Erfahrungsbericht

Duales Studium Bachelor of Laws

Bachelor of Laws, Lennart

Mein Name ist Lennart, und ich absolviere seit September 2024 das duale Studium Bachelor of Laws beim Kreis Paderborn.

Derzeit befinde ich mich im zweiten Ausbildungsjahr. Besonders spannend finde ich die Kombination aus Theorie und Praxis: Während ich an der Hochschule die rechtlichen und verwaltungsbezogenen Grundlagen erlerne, kann ich diese in den abwechslungsreichen Praxisphasen im Kreishaus direkt anwenden. So erhalte ich einen umfassenden Einblick in die vielseitigen Aufgaben und Tätigkeitsbe-reiche der Kreisverwaltung.

Der Beginn des Studiums

Bereits vor dem offiziellen Studienbeginn hatte ich die Gelegenheit, meine Mitstudierenden und die Ausbildungsleitung kennenzulernen. Bei einem gemeinsamen Abendessen im Brauhaus sowie beim traditionellen Libori-Besuch konnten wir erste Kontakte knüpfen und uns in entspannter Atmosphäre austauschen. Dadurch fiel der Start ins Studium deutlich leichter.

Im September begann dann die Einführungswoche im Kreishaus Paderborn. In diesen Tagen erhielten wir einen umfassenden Einblick in die Struktur und Arbeitsweise der Kreisverwaltung und lernten verschiedene Führungskräfte sowie Ansprechpersonen kennen. Besonders interessant waren die Besuche einiger Außenstellen, darunter die Kreisfeuerwehrzentrale und das Kreismuseum Wewelsburg. Neben den fachlichen Programmpunkten kam auch das gemeinsame Miteinander nicht zu kurz – beispielsweise bei einer Runde Adventuregolf.

Den Abschluss der Einführungswoche bildete der Besuch der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) Nordrhein-Westfalen am Standort Bielefeld. Dort lernten wir unsere Kommilitonen aus anderen Verwaltungen kennen und erhielten wichtige Informationen zum Aufbau und Ablauf des Studiums.

Die Studienabschnitte

Nach der Einführungswoche begann der erste Studienabschnitt an der HSPV. Die Vorlesungen finden in festen Kursverbänden mit rund 25 Studierenden statt, wodurch eine angenehme Lernatmosphäre entsteht und ein enger Austausch mit den Dozent/innen und den Kommiliton/innen möglich ist.

In den folgenden Monaten standen vor allem rechtliche Grundlagenfächer wie Staats- und Europarecht, Sozialrecht, Kommunalrecht sowie Polizei- und Ordnungsrecht auf dem Stundenplan. Die theoretischen Inhalte werden dabei regelmäßig anhand praxisnaher Fallbeispiele vertieft, sodass früh ein Bezug zur späteren Tätigkeit in der Verwaltung hergestellt wird.

Ergänzt werden die juristischen Inhalte durch betriebswirtschaftliche Module wie Externes Rechnungswesen und öffentliche Betriebswirtschaftslehre sowie sozialwissenschaftliche Fächer wie Soziologie und Psychologie. Diese Kombination vermittelt ein umfassendes Verständnis für die Aufgaben und Entscheidungsprozesse einer modernen Verwaltung und hilft dabei, die unterschiedlichen Anforderungen im Umgang mit Beürgerinnen und Bürgern besser nachzuvollziehen.

Die Praxisphasen

Meine bisherigen Praxisabschnitte habe ich im Büro des Kreistags und der Kommunalaufsicht sowie im Jugendamt im Bereich der Eingliederungshilfe absolviert. Sie haben mir einen guten Einblick in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche einer Kreisverwaltung vermittelt.

Während meines ersten Praxiseinsatzes im Büro des Kreistags stand insbesondere die Vorbereitung der anstehenden Kommunalwahlen im Mittelpunkt. Dabei wurde ich von Beginn an aktiv in die Arbeitsabläufe eingebunden und konnte die Kollegen beispielsweise bei der Prüfung von Wahlvorschlägen und Unterschriftenlisten unterstützen. Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, an einer Kreistags- und einer Ausschusssitzung teilzunehmen. Dadurch erhielt ich einen unmittelbaren Einblick in die politischen Entscheidungsprozesse auf Kreisebene und das Zusammenspiel von Verwaltung und Politik.

Im Praxisabschnitt in der Eingliederungshilfe lernte ich die Arbeit der Leistungsverwaltung kennen. Hier wird geprüft, welche Unterstützungsleistungen Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen gewährt werden können, um ihre gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern. Besonders interessant war für mich die Teilnahme an den regelmäßigen Entscheidungskonferenzen, in denen gemeinsam mit den Sozialarbeitern über individuelle Hilfebedarfe beraten wurde. Dadurch erhielt ich ein besseres Verständnis dafür, welche Faktoren bei der Entscheidung über Unterstützungsleistungen berücksichtigt werden müssen. Darüber hinaus unterstützte ich die Mitarbeitenden bei der Bearbeitung laufender Fälle. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem der Versand von Antragsunterlagen sowie die Pflege und Aktualisierung von Falldaten. Dadurch erhielt ich einen praxisnahen Einblick in die täglichen Abläufe und Herausforderungen dieses Arbeitsbereiches.

Weitere Highlights

Ein besonderer Abschnitt während des Studiums ist das Praxisprojekt im zweiten Studienjahr. Gemeinsam mit zehn weiteren Studierenden aus verschiedenen Verwaltungen haben wir ein Konzept zur Messung und Steigerung der Servicequalität im neu eingerichteten ServiceCenter des Kreises Paderborn entwickelt. Dabei konnten wir eigene Ideen einbringen und diese unter Berücksichtigung der organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen kritisch reflektieren und weiterentwickeln. Um ein möglichst praxisnahes Konzept zu erarbeiten, standen wir in engem Austausch mit den Mitarbeitenden des ServiceCenters und absolvierten dort zudem einen Praktikumstag. Dadurch erhielten wir wertvolle Einblicke in die täglichen Abläufe sowie in den direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern.

Neben den fachlichen Erfahrungen bietet das duale Studium beim Kreis Paderborn auch viele Möglichkeiten, die Gemeinschaft mit den anderen Auszubildenden und Studierenden zu stärken. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen beispielsweise das jährliche Betriebsfest sowie die Weihnachtsfeier der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Darüber hinaus werden immer wieder besondere Aktivitäten organisiert. So besuchten wir im vergangenen Jahr ein Spiel des SC Paderborn und hatten in diesem Jahr die Gelegenheit, nach Brüssel zu reisen, um das Europaparlament zu besichtigen und mit einer Europaabgeordneten zu sprechen. Solche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, auch außerhalb des Arbeitsalltags mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen in Kontakt zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und den Zusammenhalt innerhalb der Kreisverwaltung zu stärken.

Mein Fazit

Rückblickend hat sich die Entscheidung für das duale Studium beim Kreis Paderborn für mich als genau die richtige Wahl erwiesen. Die Kombination aus abwechslungsreichen Praxisphasen und den theoretischen Studienabschnitten ermöglicht einen vielseitigen Einblick in die Arbeit der öffentlichen Verwaltung und bereitet optimal auf das spätere Berufsleben vor. Daher würde ich mich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden und kann das duale Studium beim Kreis Paderborn jedem empfehlen.