Worte des Gedenkens von
Landrat Manfred Müller anlässlich des Volkstrauertages 2004,
Zentrale Gedenkfeier des Kreises Paderborn
auf dem Ehrenfriedhof Böddeken am Sonntag, 14.11.2004, 15:30 Uhr
Landrat Manfred Müller anlässlich des Volkstrauertages 2004,
Zentrale Gedenkfeier des Kreises Paderborn
auf dem Ehrenfriedhof Böddeken am Sonntag, 14.11.2004, 15:30 Uhr
Die Mutter der Bäume wird mit dem Friedensnobelpreis geehrt – so ging Anfang Oktober 2004 eine Nachricht durch alle Medien. Gemeint ist die stellv. Umweltministerin Kenias, Dr. Wangari Maathai, die nicht nur die existierende Umwelt ihres Kontinents schützen möchte, sondern in ihre Strategie der nachhaltigen ökologischen Entwicklung insbesondere Demokratie, Menschenrechte und kulturelle Entwicklung mit einbezieht.
Bäume können etwas Kostbares schützen, ein Geheimnis verhüllen oder Trost spenden. Hier im Tal des Friedens ist es insbesondere die herbstliche Färbung der Bäume, das Grün des Rasens und das Rauschen des Waldes, eine äußere Symbolik zwischen Hoffnung, Tod und Frieden, die diese Gräberanlage fast würdevoll in die heutige Gedenkstunde zum Volkstrauertag eintauchen lässt.
Der Volkstrauertag gibt uns allen Gelegenheit, über Vergangenes nachzudenken und öffnet gleichzeitig den Blick für die Gegenwart und Zukunft; er ist ein zeitloses Erbe – auch für zukünftige Generationen.
Das vergangene Jahrhundert war, wie die Jahrhunderte davor, geprägt von grausamen Kriegen in der ganzen Welt. Und Kriege oder kriegerische Auseinandersetzungen unter den Völkern und sogar innerhalb von Staaten werden wahrscheinlich leider auch unser gerade erst begonnenes Jahrhundert mit bestimmen.
Die Gegenwart, auch auf dem europäischen Kontinent, ist ein trauriges Beispiel dafür: Krieg, Gewalt, Terror, Verletzung von Menschenrechten, Vorurteile, Intoleranz und Rechthaberei sind heute immer noch – teilweise mehr denn je – an der Tagesordnung.
Der Volkstrauertag unserer Zeit ist kein Heldengedenktag, denn nicht Kriegshelden stehen im Mittelpunkt, sondern die Kriegsopfer, die Opfer von Gewalt und Terror – und das sind neben den Soldaten auch Männer, Frauen und Kinder, Zwangsarbeiter, Verfolgte und Vertriebene, in den Gefangenenlagern und KZs verstorbenen Menschen.
Deshalb gelten die Erinnerung, das Gedenken und die Trauer an diesem Tag allen Opfern von Krieg und Gewalt.
„Gesundheit ist unser höchstes Gut“, so eine Redewendung. Aber dafür gibt es keine Garantie, auch wenn man sich noch so sehr darum bemüht. Mancher lebt einfach in den Tag hinein, lebt in „Saus und Braus“. Glück, Erfolg und Karriere sind uns oft wichtiger als ausgerechnet und gerade Gedanken zu Tod, Trauer und Erinnerung.
Haben Sterben, Tod, Trauer und Erinnerung in unserer Gesellschaft heute noch einen Platz? Haben Verstorbene, haben Gefallene und Vermisste noch einen Platz in unseren Gedanken, in der öffentlichen Wahrnehmung?
Ich denke schon, aber nicht bei allen und an jedem Ort. Umso wichtiger ist es, dass wir uns öffentlich zum Gedenken bekennen, uns öffentlich der Kriegstoten erinnern.
Nur dann wird nicht vergessen, was nicht vergessen werden darf:
Die Toten der Kriege sind eine Mahnung an die Lebenden, eine Aufforderung an die Verantwortlichen, Verantwortung für den Frieden in der Gegenwart zu übernehmen. Es ist eine Verantwortung, die den Frieden und die Zukunft unserer Kinder sichert.
Über Sterben und Tod wird gerne geschwiegen, was auch verständlich ist. Doch plötzlich kann all dieses gegenwärtig sein, sei des im Freundes- oder Bekanntenkreis, in der eigenen Familie, z. B. passiert auf unseren Straßen, auf den vielen Schauplätzen des Krieges in der Welt.
Dann sind wir betroffen, bedrückt, freudlos, niedergeschlagen, trübsinnig, wehmütig, wir haben Weltschmerz – wir trauern. So ist Trauer Erinnerung des Herzens.
Es gehört zu unseren Werten, dass der Tote nicht vergessen wird und in Erinnerung bleibt. Erinnerung ist im persönlichen Bereich häufig
durch eine innige Beziehung oder Liebe geprägt. Um so nachhaltiger und tiefer ist die Trauer. Es braucht Zeit, um die Trauer zu überwinden. Aber vergessen sollten wir unsere Toten nie.
Die Gedenksteine auf den Friedhöfen und Gräberanlagen, auch die vielen Kreuze an den Straßenrändern, zeugen davon.
Trauer im Sinne dieser Gedenkfeier ist aber vor allen Dingen Verpflichtung für den Frieden. Wir nehmen Anteil am Mitmenschen, wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Aus diesem Gedenken entsteht die Verpflichtung, alles zu tun, damit nicht erneut Menschen Opfer von Kriegen und Gewalt werden.
Wir erinnern, weil wir nicht vergessen dürfen und nicht vergessen können. Wir müssen die Botschaft der Millionen Gräber und Kreuze aufgreifen und begreifen. Ihre Botschaft heißt Frieden und Versöhnung und dafür einzutreten ist eine Mahnung, die die Opfer, um die am Volkstrauertag getrauert wird, uns mitgeben.
Bäume können etwas Kostbares schützen, ein Geheimnis verhüllen oder Trost spenden. Hier im Tal des Friedens ist es insbesondere die herbstliche Färbung der Bäume, das Grün des Rasens und das Rauschen des Waldes, eine äußere Symbolik zwischen Hoffnung, Tod und Frieden, die diese Gräberanlage fast würdevoll in die heutige Gedenkstunde zum Volkstrauertag eintauchen lässt.
Der Volkstrauertag gibt uns allen Gelegenheit, über Vergangenes nachzudenken und öffnet gleichzeitig den Blick für die Gegenwart und Zukunft; er ist ein zeitloses Erbe – auch für zukünftige Generationen.
Das vergangene Jahrhundert war, wie die Jahrhunderte davor, geprägt von grausamen Kriegen in der ganzen Welt. Und Kriege oder kriegerische Auseinandersetzungen unter den Völkern und sogar innerhalb von Staaten werden wahrscheinlich leider auch unser gerade erst begonnenes Jahrhundert mit bestimmen.
Die Gegenwart, auch auf dem europäischen Kontinent, ist ein trauriges Beispiel dafür: Krieg, Gewalt, Terror, Verletzung von Menschenrechten, Vorurteile, Intoleranz und Rechthaberei sind heute immer noch – teilweise mehr denn je – an der Tagesordnung.
Der Volkstrauertag unserer Zeit ist kein Heldengedenktag, denn nicht Kriegshelden stehen im Mittelpunkt, sondern die Kriegsopfer, die Opfer von Gewalt und Terror – und das sind neben den Soldaten auch Männer, Frauen und Kinder, Zwangsarbeiter, Verfolgte und Vertriebene, in den Gefangenenlagern und KZs verstorbenen Menschen.
Deshalb gelten die Erinnerung, das Gedenken und die Trauer an diesem Tag allen Opfern von Krieg und Gewalt.
„Gesundheit ist unser höchstes Gut“, so eine Redewendung. Aber dafür gibt es keine Garantie, auch wenn man sich noch so sehr darum bemüht. Mancher lebt einfach in den Tag hinein, lebt in „Saus und Braus“. Glück, Erfolg und Karriere sind uns oft wichtiger als ausgerechnet und gerade Gedanken zu Tod, Trauer und Erinnerung.
Haben Sterben, Tod, Trauer und Erinnerung in unserer Gesellschaft heute noch einen Platz? Haben Verstorbene, haben Gefallene und Vermisste noch einen Platz in unseren Gedanken, in der öffentlichen Wahrnehmung?
Ich denke schon, aber nicht bei allen und an jedem Ort. Umso wichtiger ist es, dass wir uns öffentlich zum Gedenken bekennen, uns öffentlich der Kriegstoten erinnern.
Nur dann wird nicht vergessen, was nicht vergessen werden darf:
Die Toten der Kriege sind eine Mahnung an die Lebenden, eine Aufforderung an die Verantwortlichen, Verantwortung für den Frieden in der Gegenwart zu übernehmen. Es ist eine Verantwortung, die den Frieden und die Zukunft unserer Kinder sichert.
Über Sterben und Tod wird gerne geschwiegen, was auch verständlich ist. Doch plötzlich kann all dieses gegenwärtig sein, sei des im Freundes- oder Bekanntenkreis, in der eigenen Familie, z. B. passiert auf unseren Straßen, auf den vielen Schauplätzen des Krieges in der Welt.
Dann sind wir betroffen, bedrückt, freudlos, niedergeschlagen, trübsinnig, wehmütig, wir haben Weltschmerz – wir trauern. So ist Trauer Erinnerung des Herzens.
Es gehört zu unseren Werten, dass der Tote nicht vergessen wird und in Erinnerung bleibt. Erinnerung ist im persönlichen Bereich häufig
durch eine innige Beziehung oder Liebe geprägt. Um so nachhaltiger und tiefer ist die Trauer. Es braucht Zeit, um die Trauer zu überwinden. Aber vergessen sollten wir unsere Toten nie.
Die Gedenksteine auf den Friedhöfen und Gräberanlagen, auch die vielen Kreuze an den Straßenrändern, zeugen davon.
Trauer im Sinne dieser Gedenkfeier ist aber vor allen Dingen Verpflichtung für den Frieden. Wir nehmen Anteil am Mitmenschen, wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Aus diesem Gedenken entsteht die Verpflichtung, alles zu tun, damit nicht erneut Menschen Opfer von Kriegen und Gewalt werden.
Wir erinnern, weil wir nicht vergessen dürfen und nicht vergessen können. Wir müssen die Botschaft der Millionen Gräber und Kreuze aufgreifen und begreifen. Ihre Botschaft heißt Frieden und Versöhnung und dafür einzutreten ist eine Mahnung, die die Opfer, um die am Volkstrauertag getrauert wird, uns mitgeben.
Trauer ist kein Zeichen von Schwäche und darf kein „Störfaktor“ in der heutigen Zeit sein.
Trauer ist Stärke.
- Stärke, sich mit dem Verlust eines Menschen auseinander zu setzen, um darüber hinweg zu kommen.
- Stärke, zu seinen Gefühlen zu stehen und dabei Hilflosigkeit, Kummer, Leid und Verzweifelung zuzulassen.
- Stärke, sich neu zu orientieren.
- Stärke, Zuversicht und Hoffnung nicht aufzugeben.
- an die Unantastbarkeit und Unverletzlichkeit der Menschenwürde,
- an die Kriegsgräber des Volkes,
- an Kriege und ihre Auswirkungen auf Menschen, Länder und Kulturen,
- an ähnliche internationale oder nationale Ereignisse in der Gegenwart.
- Nie wieder Krieg! Verhindert Gewalt!
- Lernt aus der Vergangenheit!
- Überwindet Hass, Vorurteile und Intoleranz!
- Arbeitet für den Frieden und Versöhnung!
