10. September 2018

Fußball im Nationalsozialismus – mehr als nur ein Spiel

- 10. Wissenschaftliches Symposium im Kreismuseums Wewelsburg am Samstag, 15. September, von 14 bis 18.30 Uhr, Teilnahme kostenlos - Kostenlose Öffentliche Führung „Fußball im Nationalsozialismus“ von 11 bis 13 Uhr

Die Spielfelder des SV 13 Paderborn (links) und der DJK Paderborn (rechts) auf dem heutigen Maspernplatz mit Blick auf den Paderborner Dom, 1920er Jahre (Stadt- und Kreisarchiv Paderborn) 
Die Spielfelder des SV 13 Paderborn (links) und der DJK Paderborn (rechts) auf dem heutigen Maspernplatz mit Blick auf den Paderborner Dom, 1920er Jahre (Stadt- und Kreisarchiv Paderborn)

Fußball in Deutschland hat eine über hundert Jahre alte Tradition. Schon in den 1920er Jahren gab es eine große Vielfalt an Vereinen und Wettbewerben. Diese Tradition wurde mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zerschlagen. Viele Sportvereine wurden verboten, Mitglieder und Fans ausgeschlossen. Fußball musste sich der Politik und Ideologie des Nationalsozialismus unterordnen. Das wissenschaftliche Symposium des Kreismuseums Wewelsburg unter dem Titel " Fußball im Nationalsozialismus – mehr als nur ein Spiel“ informiert über die „Gleichschaltung“ im Fußball nach 1933 und das Schicksal jüdischer Fußballvereine. Wie haben sich die Fußballvereine in der Zeit des Nationalsozialismus verhalten? Was ist mit den Fußballern passiert? Diskutiert wird auch, wie die Bundesligavereine in diesen Tagen mit ihrer NS-Vergangenheit umgehen. Einzelne Fußballclubs geben Einblicke in die Arbeit ihrer Fanbeauftragten und die Fanprojekte gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Das Symposium findet am Samstag, 15. September zwischen 14 und 18.30 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg statt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird unter Tel. 02955 7622-0 gebeten.

Landrat Manfred Müller und der Vorsitzenden des Fördervereins des Kreismuseums Wewelsburg, Heinz Köhler, Kreisdirektor a.D., eröffnen die Veranstaltung um 14 Uhr.

Danach gibt Dietrich Schulze-Marmeling aus Münster einen Überblick über den deutschen Fußball in der NS-Zeit. Welche Vereine und Fußballer profitierten von der „Gleichschaltung“? Welche Clubs und Funktionsträger verweigerten die Diskriminierung jüdischer Spieler?

Prof. Dr. Lorenz Peiffer aus Hannover referiert über die Verfolgung der jüdischen Fußballvereine im Dritten Reich. Im Fokus steht dabei die „Sportgruppe 100“ Schild Paderborn.

Dr. Christine Walther aus Gelsenkirchen beleuchtet unter dem Thema „Zwischen Blau und Weiß liegt Grau“ – Warum es auf Schalke keinen Fritz-Szepan-Weg gibt, die vielschichtige Geschichte des FC Schalke 04 im Nationalsozialismus.

Matthias Thoma aus Frankfurt untersucht die Geschichte des Traditionsvereins Eintracht Frankfurt während der Jahre 1933 – 1945.

In der Abschlussdiskussion werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fanprojekte und Fanbeauftragte der Vereine FC Schalke 04, Borussia Dortmund 09 und Eintracht Frankfurt über die Herausforderungen berichten, sich mit der eigenen Vereinsgeschichte im Dritten Reich auseinanderzusetzen. Wie spiegelt sich diese Zeit noch heute in der Arbeit mit den Fans wider? Das Symposium wird in Kooperation mit dem Förderverein Kreismuseum Wewelsburg e. V. durchgeführt.

Zum Einstieg in das Thema findet am Samstag, 15. September um 11 Uhr an einer öffentlichen Themenführung „Fußball im Nationalsozialismus“ in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945 statt.
Die rund zweistündige Führung ist für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren geeignet. Die Teilnahme ist kostenlos..

 
 
 

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