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Kreishaus
Wewelsburg

04. März 2019

„Ein Fels in der Brandung“: „Langjähriger leitender Kreisveterinär Dr. Klaus Bornhorst in den Ruhestand verabschiedet

Nach fast 24 Jahren als Leiter des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen geht Dr. Klaus Bornhorst in den „verdienten Ruhestand“.

Landrat Manfred Müller (links im Bild) verabschiedet Dr. Klaus Bornhorst (rechts im Bild) in den Ruhestand. 
Er meisterte viele Krisen mit hohem persönlichen Einsatz, jetzt geht der Kreisveterinärdirektor Dr. Klaus Bornhorst (rechts im Bild) in den Ruhestand. Bildnachweis: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Michaela Pitz.

Als 1997 die Schweinepest im Kreis Paderborn ausbrach, mussten Tausende von Tieren getötet werden. „Wir waren von 7 Uhr und häufig bis Mitternacht im Dienst, auch samstags und sonntags, monatelang. Das war eine harte Zeit, für uns und die Landwirte“, erinnert sich Dr. Klaus Bornhorst. Für den leitenden Veterinär des Kreises Paderborn war es eine Art „Feuertaufe“. Gefühlt frisch im Amt musste „der Neue“ den Kampf gegen die hoch ansteckende Tierseuche führen. Weitere Krisen sollten folgen: BSE bei einem Rind in 2004, Verdacht auf Maul- und Klauenseuche 2007 nach dem Ausbruch der Tiererkrankung in Großbritannien; Die Bilder von archaisch anmutenden Scheiterhaufen verbrannter Kuhkörper aus London gingen um die Welt. Der Kreis Paderborn traf Vorbereitungen, aber er blieb verschont. Dann Blauzungenkrankheit 2007, das Schmallenberg-Virus bei Schafen in 2012 und die immer wieder kehrenden Ausbrüche der Geflügelpest mit Sperrgebieten, Handelsbeschränkungen und Stallpflicht für Hühner, Enten und Gänse: „Wir waren bei den Krisen immer mit dabei. Langweilig war es nicht“, sagt Bornhorst mit einem Augenzwinkern. Lächeln kann er jetzt ganz befreit, die Bürde des Amtes werden andere tragen: Nach fast 24 Jahren als Leiter des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen geht Bornhorst in den „verdienten Ruhestand“, wie Landrat Manfred Müller betont.

Bornhorst habe nicht nur die vielen Tierseuchen im Griff gehabt. Auch sein verantwortungsvolles Tagesgeschäft, darauf zu achten, dass alles bestens im Stall ist und erstklassig ist was auf den Teller kommt, habe er mit großem persönlichen Einsatz und hoher Fachkompetenz bewältigt.

„Sie waren für mich immer wie ein Fels in der Brandung. Ich wusste zu jedem Zeitpunkt, dass ich mich auf Sie verlassen kann. Und die Menschen im Kreis Paderborn konnten das auch“, bekräftigte der Landrat bei der Verabschiedung. Gemeinsam hätten sie nach und nach dem Verbraucher- und Tierschutz in den Aufgaben seines wichtigen Fachamtes mehr Gewicht gegeben.
Eigentlich wollte Bornhorst Finanzbeamter werden. Bei der Ausbildung merkte er dann schnell „Das kann für mich nicht alles sein“. Nach dem Studium der Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin und der Tierärztlichen Hochschule Hannover, hier folgte die Approbation als Tierarzt, arbeitete er in verschiedenen tierärztlichen Arztpraxen. Nach der Promotion zum Doktor der Veterinärmedizin in 1984 absolvierte er ein Referendariat im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Niedersachsen. Für ihn eine „tolle Zeit mit wertvollen Erfahrungen“, wie er sagt. Nach seiner Anerkennung als Fachtierarzt für öffentliches Gesundheitswesen 1988 ging alles sehr schnell: „Montags habe ich im Kreis Mettmann angerufen, Dienstag war das Vorstellungsgespräch, am darauffolgenden Donnerstag war es im Kreistag, und Freitag habe ich eine Wohnung in Düsseldorf bezogen“, lacht Bornhorst. Warum Kreis Mettmann und nicht gleich Paderborn? „Weil meine Frau dort eine Anstellung hatte. Damals waren die Zeiten noch anders. Eine Frau mit Kind fand nicht so leicht einen Job. Also bin ich nachgezogen“, sagt er. 1995 wechselte er als Amtstierarzt in den Kreis Paderborn. Ihm wurde die Leitung des Veterinäramtes übertragen. 2007 bekam das Amt auf Initiative von Landrat Manfred Müller die Zusatzbezeichnung „Verbraucherschutz“, weil tatsächliche oder vermeintliche Lebensmittelskandale die Menschen zunehmend verunsicherten „und wir schon durch die Namensbezeichnung, Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, zeigen wollten, dass uns der Schutz des Verbrauchers am Herzen liegt“, erinnert Müller.

Zu kontrollieren sind alle Betriebe, von der Frittenschmiede bis zum Edelrestaurant

Bei Tierseuchen wie Blauzungenkrankheit oder Geflügelpest taucht natürlich auch sofort immer die Frage auf, ob damit auch das Fleisch betroffen und damit die Gesundheit der Menschen in Gefahr ist. Die Lebensmittelkontrolle ist deshalb auch bei den Veterinären verankert, denn „unsere Aufgabe ist es, die Überwachung der Lebensmittelkette vom Stall bis zum Tisch sicherzustellen“, erläutert Bornhorst. Zu kontrollieren sind alle Betriebe und alle Bereiche, von der Frittenschmiede bis zum Edelrestaurant, von der Frikadelle bis zum Festtagsmenü. Über 5000 Betriebe im Bereich des Einzelhandels, der Gastronomie, der Lebensmittelherstellung und selbstverständlich auch am Anfang der Kette, also im Bereich der Landwirtschaft, sind von den Veterinären zu überwachen. Im Kreis Paderborn sind zudem Großbetriebe angesiedelt, die europaweit und sogar in Drittländer exportieren. „Die Lebensmittelmärkte haben sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend globalisiert, große Kühlhäuser haben sich zu Durchgangsstationen internationaler Warenströme entwickelt“, erläutert dazu Bornhorst. Dies stelle die Veterinär- und Lebensmittelüberwachung vor besondere Herausforderungen. Deshalb wurde ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt, das helfen soll, Risiken frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Bornhorst betont zudem, dass das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn das einzige in OWL sei, das sich freiwillig jährlich zertifizieren lasse.
Erheblich an Bedeutung gewonnen hat im Laufe der Jahre auch der Tierschutz. „Viele kaufen sich beispielsweise einen Hund, ohne sich bewusst zu sein, was das an Aufgaben und Verantwortung mit sich bringt. Und dann gerät der ein oder andere in die Überforderung“, erläutert Bornhorst.
„All diese verantwortungsvollen Aufgaben kann man nur leisten mit einem hoch motivierten Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, bekräftigt Bornhorst. Die staatliche Lebensmittelüberwachung und die betrieblichen Eigenkontrollen seien die eine Seite der Medaille. Aber auch auf den Verbraucher komme es an.

„Der Verbraucher muss hinsehen und es nicht möglichst billig haben wollen. Qualität hat eben ihren Preis".

Nach seinen persönlichen Plänen befragt, lächelt er. Er freue sich sehr auf ein ausgeschaltetes Handy. Denn das war in den vergangenen Jahren immer an, auch im Urlaub. Und überhaupt Urlaub: Er habe in all den Jahren angesichts der vielen Krisen nie länger als eine Woche das Amt verlassen. Jetzt sei Zeit für die Familie, Zeit, ein bisschen zu reisen, Seminare an der Uni Paderborn zu belegen und viel mit seinem Hund Willi spazieren zu gehen. Bevor er ein letztes Mal seine Bürotür abschließt, dreht er sich noch einmal um: „Wir bleiben in Paderborn. Ist doch klar“.

 
 
 

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