehlungen gibt es für den Umgang mit Haustieren?

Empfehlungen zum Umgang mit Haustieren und Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt das Friedrich-Löffler-Institut.
Stand: 27.04.2020

Kontaktpersonen und Quarantäne (Stand: 03.12.2020)

Was versteht man unter Isolierung, was unter Quarantäne und welchen Zweck haben diese?

Eine Isolierung oder Quarantäne soll durch Reduktion von Kontakten zu anderen Personen die Verbreitung eines Krankheitserregers, z.B. des SARS-CoV-2 Virus, verhindern.
Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Patienten mit bestätigter SARS-CoV-2 Infektion. Sie kann je nach Schweregrad der Erkrankung sowohl häuslich (siehe Flyer für Patienten und Angehörige) als auch stationär erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach bestimmten Kriterien, i.d.R. wenn von einer Weiterverbreitung nicht mehr auszugehen ist.
Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus ausscheiden. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen (siehe auch das Merkblatt für häusliche Quarantäne).

Siehe auch „Abwägung der Dauer von Quarantäne und Isolierung bei COVID-19“,EpidBull 39/2020.

Stand: 13.11.2020

Wann muss man in Quarantäne?

Eine Quarantäne (häusliche Absonderung) wird dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat, so genannte Kontaktperson der Kategorie I. Ein solches Risiko kann prinzipiell auf zweierlei Weise vorliegen:

  1. enger Kontakt zu einer wahrscheinlich infektiösen Person innerhalb von 1,5 Meter, im allgemeinen im Rahmen eines längeren Sprechkontaktes;
  2. Kontakt unabhängig vom Abstand, wenn davon auszugehen ist, dass eine hohe Konzentration infektiöser Aerosole im Raum vorlag.


Die Beurteilung des Ansteckungsrisikos und damit die Anordnung und Aufhebung der Quarantäne obliegt im Einzelfall dem zuständigen Gesundheitsamt.

Das RKI empfiehlt für enge Kontaktpersonen der Kategorie I eine häusliche Absonderung (Quarantäne) für 14 Tage - gerechnet ab dem letzten Tag des Kontaktes zu einer zu dem Zeitpunkt infektiösen Person. Die Quarantäne kann auf 10 Tage verkürzt werden, wenn ein negativer SARS-CoV-2-Test (PCR- oder Antigentest) vorliegt; der Test darf frühestens am zehnten Tag der Quarantäne durchgeführt werden.

Bei medizinischem Personal gibt es die Möglichkeit, die Empfehlungen bei Personalmangel anzupassen, siehe Optionen zu vorzeitigen Tätigkeitsaufnahme von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern bei relevantem Personalmangel.

Für weitere Informationen siehe auch RKI-Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen.

Stand: 03.12.2020

Gilt für Einreisende aus Risikogebieten die Quarantänepflicht, wenn diese zuvor eine molekulardiagnostisch nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion hatten und wieder als genensen gelten?

Bei Personen, die nachweislich eine molekulardiagnostisch nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion hatten und wieder als genesen gelten, kann nach aktuellem Kenntnisstand von einer partiellen Immunität ausgegangen werden. Obwohl eine erneute Ansteckung und ein damit einhergehendes Übertragungsrisiko auf andere Personen nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, ist bei diesen Personen dennoch keine Quarantäne erforderlich. Nach Einreise aus einem Risikogebiet oder Exposition zu einem COVID-19 Fall soll daher ein Selbstmonitoring und bei Auftreten von Symptomen eine sofortige Selbst-Isolation und Testung erfolgen. Informationen zur Anerkennung von molekularbiologischen Testen auf SARS-CoV-2 bei Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland finden sich hier.
Bei positivem Test wird die Person wieder zu einem Fall. In dieser Situation sollten alle Maßnahmen ergriffen werden wie bei sonstigen Fällen auch (inkl. Isolation).

Stand: 26.11.2020

Was versteht man unter Kontaktpersonennachverfolgung, was müssen Kontaktpersonen beachten?

Eine Ausbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland soll so weit wie möglich verlangsamt und Krankheitsfälle verhindert werden. Hierfür ist es notwendig, die Kontaktpersonen von labordiagnostisch bestätigten Infektionsfällen zu identifizieren und – je nach individuellem Infektionsrisiko – ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Inkubationszeit (14 Tage) zu beobachten. Enge Kontaktpersonen müssen in häusliche Quarantäne (siehe auch "Wann muss man in Quarantäne?"). Das Testen asymptomatischer Kontaktpersonen ist eine Einzelfallentscheidung nach Maßgabe des zuständigen Gesundheitsamtes. Ein negatives Testergebnis ersetzt jedoch nicht die (Selbst-)Beobachtung auf Symptome, auch die Quarantänezeit wird durch ein negatives Testergebnis nicht verkürzt.

Falls die Kontaktperson früher bereits selbst ein laborbestätigter Fall war, ist keine Quarantäne erforderlich. Die Kontaktperson sollte sich selbst beobachten und beim Auftreten von Symptomen sofort selbst isolieren und testen lassen. Bei positivem Test wird die Kontaktperson wieder zu einem Fall. In dieser Situation sollten alle Maßnahmen ergriffen werden wie bei sonstigen Fällen auch (inkl. Isolation).

Zum Management von Kontaktpersonen gibt das RKI umfangreiche Empfehlungen. Für die Herbst- und Wintersaison 2020/21 gibt es zudem eine Orientierungshilfe für Gesundheitsämter, Fachöffentlichkeit und Betroffene.

Die bisweilen sehr zeitaufwändige Ermittlung und Beobachtung der Kontaktpersonen ist Aufgabe des zuständigen Gesundheitsamts. Das Gesundheitsamt legt im Einzelfall auch das konkrete Vorgehen für Kontaktpersonen fest. Die Empfehlungen des RKI können durch das zuständige Gesundheitsamt unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele an die Situation vor Ort angepasst werden. Das Isolieren von Erkrankten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist seit Beginn des Corona-Geschehens in Deutschland eine zentrale Säule der Bekämpfungsstrategie (siehe auch www.rki.de/covid-19, Abschnitt „Strategie und Krisenpläne“).

Um Gesundheitsämter bei der Kontaktenachverfolgung zu unterstützen hat das Robert Koch-Institut im Frühjahr 2020 rund 500 so genannte Containment Scouts ausgebildet (siehe Frage „Was ist ein Containment Scout?“).

Stand: 13.11.2020

Wie funktioniert die Corona Warn-App?

Seit dem 16.06.2020 ist die deutsche Corona-Warn-App verfügbar. Die App wird vom Robert Koch-Institut für die Bundesregierung herausgegeben. Ein zentraler Bestandteil der Bekämpfung jeder Pandemie ist das Unterbrechen der Infektionsketten. Die Corona-Warn-App kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten und die zentrale Arbeit der Gesundheitsämter beim Nachverfolgen der Kontakte unterstützen. Das RKI nimmt bei der Corona-Warn-App eine Doppelrolle ein: Es leistet einen fachlichen Beitrag bei der Ausgestaltung der App und ist als Herausgeber auch dafür verantwortlich, die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit sorgfältig zu prüfen.

Weitere Informationen, darunter Antworten auf häufig gestellte Fragen und aktuelle Kennzahlen der App (z.B. Downloadzahlen) sind unter www.rki.de/covid-19-warnapp und www.coronawarn.app/de abrufbar.

Stand: 16.09.2020

Was ist ein Containment Scout?

Um Infektionsketten zu unterbrechen und eine weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, ist es essentiell, Kontaktpersonen von bestätigten COVID-19-Fällen zu ermitteln und nachzuverfolgen (siehe „Was versteht man unter Kontaktpersonennachverfolgung, wie wird diese durchgeführt und welchen Zweck hat eine Quarantäne/häusliche Absonderung?"). Für diese personal- und zeitaufwändige Aufgabe ist das Gesundheitsamt vor Ort zuständig.

Um Gesundheitsämter dabei zu unterstützen, hat das Bundesverwaltungsamt im Auftrag des Robert Koch-Instituts ab Frühjahr 2020 rund 500 so genannte Containment Scouts eingestellt. Das sind in der Regel Studierende der Medizin oder anderer Gesundheitswissenschaften, die – nach erfolgreicher Bewerbung – vor Ort in den Gesundheitsämtern arbeiten und insbesondere dabei helfen sollen, Kontaktpersonen schneller und effektiver nachzuverfolgen. Da die Aufgabenverteilung den Gesundheitsämtern obliegt, können Containment Scouts auch andere Aufgaben wie beispielsweise die Betreuung von Beratungshotlines zu COVID-19 übernehmen.

Damit die Containment Scouts möglichst gut auf ihre Tätigkeit vorbereitet sind, wird ihnen nach ihrer Einstellung Online-Schulungsmaterial des Robert Koch-Instituts zur Verfügung gestellt, welches unterschiedliche Themenbereiche zu SARS-CoV-2/COVID-19 sowie Infektionsepidemiologie beinhaltet (u.a. Einführung in die Infektionsepidemiologie, Ausbruchsuntersuchungen, Kontaktpersonennachverfolgung und Umgang mit der Corona-Warn-App).

Die Verteilung der Scouts über die Bundesländer basiert auf den jeweiligen Einwohnerzahlen. Die ersten Scouts haben im April 2020 ihren Dienst vor Ort angetreten. Seit Ende Mai 2020 sind fast alle der rund 500 standortgebundenen Scouts im Einsatz. Zusätzlich zu den standortgebundenen Containment Scouts wurden 25 mobile Containment Scouts eingestellt, die – bei Bedarf und unter Koordination des RKI - bundesweit kurzfristig überlastete Gesundheitsämter für wenige Wochen unterstützen können.

Die Containment-Scout-Initiative wurde nach einer erfolgreichen ersten Projektphase im Sommer 2020 um weitere 6 Monate bis Frühjahr 2021 verlängert.

Stand: 17.11.2020

Wie geht man bei Ausbruchsuntersuchungen vor?

COVID-19-Ausbrüche wurden bislang unter anderem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, fleischverarbeitenden Betrieben, Gemeinschaftsunterkünften (z.B. Asylsuchendenunterkünften) und in Kirchensettings beobachtet. Ausbruchsgeschehen werden durch das zuständige Gesundheitsamt untersucht, bei Bedarf unterstützt durch die oberen Landesbehörden oder das Robert Koch-Institut.

Das Robert Koch-Institut stellt einen Leitfaden zum Vorgehen bei Häufungen von COVID-19 für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung. Für das Management von Ausbrüchen in Altenheimen und medizinischen Einrichtungen sowie zuPrävention und Management in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Schutzsuchende gibt es spezielle Empfehlungen.

Stand: 13.11.2020

Diagnostik (Stand: 14.01.2021)

Wie wird eine Infektion mit SARS-CoV-2 labordiagnostisch nachgewiesen, welche Tests gibt es?

Die Feststellung einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels direktem Erregernachweis (z.B. Genomnachweis mittels PCR, Antigennachweise, Virusisolierung):

PCR-Test: Das Virusgenom wird über hoch-sensitive, molekulare Testsysteme nachgewiesen (real-time PCR). Die reine Testzeit beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Die Zeit zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung kann ein bis zwei Tage betragen, je nach Probenaufkommen kann die Ergebnismitteilung länger dauern.

In der frühen Phase sind Abstriche aus den oberen Atemwegen als Probenmaterial besonders geeignet (Rachenabstriche bzw. Nasopharyngealabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen (z.B. Sputumproben) zur Untersuchung genutzt werden. In Einzelfällen konnte virales Erbmaterial bis zum Tag 42 nach Symptombeginn nachgewiesen werden. Der Nachweis von SARS-CoV-2 ist auch im Stuhl und seltener im Blut möglich; zur Wertung der Aussagekraft bzw. der Bedeutung dieser Nachweise für die Beantwortung klinischer Fragestellungen fehlen umfassende Untersuchungen.

Antigen-Test: Antigen-Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein in respiratorischen Probenmaterialien. Kommerziell verfügbare Antigen-Tests sind je nach Aufbau für den Einsatz vor Ort (Antigen-Schnelltest, sogenannter point of care test (POCT), Einzeltest) oder als Labortest für die Untersuchung größerer Probenmengen geeignet. Antigentests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der frühen Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT) eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen (siehe dazu dieNationale Teststrategie). Informationen zur Bewertung der Ergebnisse aus Antigen-Tests sind zu finden in den Hinweisen zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2. Eine Liste von Antigen-Tests stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereit. Alle zurzeit auf dem Markt befindlichen Antigen-Schnelltests müssen von geschultem, medizinischem Personal durchgeführt werden, und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen müssen dabei berücksichtigt werden (siehe dazu auch „Welche Anforderungen werden an geeignete Antigen-Tests gestellt?“ ).

Virusanzucht: Für Forschungszwecke spielt die Virusanzucht aus Patientenmaterialien in Zellkultursystemen eine große Rolle, da sie zur Einschätzung der Infektiosität des Patienten herangezogen werden kann. Die Virusanzucht setzt sowohl eine besondere Expertise als auch dafür ausgelegte Labore voraus (in Deutschland ein Labor der Sicherheitsstufe 3). In publizierten Forschungsstudien konnte infektiöses Virus z.B. aus Rachenabstrichen bis Tag 9 (leichte Erkrankung) bzw. bis Tag 20 (schwere Erkrankung) nach Symptombeginn angezüchtet werden.

Indirekte Nachweise erfassen die Reaktion des Körpers auf die Infektion (Immunsystem, z.B. Bildung von Antikörpern, Entzündungsreaktionen):

Antikörper-Test: Ein Test auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörper im Blut/Serum ist derzeit insbesondere für epidemiologische Fragestellungen zur Klärung der Verbreitung des Virus sinnvoll. Zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörper vergehen ca. ein bis zwei Wochen (in Einzelfällen auch mehr). SARS-CoV-2 spezifische Antikörper können sowohl während der akuten Infektionsphase als auch nach Abklingen von Symptomen bzw. Eliminierung des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Antikörperteste sind daher zur Feststellung einer aktuellen Infektion nicht geeignet, können aber die Diagnostik ergänzen, insbesondere, wenn zwei aufeinanderfolgende Blutproben untersucht werden und Antikörperverläufe (IgM, IgA, IgG) analysiert werden. Die vorliegenden Validierungsdaten von Antikörpernachweisen reichen noch nicht aus, um einen einmaligen IgM-Nachweis zur Feststellung einer aktuellen Infektion als ausreichend betrachten zu können. Bei negativer PCR und fortbestehendem klinischem Verdacht kann der Nachweis einer Serokonversion für die Feststellung einer stattgefundenen Infektion hilfreich sein.

Bildgebende Diagnostik: Zur Ergänzung der molekularen Diagnostik sollte bei schweren Krankheitsverläufen auch eine radiologische/bildgebende Diagnostik der Atemwege erfolgen.

Tests zur Detektion einer Infektion mit SARS-CoV-2 sowie zum Nachweis von Antikörpern gehören zu den sog. In-vitro-Diagnostika (IVD). Das erstmalige Inverkehrbringen von IVD auf dem deutschen Markt ist nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) anzeigepflichtig. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) betreibt dafür die Datenbank "In-vitro-Diagnostika-Anzeigen (MPIVDA)", in welcher auch Daten von Corona-Tests erfasst werden.

Stand: 11.12.2020

Welche Anforderungen werden an geeignete Antigentests gestellt?

Aktuell wird eine Vielzahl von Antigen-Tests für den Nachweis von SARS-CoV-2 angeboten.
Antigen-Tests können bei Erfüllung definierter Anforderungen dort eine sinnvolle Ergänzung der (PCR-) Testkapazitäten darstellen, wo in der frühen Phase der Infektion schnell (vor Ort, POCT eine erste (Vor-)Entscheidung über das mögliche Vorliegen einer übertragungsrelevanten Infektion bei einer Person gefällt werden soll. Aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests ist der Einsatz dieser Tests nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen (siehe dazu die Nationale Teststrategie).

Die auf dem Markt verfügbaren Tests unterscheiden sich in ihrer Leistungsfähigkeit. Es ist daher hilfreich, Informationen zur Eignung von entsprechenden Tests zu kennen. Alle zurzeit auf dem Markt befindlichen Antigen-Schnelltests müssen von geschultem Personal durchgeführt werden, und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen müssen dabei berücksichtigt werden.
Die Eignung von Tests zum direkten Erregernachweis ist grundsätzlich abhängig von:

dem geplanten Anwendungsbereich/ der Zweckbestimmung des Tests (engl. Intended use) wie z.B. der zeitnahen Erkennung von symptomatisch und/ oder asymptomatisch Infizierten; dem Einsatz zum Schutz besonders gefährdeter Personen im Rahmen von Reihenuntersuchungen usw.
der Anwendbarkeit/ Praktikabilität des Tests im Rahmen des geplanten Anwendungsbereiches und dem Ort der Durchführung (z.B. im Rahmen eines Labors oder am Ort der Patientenversorgung (engl. Point of Care; POC)

der angestrebten Aussage des Testergebnisses unter Berücksichtigung der Risiken eines falsch negativen oder falsch positiven Ergebnisses im Rahmen seiner Anwendung, etwa

a) der (diagnostischen) Bedeutung des Ergebnisses im Hinblick auf die Behandlung oder
b) der Bedeutung des Ergebnisses für die Steuerung infektionspräventiver Maßnahmen (etwa einer Isolierung im Krankenhaus oder häusliche Absonderung)

und schließlich

den in entsprechenden Untersuchungen ermittelten konkreten Leistungsparametern des Tests wie
• analytische Sensitivität und Spezifität (z.B. unter Bezug auf einen Goldstandard)
• klinische Sensitivität und Spezifität (unter Berücksichtigung der angestrebten Aussage und in der praktischen Anwendung des Testes im jeweiligen Anwendungsbereich )

Mindestkriterien für Antigentests werden durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegt. Testsysteme, die diese Kriterien erfüllen, sind gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 TestVO (Testverordnung) erstattungsfähig. Diese Mindestkriterien werden in der Zukunft weiter an den fortschreitenden Stand des Wissens und der Technik angepasst werden.

Eine Liste von Antigentests, die gemäß Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen und dementsprechend erstattungsfähig sind, wird durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführt und kann unter https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html aufgerufen werden. Diese Liste wird kontinuierlich dem wachsenden Kenntnisstand angepasst und dementsprechend fortlaufend aktualisiert. Erste herstellerunabhängige Validierungsstudien deuten darauf hin, dass zwischen verschiedenen kommerziell erhältlichen Testsysteme erhebliche Leistungsunterschiede bestehen.

Eine vergleichende Evaluierung der Sensitivität von Tests verschiedener Hersteller stellt das PEI zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es unter https://diagnosticsglobalhealth.org/ sowie auf der Internetseite des Konsiliarlaboratoriums für Coronaviren am Institut für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Die Hinweise für die Fachöffentlichkeit zur Testung auf SARS-CoV-2 finden sich unter https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html aufgerufen werden. Diese Liste wird kontinuierlich dem wachsenden Kenntnisstand angepasst und dementsprechend fortlaufend aktualisiert. Erste herstellerunabhängige Validierungsstudien deuten darauf hin, dass zwischen verschiedenen kommerziell erhältlichen Testsysteme erhebliche Leistungsunterschiede bestehen.

Die Hinweise für die Fachöffentlichkeit zur Testung auf SARS-CoV-2 finden sich unter www.rki.de/covid-19-diagnostik, weitere Informationen finden sich im Zusammenhang mit der Nationalen Teststrategie.

Stand: 16.12.2020

Wann sollte ein Arzt eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 veranlassen?

Die Teststrategie zur Laboruntersuchung auf eine SARS-CoV-2 Infektion wird konsequent weiterverfolgt. Die Testkriterien werden fortlaufend an die aktuelle Situation in Deutschland angepasst. Die aktuellen Anpassungen an die Herbst- und Wintersaison sollen die hohe Belastung der Testkapazitäten, Arztpraxen, Pflege- und Betreuungseinrichtungen mindern. Die Testkriterien dienen als Empfehlungen, die individuelle Entscheidungen liegt bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Das RKI hat einFlussschema erstellt, das Ärztinnen und Ärzten Hilfestellungen für die Verdachtsabklärung, zu ergreifende Schutzmaßnahmen und Veranlassung einer Diagnostik auf SARS-CoV-2 gibt.

Die Kriterien für die Testindikation zur Erreichung der aufgeführten Ziele können in drei Kategorien unterschieden werden, 1. Vulnerabilität der betroffenen Person oder deren Kontaktpersonen; 2. die klinische Symptomatik; 3. die Expositionswahrscheinlichkeit einmal individuell und dann grundsätzlich basierend auf der Häufigkeit von COVID-19-Fällen in der Region. Das RKI empfiehlt eine Testung aller Personen, die bestimmte Testkriterien erfüllen.

Zur Testindikation siehe auch Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland.

Sollte eine Person akute respiratorische Symptome haben, die SARS-CoV-2-Testkriterien jedoch nicht erfüllen, wird zusätzlich zu den allgemeinen Empfehlungen zu Kontaktreduktion und der Einhaltung der AHA+L Regeln (siehe „Was sollen Betroffene mit Symptomen tun?“), ab einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 35/100.00 EW im Landkreis eine häusliche Isolierung für 5 Tage UND zusätzlich 48 Std. Symptomfreiheit empfohlen.

Stand: 16.11.2020

Was sollen Betroffene mit Symptomen tun?

Personen mit leichten Atemwegserkrankungen jeglicher Art, die nicht die Kriterien für eine Testung erfüllen, sollten ihre Erkrankung für mindestens 5 Tage zu Hause auskurieren. Anschließend sollten diese Personen zusätzlich 2 Tage symptomfrei sein, bevor die Kontaktbeschränkung aufgehoben werden kann. Sollten diese unerkannte Patienten mit COVID-19 sein, reduzieren sie so während eines Großteils der Phase, in der sie ansteckend sind, ihre Kontakte und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Virus weitergeben. Sieben Tage zuhause zu bleiben bis die akuten Symptome abklingen und sich auszukurieren ist medizinisch für die Heilung sinnvoll, auch wenn keine zusätzliche ärztliche Behandlung erforderlich ist. Die meisten Patienten mit Atemwegserkrankungen sind mit eher ungefährlichen respiratorischen Viren infiziert, und können sich so gut zu Hause auskurieren (siehe die Strategie-Ergänzung bei Auftreten von akuten Atemwegserkrankungen im Winterhalbjahr während der COVID-19-Pandemie).

Außerdem sollten Kontakte vermieden werden. Sind diese nicht vermeidbar, sollten die AHA+L-Regeln eingehalten werden. Sollten die Beschwerden zunehmen, sollte zunächst versucht werden, einen Hausarzt/eine Hausärztin telefonisch zu erreichen. Auch die bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117 kann angerufen werden. In Notfällen (z.B. Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle.

Stand: 04.11.2020

Wie wird die Anzahl an Labortests in Deutschland erfasst?

 In Deutschland gibt es eine große Anzahl an Laboren, die den PCR-Nachweis auf eine akute SARS-CoV-2-Infektion anbieten und durchführen können. Die Anzahl der durchgeführten Tests wird in Deutschland jedoch nicht zentral erfasst.

Die Anzahl der durchgeführten Tests – sowohl der negativen wie auch der positiven – ist zentral, um zu erkennen, ob z.B. ein Anstieg der Fallzahlen auf vermehrtes Testen zurückgeführt werden kann oder ob tatsächlich mehr Fälle auftreten. Deshalb führt das RKI die Daten von Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und klinischen und ambulanten Laboren zusammen-insgesamt mehr als 200 Teilnehmer. Die Zahl der durchgeführten Tests in Deutschland wird immer Mittwochs im Situationsbericht veröffentlicht (siehe Erfassung der SARS-CoV-2 Testzahlen in Deutschland).

Stand: 20.11.2020

Was bedeutet die Positivenquote?

Die Positivenquote bezeichnet den Anteil der positiven Befunde (Nachweis einer akuten SARS-CoV-2-Infektion) an der Gesamtzahl der durchgeführten Tests. Eine niedrige Quote zeigt, dass sehr sensitiv getestet wird und auch Personen mit leichten Symptomen erfasst werden. Die Positivenquote ist also ein Maßstab für die Breite der Teststrategie.

Wichtig ist: es handelt sich bei den Tests nicht (!) um eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Würde eine repräsentative Stichprobe getestet, so würde mit steigender Gesamtzahl der durchgeführten Tests auch die Zahl der positiven Befunde in gleichem Maße ansteigen – die Positivenquote bliebe konstant. Die Teststrategie hat aber das Ziel, Infektionen zu erkennen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen: Fälle mit stärkeren Symptomen oder eindeutigerem Kontakt zu bereits bestätigten COVID-19-Fällen werden eher getestet als andere. Wird diese Strategie nun in Richtung auf sensitiveres Testung verändert, so dass beispielsweise auch asymptomatische Personen im Umfeld von bestätigten COVID-19 Fällen getestet werden, kommt es typischerweise zu einer sinkenden Positivenquote. Das heißt, es wird zwar ein größerer Anteil der Infektionen nachgewiesen, die Menge der zu testenden Personen steigt aber stärker als die Zahl der positiven Befunde.

Stand: 16.09.2020

Welche Rolle spielen falsch-positive Testergebnisse?

Generell wird die Richtigkeit des Ergebnisses von diagnostischen Tests neben deren Qualitätsmerkmalen und der Qualität von Probennahme, Transport, Durchführung und Befundung auch von der Verbreitung einer Erkrankung/eines Erregers in der Bevölkerung beeinflusst (positiver und negativer Vorhersagewert). Je seltener eine Erkrankung ist und je ungezielter getestet wird, umso höher sind die Anforderungen an die Sensitivität (= die Empfindlichkeit) und die Spezifität (die Zielgenauigkeit des Tests, also wie wahrscheinlich es ist, dass nur der gesuchte Erreger sicher erkannt wird) der zur Anwendung kommenden Tests.

Ein falsch-positives Testergebnis bedeutet, dass eine Person ein positives Testergebnis bekommt, obwohl keine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt. Aufgrund des Funktionsprinzips von PCR-Tests und hohen Qualitätsanforderungen liegt die analytische Spezifität bei korrekter Durchführung und Bewertung bei nahezu 100%.
Im Rahmen von qualitätssichernden Maßnahmen nehmen diagnostische Labore an Ringversuchen teil. Die bisher erhobenen Ergebnisse spiegeln die sehr gute Testdurchführung in deutschen Laboren wider (siehe www.instand-ev.de).

Die Herausgabe eines klinischen Befundes unterliegt einer fachkundigen Validierung und schließt im klinischen Setting Anamnese und Differentialdiagnosen ein. In der Regel werden nicht plausible Befunde in der Praxis durch Testwiederholung oder durch zusätzliche Testverfahren bestätigt bzw. verworfen (siehe auch: www.rki.de/covid-19-diagnostik).

Bei korrekter Durchführung der Teste und fachkundiger Beurteilung der Ergebnisse geht das RKI demnach von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht.

Stand: 06.01.2021

Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krankheitszeichen sinnvoll?

Eine Labordiagnostik sollte in der Regel nur bei Krankheitszeichen und Erfüllung der Testkriterien durchgeführt werden. Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann. Für Ausnahmen siehe Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Nationale Teststrategie für Deutschland.

Zum Umgang mit einer Warnmeldung durch die Corona-Warn-App siehe die Antworten auf häufig gestellte Fragen unter www.rki.de/covid-19-warnapp und die Empfehlungen für niedergelassene Ärzte zum Umgang mit Personen mit der Meldung "erhöhtes Risiko" bei der Corona-Warn-App.

Stand: 03.11.2020

Warum sind Genomsequenzierungen wichtig?

Bei der Sequenzierung eines Genoms wird die Reihenfolge der Erbgut-Bausteine bestimmt. Die Genomsequenz eines Erregers ist eine Art mikrobieller genetischer Fingerabdruck und ermöglicht es, die Spur eines Erregers nachzuverfolgen. Die Genomsequenzierung wird bei SARS-CoV-2, wie bei anderen Erregern, je nach Fragestellung stichprobenartig oder anlassbezogen durchgeführt, um Veränderungen im Erbgut festzustellen. Derartige Veränderungen (Mutationen) sind bei Viren und Bakterien nicht ungewöhnlich, sie führen nicht automatisch zu einer Änderung der Erreger-Eigenschaften. Die Bedeutung einer Mutation muss mit anderen Methoden geklärt werden. Eine Genomsequenzierung ist aufwändiger als ein PCR-Test und dauert bei SARS-CoV-2 einschließlich der Auswertung bei optimalen Abläufen etwa zwei bis drei Arbeitstage im Labor.

Genomsequenzierungen werden in Deutschland an verschiedenen Stellen durchgeführt. Ansprechpartner sind Nationale Referenzzentren oder Konsiliarlabore, die für bestimmte Erreger benannt werden; das Konsiliarlabor für Coronaviren ist an der Charité in Berlin angesiedelt. Auch das Robert Koch-Institut als nationales Public Health Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder entsprechend befähigte private Labore.

Die Sequenzdaten für die Analyse von Diversität und Evolution von SARS-CoV-2 in Deutschland werden aus verschiedenen Quellen am RKI zusammengeführt (Erläuterungen siehe"Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2", Abschnitt "Molekulare Surveillance"). Die Zahl der Genomsequenzierungen bei SARS-CoV-2 wird in Deutschland aktuell verstärkt, dies wird in einer Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit geregelt.

Bei der integrierten molekularen Surveillance werden die Genomsequenzen der Krankheitserreger systematisch analysiert, mit den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz verknüpft und die Ergebnisse fortlaufend bewertet. Damit können z.B. Ausbruchsgeschehen und Übertragungsketten oder die Ausbreitung in bestimmten Altersgruppen besser erkannt bzw. bewertet werden. Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Überwachung von wichtigen Erregereigenschaften anhand der Genomsequenzen; bei SARS-CoV-2 etwa das Auftreten neuer Erreger-Varianten oder die Eignung (Passfähigkeit) von diagnostischen Tests oder von Impfstoffen. Die integrierte molekulare Surveillance ist Bestandteil einer nachhaltigen und international vergleichbaren Überwachung von Infektionskrankheiten.

Stand: 14.01.2021

Weitere Informationen

Wo gibt es weitere Informationen?

Informationen über das neuartige Coronavirus für die Fachöffentlichkeit sind unter www.rki.de/covid-19 abrufbar.

Informationen für Bürger, darunterdie AHA+L-Regeln, Informationen zum Impfen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), sind unter www.infektionsschutz.de (BZgA) undwww.zusammengegencorona.de (BMG) zu finden.

Hotlines für Bürger bieten unter anderem das BMG, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Bundesländer und Krankenkassen an.

Stand: 06.01.2021


 
 
 

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