„Eingekauft werden darf nur noch zwischen 16:00 Uhr und 17:00 Uhr, Radios, Fahrräder und Fotoapparate sind ab sofort verboten und müssen abgegeben werden. Der Telefonanschluss wird gesperrt, ab 20:00 Uhr herrscht striktes Ausgangsverbot. Und nun versucht Euch einmal vorzustellen, wie ihr Euch fühlen würdet, wenn man das alles Euch von heute auf morgen verbieten würde".
Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen in Delbrück-Westenholz, Lichtenau und Salzkotten sowie des Helene-Weber-Berufskollegs waren sichtlich betroffen, als Bianca Schmidtpeter von der Kreisverwaltung Paderborn zu erzählen begann, mit welchen Maßnahmen und Verboten Juden in der Zeit des Nationalsozialismus diskriminiert und ausgegrenzt wurden. Mit diesem Unterricht wurden vier Schulen mit insgesamt 250 Teilnehmern auf ihre Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar vorbereitet. "Dabei leistete der Kreis Paderborn im Rahmen seines vom Jugendhilfeausschuss beschlossenen Konzepts gegen Fremdenhass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" nicht nur finanzielle sondern auch inhaltliche und organisatorische Unterstützung.
Das Ziel unserer Zusammenarbeit mit den Schulen ist es insgesamt, die Jugendlichen für rechtsradikale und ausgrenzende Tendenzen zu sensibilisieren", so Landrat Dr. Rudolf Wansleben, der die Jugendlichen auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Tage der Abfahrt verabschiedete. Im Vorfeld des Besuchs lernten die Schülerinnen und Schüler jedoch zunächst die Stufen der NS-Verfolgung und ihre unterschiedlichen Ausprägungen kennen, um auch die Anfänge einer Entwicklung zu verdeutlichen.
Der historische Rückblick in die damalige Gesetzesflut ließ die Jugendlichen ahnen, mit welcher Präzision und Härte der Alltag unter dem NS-Regime an Selbstverständlichkeiten verlor, einen perversen Anstrich erfuhr. So wurde beispielsweise im August 1933 ein Badeverbot an Badestränden und in öffentlichen Schwimmbädern für Juden ausgesprochen, in Köln durften sie keine städtischen Spiel- und Sportplätze nutzen, ab 1942 durften Juden keine Haustiere mehr halten, in Dresden wurde ihnen der Kauf von Blumen untersagt. Was dann in den Konzentrationslagern geschah, erlebten die Schülerinnen und Schüler direkt im Rahmen eines Rundgangs durch Buchenwald, eines der größten nationalsozialistischen Konzentrationslager in Deutschland. Erschüttert erfuhren sie, dass Jugendliche in das Konzentrationslager eingewiesen wurden, weil sie die falsche Musik hörten. Zweijährige verhaftete man aus politischen Gründen. Perfide auch die Kalkulation des Systems. Kalorienverbrauch und Kosten pro Kopf waren genau berechnet. Danach stand einem KZ-Insassen etwa ein Drittel des Budgets eines Wachhundes zu. Insgesamt reagierten die Teilnehmer fassungslos, der Vergleich zum eigenen Alltag lag nah. Und so mussten erfahren, dass 1944 jeder dritte Inhaftierte unter 21 Jahren war, am 11. April 1945 wurden noch 904 Kinder befreit.
Die Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald wurde jedoch nicht nur intensiv vor- sondern auch nachbereitet, die Teilnehmer schrieben ihre persönlichen Erfahrungen auf. Dabei tauchte einhellig immer wieder die Frage auf, wie so etwas möglich werden konnte und wieso niemand es stoppte. Die Antworten werden wohl immer im Verborgenen bleiben. Aber gegen das Vergessen und Wegsehen kann gearbeitet werden, und deshalb „kann dieses Thema nicht intensiv genug bearbeitet werden, damit so etwas nicht wieder geschieht", so das Fazit eines der teilnehmenden Pädagogen. Der Kreis Paderborn als Jugendamt unterstützt die Gedenkstättenfahrten in jeder Hinsicht. Infos unter 05251/308-614 (Bianca Schmidtpeter, Kreisverwaltung Paderborn).
Das Foto zeigt Teilnehmer der Fahrt in der Gedenkstätte Buchenwald: Der Stein wird konstant auf 37 Grad, also auf Körpertemperatur erwärmt, um an das Leben aus 30 Nationen zu erinnern, das systematisch ausgelöscht wurde.
Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen in Delbrück-Westenholz, Lichtenau und Salzkotten sowie des Helene-Weber-Berufskollegs waren sichtlich betroffen, als Bianca Schmidtpeter von der Kreisverwaltung Paderborn zu erzählen begann, mit welchen Maßnahmen und Verboten Juden in der Zeit des Nationalsozialismus diskriminiert und ausgegrenzt wurden. Mit diesem Unterricht wurden vier Schulen mit insgesamt 250 Teilnehmern auf ihre Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar vorbereitet. "Dabei leistete der Kreis Paderborn im Rahmen seines vom Jugendhilfeausschuss beschlossenen Konzepts gegen Fremdenhass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" nicht nur finanzielle sondern auch inhaltliche und organisatorische Unterstützung.
Das Ziel unserer Zusammenarbeit mit den Schulen ist es insgesamt, die Jugendlichen für rechtsradikale und ausgrenzende Tendenzen zu sensibilisieren", so Landrat Dr. Rudolf Wansleben, der die Jugendlichen auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Tage der Abfahrt verabschiedete. Im Vorfeld des Besuchs lernten die Schülerinnen und Schüler jedoch zunächst die Stufen der NS-Verfolgung und ihre unterschiedlichen Ausprägungen kennen, um auch die Anfänge einer Entwicklung zu verdeutlichen.
Der historische Rückblick in die damalige Gesetzesflut ließ die Jugendlichen ahnen, mit welcher Präzision und Härte der Alltag unter dem NS-Regime an Selbstverständlichkeiten verlor, einen perversen Anstrich erfuhr. So wurde beispielsweise im August 1933 ein Badeverbot an Badestränden und in öffentlichen Schwimmbädern für Juden ausgesprochen, in Köln durften sie keine städtischen Spiel- und Sportplätze nutzen, ab 1942 durften Juden keine Haustiere mehr halten, in Dresden wurde ihnen der Kauf von Blumen untersagt. Was dann in den Konzentrationslagern geschah, erlebten die Schülerinnen und Schüler direkt im Rahmen eines Rundgangs durch Buchenwald, eines der größten nationalsozialistischen Konzentrationslager in Deutschland. Erschüttert erfuhren sie, dass Jugendliche in das Konzentrationslager eingewiesen wurden, weil sie die falsche Musik hörten. Zweijährige verhaftete man aus politischen Gründen. Perfide auch die Kalkulation des Systems. Kalorienverbrauch und Kosten pro Kopf waren genau berechnet. Danach stand einem KZ-Insassen etwa ein Drittel des Budgets eines Wachhundes zu. Insgesamt reagierten die Teilnehmer fassungslos, der Vergleich zum eigenen Alltag lag nah. Und so mussten erfahren, dass 1944 jeder dritte Inhaftierte unter 21 Jahren war, am 11. April 1945 wurden noch 904 Kinder befreit.
Die Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald wurde jedoch nicht nur intensiv vor- sondern auch nachbereitet, die Teilnehmer schrieben ihre persönlichen Erfahrungen auf. Dabei tauchte einhellig immer wieder die Frage auf, wie so etwas möglich werden konnte und wieso niemand es stoppte. Die Antworten werden wohl immer im Verborgenen bleiben. Aber gegen das Vergessen und Wegsehen kann gearbeitet werden, und deshalb „kann dieses Thema nicht intensiv genug bearbeitet werden, damit so etwas nicht wieder geschieht", so das Fazit eines der teilnehmenden Pädagogen. Der Kreis Paderborn als Jugendamt unterstützt die Gedenkstättenfahrten in jeder Hinsicht. Infos unter 05251/308-614 (Bianca Schmidtpeter, Kreisverwaltung Paderborn).
Das Foto zeigt Teilnehmer der Fahrt in der Gedenkstätte Buchenwald: Der Stein wird konstant auf 37 Grad, also auf Körpertemperatur erwärmt, um an das Leben aus 30 Nationen zu erinnern, das systematisch ausgelöscht wurde.
