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Jugendliche für Erhalt und Herstellung des Friedens

Starkes Engagement für Friedenspolitik ist Schwerpunkt der Jugendarbeit

"Forschen statt nur Pauken, Lernen ohne Klassenzimmer, Begegnen und Vorurteile abbauen, Geschichte begreifen - Zukunft gestalten und Arbeit für den Frieden", diese Grundsätze leiten die handlungs- und projektorientierte friedenspädagogische Arbeit des Volksbundes. Als einziger Kriegsgräberdienst der Welt unterhält der Volksbund eigene Jugendbegegnungsstätten  im In- und Ausland und bietet internationale Workcamps zur Kriegsgräberpflege an. Getreu dem Leitziel "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" engagieren sich die jungen Menschen auf Kriegsgräberfeldern und lernen dort auf historischer Grundlage, oft wenn sie vor dem Grab eines Gleichaltrigen stehen und dieses Grab pflegen, die Sinnlosigkeit von Krieg, Terror und Gewalt zu begreifen und wie wichtig es ist, für Friede einzutreten und Friede zu wahren.

Gerade bei diesen internationalen Begegnungen oder Arbeiten auf Kriegsgräberstätten lernen die Jugendlichen, Vorurteile abzubauen, lernen Rücksichtnahme und Akzeptanz, erkennen die Bedeutung von Toleranz und damit wichtige Voraussetzungen für ein friedliches Mit-inander. Die Gräberfelder sind damit neben Orten persönlicher Trauer und Erinnerung für die Hinterbliebenen mehr und mehr Mahn- und Gedenkstätten, sie werden zu besonderen Lernorten und ermöglichen den Jugendlichen, was Lehrbücher, Vorträge und Unterrichtsgespräche allein nur schwer vermitteln können. Kriegsgräberfelder und internationale Jugendbegegnungsstätten werden so zu pädagogischen Stützen, um lebendig zu machen, was Albert Schweitzer mit seiner bekannten Aussage meinte, "Die Gräber seien die großen Prediger des Friedens und ihre Bedeutung als solche werde immer zunehmen".

Friedensarbeit in diesem Sinne prägt seit inzwischen 20 Jahren die Arbeit des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund. So konnten in diesem Jahr über 700 Schüler/innen und Auszubildende von 14 verschiedenen Schulen und Berufsbildungsstätten aus dem Kreisgebiet Paderborn mit großherziger Unterstützung von Unternehmen der freien Wirtschaft und ins-besondere durch die Stiftung der Sparkasse für den Kreis Paderborn die Teilnahme an mehrtägigen Projekten oder Tagesprojekten zu Gedenkstätten des deutschen Widerstandes oder ehemaliger Konzentrationslager ermöglicht werden.

Jeweils eine Gruppe von diesen Schülern/innen und Auszubildenden sowie die Projekt begleitenden Betreuer und Pädagogen von Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien, Berufskollegs und Berufsbildungsstätten trafen sich auf Einladung des Vorstands des Kreisverbandes Paderborn in der Friedrich-von-Spee-Schule in Paderborn, um ihre Projekte vorzustellen, sich gegenseitig kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

Eindrucksvoll präsentierten Schüler der Friedrich-von-Spee-Schule Paderborn ihren Bericht über einen Arbeitseinsatz in Masuren, wo die Gruppe von 22 Schülern unter der Leitung von Nicole Niggemeier im Rahmen einer Studienfahrt Gräber von deutschen Soldaten gepflegt haben.
Schüler der neunten Klassen der Realschule Fürstenberg berichteten über eine Klassenfahrt nach Flandern. Neben Friedhöfen und Museen beschrieben sie auch Gedenkstätten anderer Nationen.

Für ihren Einsatz auf den Kriegsgräberstätten wurden Schüler der Friedrich-von-Spee-Schule, des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs (Paderborn), des Gymnasiums Schloß Neuhaus, der Hauptschule Ostenland, der Realschule Bad Lippspringe sowie eine Gruppe der Brückenjobber beim Kreis Paderborn mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Hocherfreut konnte Vorsitzender Landrat Manfred Müller zu dieser Veranstaltung neben anwesenden 80 jungen Menschen und Pädagogen die Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Detmold, den Landesgeschäftsführer des Volksbundes Peter Bülter sowie den begrüßen.

Großes Interesse löste auch die Anwesenheit von Sponsoren der Jugendarbeit auf Kreisebene Paderborn aus. Für ihr regelmäßiges Engagement wurden Hubert Niewels aus Bad Lippspringe sowie der stellvertretende Geschäftsführer der Arge, Hermann-Josef Bentler, mit einem Bild der Künstlerin Edith Wulf ausgezeichnet.

In ihren Grußworten und Laudatien stellten  die Regierungspräsidentin und der Landrat das Engagement der jungen Menschen sowie die Begleitung durch die vielen ehrenamtlichen Helfer, Betreuer und Pädagogen, ohne die diese intensive Jugendarbeit nicht möglich wäre,  heraus verbunden mit der Hoffnung, dass diese Arbeit einen weiteren, wichtigen Beitrag zu Toleranz, Versöhnung und Frieden auf der Welt leisten möge.

Das Foto zeigt stellvertretend für die ausgezeichneten Schulen Regina Reinger, Teresa Hansjürgens, Lydia Späth, Magnus Ising, Julia Baginski, Förderer Hubert Niewels, Chris Tromann, Ismail Önen, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Philipp Bergmann und Landrat Manfred Müller (v.l.)
Schülertreffen 2009


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