Der Kreisverband Paderborn des Volksbundes Deutsche Kriegsgräber führt jährlich eine Reise zu Kriegsgräbern durch. So auch in diesem Jahr. Das Reiseziel war die Stadt Breisach und das Elsaß. Gleich zu Beginn stand bereits auf der Hinreise eine Führung durch das Europäische Parlament in Straßburg auf dem Programm. Es folgte kurz vor dem Ziel in Breisach eine Überraschung: Zum Hotel auf dem Münsterberg in Breisach führte für Busse nur eine Straße durch einen mittelalterlichen Torbogen – hier paßte der Bus nicht hindurch, sodaß es „Aussteigen“ hieß und „Umsteigen“ in einen kleineren Bus.
Der zweite Tag führte die Gruppe nach Colmar mit einer Führung durch den schönen mittelalterlichen Stadtkern. Wer wollte, konnte auch sich die Zeit nehmen, sich den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald im Museum „Unter Linden“ anzuschauen. Anschließend besuchte die Gruppe den Soldatenfriedhof in Colmar, auf dem in einer Gesamtanlage deutsche und französische Gefallene ihre letzte ewige Ruhestätte gefunden haben. Hiernach fuhr die Gruppe nach Cernay (Sennheim), um auch dort den deutschen Gefallenen auf dem Soldatenfriedhof zu gedenken.
Der dritte Tag war der Elsässer Weinstraße gewidmet. Er begann mit einer Wallfahrt auf den Mont St. Odile und dem Besuch der dortigen Klosteranlage. Die sich anschließende Fahrt auf der Weinstraße mit den engen Torbögen und Ortsdurchfahrten forderte das ganze Können des Fahrers Gottesleben der Firma Hammerschmidt ab. Sehr schön waren die Fahrten durch die lieblichen Weinberge an den Hängen der Vogesen. Gegen Mittag wurde der Weinort Egisheim besucht, vor allen Dingen aber eine Weinprobe mit dem traditionellen Gugelhupf genossen. Ein nachmittäglicher Spaziergang durch Kaysersberg bot auch die Gelegenheit, das kleine Museum im Geburtshaus des deutschen Arztes Albert Schweitzer zu besichtigen. Bevor es dann zum Hotel zurückging, stand noch eine Besichtigung und ausführliches Probieren in der Breisacher Sektkellerei Geldermann auf dem Programm.
Nach den Sinnenfreuden des Vortages fuhr die Gruppe am vierten Tag nach Straßburg, um nach einer ausführlichen Stadtführung eine Bootsfahrt auf der Ill zu unternehmen. Hierbei boten sich neue Perspektiven der Stadt dar. Auf dem Soldatenfriedhof Straßburg-Kronenburg wurde auf Wunsch einer Reiseteilnehmerin das Grab des Pioniers Andreas Mayr, der am 23. /. 1916 fiel, gesucht und gefunden.
Der letzte Tag begann mit dem Besuch des als Festung gebauten und als solche noch erhaltenen Stadt Neuf Brisach, von der der Sonnenkönig Ludwig XIV. einmal sagte: „Von allen Diamanten meiner Krone ist dieser der schönste!“ In der Nähe von Sélestat liegt der kleine Weinort Bergheim mit einem in die Weinberge eingebetteten deutschen Kriegsgräberfriedhof. Die Gruppe besuchte hier das Grab des Verwandten eines Reiseteilnehmers. Der Gefreite Reinhold Thater fiel am 2. 12. 1944.
Auf allen Friedhöfen hielt der Ehrenlandrat Köhler eine kleine Gedenkrede zur Erinnerung an das Grauen der Kriege und zur Mahnung an den Frieden. Die gesamte Reise wurde von Jochen Reimer geleitet.
