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Kriegsgräberstätten im Bereich der Stadt Paderborn

Auf neun Kriegsgräberstätten im Bereich der Stadt Paderborn ruhen insgesamt 1845 Tote.

Auf dem Westfriedhof ruhen in zwei Gräberfeldern 775 Opfer beider Weltkriege (288 aus dem Ersten und 487 aus dem Zweiten Weltkrieg): Soldaten und zivile Bürger, Deutsche und Ausländer, Männer, Frauen und Kinder.

Die erste Kriegsgräberstätte wurde bereits 1914 angelegt. Die Toten waren meist verwundete Soldaten des Ersten Weltkriegs, die in den Lazaretten der Stadt starben. Auch 26 russische Kriegsgefangene ruhen zwischen ihnen.

487 Tote des zweiten Weltkrieges ruhen in diesem und einem etwas abgelegenen Gräberfeld: 329 Deutsche und 158 Ausländer (115 Polen, 20 Sowjets, 9 Belgier, 3 Niederländer, 2 Franzosen, 1 Italiener, 1 Türke, 1 Ungar und 6 Tote unbekannter Nationalität), wobei auf dem Feld am Friedhofsrand die Toten slawischer Herkunft begraben wurden.

Während des Krieges lebten Tausende von ausländischen Zwangsarbeitern in der Stadt - die genaue Zahl ist nicht bekannt - die vor allem in kriegswichtigen Einrichtungen und Betrieben arbeiteten, grundsätzlich aber überall eingesetzt waren, wo Arbeitskräfte fehlten.

Alle hier begrabenen Opfer des Zweiten Weltkriegs fanden den Tod im Bombenhagel, der nicht nach Nationen unterschied, oder als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter durch Hunger, Krankheit und unmenschliche Behandlung in den Lagern im Stadtgebiet, und schließlich im Kampf um Paderborn.

Die Bombenangriffe zielten zunächst auf den Fliegerhorst, den Hauptbahnhof und die Eisenbahnausbesserungswerke, im letzten Kriegsjahr jedoch fielen Bombenteppiche auf die gesamte Stadt - zum ersten Mal am 17. Januar 1945. Dieser Tag, ebenso wie der 22. März, als Luftminen auf das Stadtzentrum fielen und zahlreiche Gläubige, darunter viele Jugendliche, die an einer Abendandacht im Dom teilnahmen, töteten, und der Tag des letzten Großangriffs, der 2. März 1945, bleiben Schreckensdaten in der Geschichte Paderborns.

Stellvertretend für all diese Opfer auf dem Westfriedhof sei erinnert:
  • an die Mutter, die mit ihren drei kleinen Söhnen und dem Pflichtjahrmädel am 17. Januar 1945 in der Paderborner Südstadt von einer Bombe getroffen wurde;
    (Ehrenfeld 1. Reihe von oben, 3. Grab links der Mitte)
     
  • an den polnischen Kriegsgefangenen, der am selben Tag auf dem Flugplatz ums Leben kam;
    (Feld M, Grab Nr. 30)
     
  • an den Soldaten, der auf Urlaub war und beim letzten Bombenangriff auf Paderborn im Keller seines Elternhauses den Tod fand;
    (Privatgrabstätte, Feld E, Nr. 731)
     
  • an den jungen Holländer, der kurz vor Kriegsende nach Deutschland verschleppt wurde, um Zwangsarbeit am Altenbekener Viadukt zu leisten, und am 11. Februar 1945 im Lager Theodorschule starb;
    (Ehrenfeld 5. Reihe, 3. Grab rechts der Mitte)
     
  • an die Großmutter, die mit ihren drei Töchtern, zwei Enkelkindern und ihrem Schwager am 27. März 1945 in einem Keller verbrannte;
    (Ehrenfeld 10. Reihe, 6. Grab links der Mitte)
     
  • an die junge Französin, die am 1. April 1945 durch Artilleriebeschuss den Tod fand;
    (Ehrenfeld letzte Reihe, 1. Grab links der Mitte)
     
  • an die tuberkulosekranke Mutter aus der Ukraine, die am 4. Mai 1945 nach der Geburt ihres Kindes an Lungenentzündung starb.
    (Feld M, Grab Nr. X)
     
Weitere Kriegsgräberstätten:
Auf dem Ostfriedhof haben 277 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg ihre letzte Ruhestätte gefunden: 148 Deutsche und 129 Ausländer.

Angaben zum Ausländerfriedhof Sennelager sind der gesonderten Seite zu entnehmen (Klick hier).

Nachdem viele Tote umgebettet worden waren, verblieben noch 205 Tote: 172 Russen, 26 Belgier und 7 Rumänen. Im Zweiten Weltkrieg und noch danach wurden 130-140 unbekannte Tote zugebettet. Schließlich wurden alle ausländischen Kriegstoten aus dem Regierungsbezirk Detmold hierhin überführt, insgesamt 270. Es sind vor allem Zwangsarbeiter und ihre Familien. Sie kamen meistens aus Polen, aber auch aus Jugoslawien, Ungarn, Rumänien, der Tschechoslowakei, Litauen, Lettland, der Ukraine, Belgien, Frankreich und sogar aus China und Indien. Viele Kleinstkinder waren darunter.

Unter den Toten befinden sich auch ausländische Soldaten, die in Verbänden der Wehrmacht gekämpft hatten.

Kriegsgräber befinden sich auch auf dem Waldfriedhof Schloss Neuhaus (114 deutsche und unbekannte Tote aus beiden Weltkriegen) und den Gemeindefriedhöfen in den Ortsteilen Elsen, Sande, Benhausen, Neuenbeken und Dahl.

(Dieser Text wurde von Dr. Antje Telgenbüscher, Paderborn, erarbeitet.)

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