20. Januar 2022

Wie junge Menschen jüdisches Leben in Westfalen-Lippe sehen

Kreismuseum Wewelsburg zeigt die multimediale Ausstellung des Vereins Vorlesebande noch bis zum 17. März

zu sehen sind die Teilnehmenden  
Stellvertretender Landrat Hans-Bernd Janzen, Projektleiterin Sarah Mevers, Kristina Berners, Yeliz Özmen, Simon Rulle, Pascal Hoffmann, Museumsleiterin Kirsten John-Stucke. Auf dem Bild fehlen: Projektleiter Karsten Strack und vom Projektteam Lucia Geringswald, Joris Kociemba und Isabelle Ahrend Foto: Projekt Vorlesebande e. V.

Jüdisches Leben in Westfalen-Lippe ist in der Vergangenheit immer wieder wissenschaftlich, literarisch und künstlerisch aufgearbeitet worden. Was bislang fehlte oder nur äußerst selten thematisiert wurde, ist die Sichtweise junger Menschen. Der jugendliche Blickwinkel auf jüdischen Leben in der Region und in Deutschland ist im Kreismuseum Wewelsburg in Form einer multimedialen Wanderausstellung bis zum 17. März zu sehen: Durch Workshops, Austausch und die Vernetzung von jungen jüdischen Aktiven und Kunstschaffenden entstanden Kurzgeschichten, Gedichte, Interviews, Theater- und Poetry Clips zur Thematik.

Die Ausstellung konzentriert sich dabei nicht nur auf vergangene und aktuelle jüdische Geschichte. Gezeigt wird vielmehr die Sichtweise einer jungen Generation, die sich in der Ausrichtung und im Aufbau der Ausstellung widerspiegelt . "Unsere Ausstellung zeigt die Perspektive von jungen Menschen auf die Thematik und umfasst primär nicht-jüdische, jedoch auch jüdische Blickwinkel. Sie stellt Fragen, ergänzt und zeigt Leerstellen, die noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig Austausch und Recherche sind. Wir möchten im Hier und Jetzt miteinander sprechen und gemeinsam verändern. Dazu möchten wir mit unserer Ausstellung gerne anregen. Es gibt einige interaktive Elemente in der Ausstellung, die dazu einladen, zu ergänzen und weiterzudenken. Also teilen Sie gerne Ihren Blickwinkel mit uns!", resümiert und appellierte Sara Mevers im Rahmen der Ausstellungseröffnung.

Projekte wie „Meet a Jew“ haben es dem Projektteam rund um Projektleitung Sarah Mevers und Karsten Strack ermöglicht, in einen gemeinsamen und wertschätzenden Dialog zu treten und heutige jüdische Perspektiven von jungen Menschen kennenzulernen. Gemeinsam wurde so herausgearbeitet, wo sich Leerstellen in Bezug auf jüdisches Leben in Deutschland und Westfalen befinden – die Ausstellung ist somit ein Versuch, einen Teil dieser Leerstellen zu füllen und die Besuchenden zu genau den Fragen anzuregen, die sich die Mitwirkenden im Laufe des Projekts selbst gestellt haben. So ist eine kreative und multimediale Ausstellung entstanden, die ganz unterschiedliche Blickwinkel auf jüdisches Leben zeigt und einen wertvollen Abschluss des Projekts „Blickwinkel Jugend: Jüdisches Leben in Westfalen-Lippe“ bildet.

„Der Kreis Paderborn sieht in der Bekämpfung des Rechtsextremismus und Rassismus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und setzt sich für gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz ein. „Sie sehen“, betont der stellvertretende Landrat des Kreises Paderborn, Hans-Bernd Janzen, „wie vielfältig und nachhaltig sich die Akteure der politischen Bildungsarbeit im Kreis Paderborn miteinander vernetzen, um gemeinsam gegen Antisemitismus und Rassismus und für Toleranz und ein Miteinander zu arbeiten“.

Das DemokratieBüro „Vielfalt lieben“, das beim Kreismuseum Wewelsburg angesiedelt ist und von Victoria Evers und Milan Bachem geleitet wird, fördert innovative Projekte, die sich gegen Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus wenden – so auch das Projekt, das im Rahmen der Wanderausstellung gezeigt wird. Janzen bedankte sich auch bei Dina Peppmöller, die als Projektleiterin des bundesweiten Themenjahrs „#2021Jüdisches Leben in Deutschland“ die Veranstaltungen des Kreismuseums betreut hat und gleichzeitig als Koordinatorin des Bundesprojekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Kreis Paderborn auch das Gymnasiums St. Michael Paderborn und das Berufskollegs Schloss Neuhaus berät, die in diesem Projekt mitgearbeitet haben. Das Projekt wird zudem von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Förderprogramms zum Themenjahr „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“ gefördert.

Träger des Projekts ist der Verein Vorlesebande e. V., der sich seit 2014 für eine inklusive und integrative Kreativ- und Kulturarbeit – vor allem mit Kindern und Jugendlichen – in Form von Projekten, Workshops und Veranstaltungen engagiert. Der künstlerische Zugang soll den Teilnehmenden eine Plattform bieten, sich mitzuteilen, teilzuhaben und mitzuwirken. Darüber hinaus unterstützt der Verein medizinische Kindereinrichtungen und Hospize mit mobilen Bibliotheken und veranstaltet in regelmäßigen Abständen Leserunden und Poetryslam.

Bis zum 17. März 2022 ist die multimediale Wanderausstellung im Sonderausstellungsraum des Kreismuseums Wewelsburg zu sehen. Der Zugang erfolgt durch die Gedenkstätte, der Eintritt ist frei.

 
 
 

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