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14. Dezember 2017

"Jeder Mensch ist wertvoll“

Initiator Landrat Manfred Müller ist zum fünften Mal Schirmherr der Aktion „Weihnachten für Obdachlose“

Bildunterzeile:  Haben sich beim Adventsessen Obdach- und Wohnungslosen engagiert:  für Lea Pauli, Tim Kukuk, Angelika Grohn, Andreas Czorny (Schulleiter Helene-Weber-Berufskolleg), Bernd Haubeil, Ernst Kuhnt, Max Julian Baumann, Dirk Tschischke (Vorsitzender Paderborner Köchevereinigung), Carsten Jungewelter, Peter Grobert, Julian Wilk, Artur Kerbs, Landrat Manfred Müller, Elmo Spieß (Sparkasse Paderborn-Detmold), Franz Kudak (Malteser Hövelhof), Willi Schmidt, Karl-Heinz Lieb (Malteser), Gabi Tschischke, Joachim Veenhof (SKM) (Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler) 
Bildunterzeile: Haben sich beim Adventsessen Obdach- und Wohnungslosen engagiert: für Lea Pauli, Tim Kukuk, Angelika Grohn, Andreas Czorny (Schulleiter Helene-Weber-Berufskolleg), Bernd Haubeil, Ernst Kuhnt, Max Julian Baumann, Dirk Tschischke (Vorsitzender Paderborner Köchevereinigung), Carsten Jungewelter, Peter Grobert, Julian Wilk, Artur Kerbs, Landrat Manfred Müller, Elmo Spieß (Sparkasse Paderborn-Detmold), Franz Kudak (Malteser Hövelhof), Willi Schmidt, Karl-Heinz Lieb (Malteser), Gabi Tschischke, Joachim Veenhof (SKM) (Foto: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreis Paderborn, Anna-Sophie Schindler)

Weiße Tischdecken, blaue Platzteller, zu Fröschen gefaltete Servietten: Das Übungsrestaurant des kreiseigenen Helene-Weber-Berufskollegs ist feierlich geschmückt. Die Gäste sind an diesem Tag Menschen, die es nicht so gut getroffen haben - Menschen, die keine eigene Wohnung haben oder auf der Straße leben. Der Tag steht unter dem Motto „Weihnachten für Obdachlose“, angelehnt an Frank Zanders gleichnamige Aktion.

„Wir lösen mit diesem Essen zwar nicht Ihre Probleme und Sorgen, aber wir zeigen ihnen damit, dass Sie uns als Teil der Gesellschaft wichtig sind“, sagte Landrat Manfred Müller, der Initiator und von Anfang an seit 2013 Schirmherr der Aktion ist. „Jeder Mensch ist wertvoll“, fügt er hinzu.


Aktion lebt von vielen ehrenamtlichen Helfern


Möglich wird die Aktion nur durch ganz viele ehrenamtlichen Helfer. „Wir machen das hier schon fünf Jahre. Wir alle sind ein familiäres Team geworden“, sagt Franz Kudak, Geschäftsführer der Malteser Hövelhof. Er koordiniert das Projekt federführend. Bei einem Grillen Mitte November hat Kudak alle Wohnungs- und Obdachlosen zum Adventsessen eingeladen. Die Gestaltung und den Druck der Einladungen übernahm Malteser Karl-Heinz Lieb. Auch der katholische Verein für soziale Dienste (SKM) mit Joachim Veenhof half dabei, die Menschen zu erreichen und ins Helene-Weber-Berufskolleg einzuladen.

Zum Helferteam gehören natürlich auch die Köche der Paderborner Köchevereinigung mit ihrem Vorsitzenden Dirk Tschischke. Sie haben das Menü zusammengestellt und die Currysuppe, Kalbsrouladen mit Gemüse und Gnocchi und das Dessertbuffet zubereitet. „Weihnachten bedeutet, Menschen glücklich zu machen. Ich tue es mit dem, was ich am besten kann. Kochen“, sagt Tschischke.

Serviert wurde das Essen von den Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs. Sie machen Ausbildungen zu Köchen, Restaurant- und Hotelfachleuten.

Für Musik sorgte Familie Merschmann mit dem Auswahlchor der Paderborner Stephanusschule. 13 Kinder zwischen acht und zehn Jahren sangen Weihnachts- und Adventslieder.


Aus der Sucht heraus auf der Straße gelandet


Die Stimmung beim Essen ist gut. Man sitzt zusammen, tauscht sich aus und es scheint, als wären alle Sorgen für einen Moment vergessen. So geht es auch David (Name geändert). Er ist Mitte 20, Anfang 30. Seinen richtigen Namen möchte er nicht verraten – aus Scham. Sein Bruder habe einen guten Job. Er möchte ihm keine Probleme machen.

Auf der Straße gelandet ist David aus der Sucht heraus. Er bekam Depressionen und ist nach und nach abgerutscht. Es sei schwer wieder Fuß zu fassen. Bei der Wohnungssuche werde er immer nach einem Arbeitsvertrag gefragt, den er nicht vorlegen kann. Trotz allem sei er ehrlich geblieben. So klaue er nicht, um seine Sucht zu finanzieren. „Ich bin kein Junkie“, macht er klar.

Seit einiger Zeit ist er in professioneller Behandlung. Er kommt in Notunterkünften verschiedener Hilfeeinrichtungen unter. „Aber ich komme da nicht raus, aus diesem Kreislauf. Das geht schon drei oder vier Jahre so“, sagt er. Er wünscht sich bessere Hilfen, vielleicht einen Flüchtlingscontainer oder ein Tiny House (zu Deutsch: Mini-Haus), das er nach seinen Vorstellungen einrichten kann.

Auf das Adventsessen im Helene-Weber-Berufskolleg wurde er durch Franz Kudak aufmerksam. Er habe David beim Pfandflaschen sammeln angesprochen. „Ich nehme das Angebot gerne an. Warum soll ich nicht auch mal schön essen?“, sagt David.


Rund 50 Obdachlose und rund 200 Wohnungslose im Stadtgebiet Paderborn


Sozialarbeiter Joachim Veenhof vom SKM sind Schicksaale wie diese gut bekannt. Er beobachtet, dass sich das Problem der Wohnungs- und Obdachlosigkeit in den vergangenen Jahren verändert hat. „Der Anteil der Frauen und jüngeren Menschen wächst“, sagt Veenhof. Genaue Zahlen hat er keine, weil es immer eine bestimmte Dunkelziffer gebe. Bekannt sind ihm rund 50 Obdachlose und rund 200 Wohnungslose im Stadtgebiet Paderborn. Wohnungslos bedeutet dabei lediglich, dass kein Mietverhältnis besteht. Die Menschen leben nicht zwangsläufig auf der Straße, sondern kommen teilweise bei Bekannten oder in Hilfseinrichtungen unter. Obdachlos bedeutet, dass die Menschen tatsächlich kein festes Dach über dem Kopf haben.

Eines wird dem Helferteam an diesem Tag deutlich: Obdachlosigkeit ist etwas, das jeden treffen kann. „Hier sind auch Menschen, die studiert haben, die Ingenieure sind“, weiß Malteser Kudak. Schulleiter Andreas Czorny freut sich ebenso über die vielen Gäste in seiner Schule. „Das bedeutet uns viel und unterstreicht auch das Konzept der Schule. Neben einer fachlich guten Ausbildung bekommen die Schüler hier auch soziales Engagement vermittelt.“


Schülerin will selbst aktiv werden und helfen


Die Schülerinnen und Schüler sehen das genauso: „Tatsächlich beschäftigt man sich wenig mit dem Thema Obdachlosigkeit. Das ist eine tolle Aktion“, sagt Tim. Lea geht sogar einen Schritt weiter und will ihren Chef fragen, ob er zu viel gekaufte Lebensmittel künftig an die Tafel spenden will.

Auch die ganz Kleinen berührt das Thema Obdachlosigkeit, weiß Sängerin Petra Merschmann. Mit dem Auswahlchor der Stephanusschule war sie bereits zum zweiten Mal bei den Adventsessen dabei. Vorher hat sie das Thema mit den Kindern besprochen. „Ein Kind hat im letzten Jahr einen Mann vor Rührung weinen sehen und wollte auf jeden Fall wieder kommen, um ihn noch einmal glücklich zu machen.“

Als Geschenk gaben die Malteser den Obdach- und Wohnungslosen noch warme Socken mit auf den Weg.

Finanziell unterstützt wird die Aktion von der Sparkasse Paderborn-Detmold.

 
 
 

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