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Friedrich-von-Spee-Gesamtschüler auf Suche nach Angehörigen von 12 in Nord-Frankreich gefallenen Paderborner Soldaten

Zum dritten Mal in Folge hat im Mai diesen Jahres unsere Projektgruppe „ Arbeit für den Frieden „ der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule Paderborn unter der Leitung unserer Lehrerin Nicole Niggemeier eine einwöchige Projektwoche auf Soldatenfriedhöfen durchgeführt. Das Ziel von uns 42 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangstufen 9-11 waren dieses Mal Niederbronn und Verdun in Frankreich.
In Niederbronn im Elsass liegen rund 18000 gefallene deutsche Soldaten des 2. Weltkrieges begraben.

Wie schon vor drei Jahren, in Lommel/Belgien, haben wir uns neben umfangreichen Pflegearbeiten wieder darum bemüht, nach Paderborner gefallenen Soldaten zu suchen. Der Anstoß für diese intensive Recherchearbeit lag drei  Jahre zurück,  indern Schüler im Anschluß an die Fahrt nach Lommel einige Angehörige von Paderborner Soldaten fanden und viel durch sie über die Gefallenen und deren Familien im Krieg erfahren durften. Diese Erfahrungen führten dazu, dass überdurchschnittlich viele Mitschüler unserer Schule sich mit dem Gedanken „Versöhnung über den Gräbern" auseinandersetzten und aktive Friedensarbeit leisten wollten. Das Schicksal des jungen gefallenen Paderborners Wilhelm Hirt zeigte uns deutlich, wie wichtig es ist,  sich für die Erhaltung vom Frieden einzusetzen und zur Völkerverständigung beizutragen.

In Niederbronn fanden wir Gräber von 12 Soldaten aus dem Paderborner Raum:
  • Arlt, Joachim-Gren 20.01.1920-09.01.1945
  • Bergmeier, Hubert - Ufz 21.05.1919-13.11.1944
  • Christi, Josef - Gefr 20.05.1925(Lichtenau)-27.09.1944
  • Grabbe, Heinrich- Ogfr 15.09.1912-27.11.1944
  • Glettenberg, Ernst-Otto- Ufz 29.07.1923-25.01.1945
  • Helbig, Reinhard- Lt. 16.03.1942-12.1944
  • Knaup, Josef - Kanon. 16.04.1926 - 30.11.1944
  • Meschede, Heinrich 17.07.1920(upsprunge)-13.03.1941
  • Ortner, Hans- Gren 15.11.1916- 09.12.1944
  • Ortwein, Josef- Gefr 15.12.1913(Dal hei m)- 15.11.1944
  • Peitz, Heinz-FW 28.01.1918- 16.11.1944
Wir würden uns sehr freuen, wenn auch hier Kontakte zu einigen Angehörigen entstehen könnten und wir näheres über die Persönlichkeiten erfahren könnten. Hautnah konnten wir den Schrecken bzw den Irrsinn von Krieg auf einer 16-stündigen Tagesexkursion nach Verdun erleben. Verdun bedeutet 60 Mio explodierte Granaten, 700000getötete Soldaten, für deren Ruhestätte heute 42 französische, 29 deutsche und zwei amerikanische Friedhöfe existieren. Der Blick über das Gräberfeld von Verdun hinterließ den Eindruck von Unendlichkeit - der Toten und des Leidens.

Der Wahnsinn des Krieges und das unermessliche Leiden der Soldaten wurde uns erschreckend deutlich beim Besuch des Forts Douaumont, einer Festung, die unter ständigem Beschüß durch Granaten lag und in der die Soldaten fürchterlich unter Wassermangel (1/2 , •" Glas pro Tag) und unter der Enge, sowie unter den fürchterlichen Explositionsgeräuschen zu leiden hatten.
Einen weiteren bleibenden Eindruck über das Grauen und das Elend des Krieges erwartete uns beim Hügel Vauquois. Ein Hügel, der in seiner Art einmalig in der Welt erhalten ist : 4 Jahre lang wurde hier ein erbitterter Stellungskrieg zwischen Deutschen und Franzosen geführt. Beide Seiten gruben sich in den Berg ein, die Deutschen untertunnelten den Berg auf einer Länge von 17 km. Man lebte unter erbärmlichen Umständen in 20-40m in der Tiefe, in 60m Tiefe wurden Kampfstollen gegraben, mit denen man versuchte, unter feindliche Linien zu kommen und dort Sprengungen vorzunehmen, in Vauquois kam keiner von uns ohne Gänsehaut an das Tageslicht. Die Atmosphäre in den Stollen ist merkwürdig, als ob heute noch ein Teil des Grauens vorhanden ist. Diese Erfahrung machte wohl auch kürzlich ein ZDF-Kameramann, welcher im Stollen zurückgeblieben war und voller Entsetzen aus den Tunneln kam.

Diese extremen Erfahrungen haben bei unserer Gruppe einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So hatte sich keiner von uns den Kriegsalltag, das enorme Leiden vorgestellt.

Deshalb sind wir umso dankbarer, dass uns diese Fahrt zum Einen durch unsere Lehrerin ermöglicht wurde, zum Anderen möchten wir uns bei der Sparkassenstiftung Paderborn bedanken, die uns großzügig bei den Fahrtkosten unterstützt hat und bei der Stiftung „Gedenken und Frieden" des Volksbundes, welche auch unsere wertvolle Projektarbeit unterstützen will. Ein großer Dank gebührt auch der Fa. US Shop Lohse, welche seit drei Jahren unsere Fahrtteilnehmer stets mit super Arbeitshosen ausstattet, wir hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr Unterstützung für unser Projektvorhaben finden werden.

Das Bild zeigt die Schülergruppe auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Niederbronn

Friedrich-von-Spee-Gesamtschüler


Verabschiedung von Schülern der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule Paderborn zur Teilnahme an einem Friedensprojekt auf der internationalen Jugendbegegnungsstätte des Volksbundes in Lommel / Belgien

28 Schüler/innen der Jahrgangsstufen 9 und 10 nehmen an einem Friedensprojekt des Volksbundes in der Zeit vom 21. - 25.6.2004 in Lommel teil. Dieses Projekt wurde gefördert vom SB-Zentralmarkt in Paderborn, dem Paderborner Schützenverein und dem US Shop Lohse in Paderborn. Die nachstehenden Bilder zeigen die Schülergruppe mit der verantwortlichen Leiterin, der Pädagogin Nicole Niggemeier und dem Klassenlehrer der 10, Jürgen Rama sowie die Sponsoren SB-Geschäftsführer Heinz Marxcord und Schützenorberst Dr. Andreas Jolmes, die gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kreisverbandes Paderborn im Volksbund, Landrat Dr. Rudolf Wansleben und Schulleiter Heinz Wagner die Gruppe am 21.6.2004 verabschiedeten. Auf den Bildern fehlt Erwin Lohse, Inhaber des gleichnamigen US Shops, der leider an der Verabschiedung nicht teilnehmen konnte.

Dieses Bild zeigt Landrat DR. Rudolf Wansleben, Schützenoberst Dr. Andreas Jolmes, SB-Geschäftsführer Heinz Marxcord und Schulleiter Heinz Wagner, die gemeinsam die Schülergruppe nach Lommel/Belgien verabschiedeten.

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