27. Februar 2026

Angelika Henze-Evens aus Delbrück erhält Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland

Jahrzehntelanger Einsatz im sozialen Bereich gewürdigt

Angelika Henze-Evens aus Delbrück erhält Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland  
Freude über die Auszeichnung von Angelika Henze-Evans mit dem Bundesverdienstkreuz bei Delbrücks Bürgermeister Johannes Lindhauer, ihrer Frau Dagmar Henze, Angelika Henze-Evans und Landrat Christoph Rüther (v.l.). © Kreis Paderborn, Melina Sohlich

Menschlichkeit und Solidarität, diese Werte prägen das Leben von Angelika Henze-Evens aus Delbrück. Für ihren langjährigen Einsatz im Dienste der Allgemeinheit ist Henze-Evens jetzt mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Christoph Rüther überreichte im Kreishaus die Ordensinsignien und richtete gleichzeitig die Glückwünsche des NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst sowie der Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling aus Detmold aus.

Obwohl sich Frauen und Männer in unserer Gesellschaft gleichermaßen engagieren, werden nur rund ein Drittel der Ehrungen an Frauen verliehen. 

„Dabei leisten sie Großes in unserer Gesellschaft. Ob in Vereinen, Unternehmen oder im privaten Umfeld sorgen sie neben Zusammenhalt und Menschlichkeit gleichfalls für Fortschritt, Innovation und Kreativität. Dafür gebührt ihnen unser besonderer Dank“, betonte Landrat Christoph Rüther im Rahmen seiner Laudatio. 

Angelika Henze-Evens, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Söhne, wurde 1961 in Leipzig geboren. Aufgrund ihrer politischen Überzeugung und ihres daraus resultierenden Widerstands gegen das Regime der damaligen DDR kam sie von September 1980 bis Mai 1981 in Haft. Nach dieser Zeit wurde die Wahl-Delbrückerin in Westfalen heimisch. 1998 wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit und eröffnete eine Hundeschule. Diese Aufgabe erfüllt sie seitdem mit viel Herz und voller Leidenschaft. 

Als Züchterin und Ausbilderin von Golden Retrievern war es von Anfang an ihr Ziel, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Schon früh beschäftigte sie sich deshalb mit den Anforderungen, die Assistenzhunde zu erfüllen haben. Ihr jahrzehntelang erarbeitetes Wissen hilft ihr dabei, bereits bei Junghunden das Talent für einen späteren Assistenzhund zu erkennen. Eine enge Zusammenarbeit pflegte Henze-Evens mit einem Assistenzhundevereins im Westerwald, dem sie auch Tiere aus eigener Zucht übergab. Über ein Jahrzehnt arbeitete sie am Basistraining von jungen Hunden mit und unterstützte bereits bestehende Mensch-Hunde-Teams.

Seit 2014 bildet Henze-Evens selbst Assistenzhunde aus – an sieben Tagen in der Woche, 24 Stunden täglich. Freie Wochenenden kennt sie nicht und auch im Urlaub sind die Tiere an ihrer Seite.

Im Vordergrund ihrer Arbeit steht dabei immer, dass es Mensch und Tier gut geht und sie zu einem engen Team zusammenwachsen. Sowohl bei Multipler Sklerose, psychischen Erkrankungen oder Autismus kann der Einsatz eines Tieres die Lebensqualität des betroffenen Menschen erheblich verbessern. 

„Mit Ihrer Ruhe, Geduld und Gelassenheit im Umgang mit den Hunden sowie ihrer Sensibilität und Feinfühligkeit den Menschen gegenüber, finden Sie für jedes Problem einen Lösungsvorschlag“, bewundert Landrat Christoph Rüther das Tun der Delbrückerin.

Arbeitsintensiv ist die Ausbildung der Tiere. Täglich übt die Geehrte gewöhnliche Situationen - den Besuch eines Wochenmarktes, das Fahren mit Bus und Bahn. Außerdem werden sowohl Kommandos und Begrifflichkeiten erlernt, als auch das Laufen neben Rollstühlen oder das Öffnen von Schubladen geübt. Perfektioniert wird das Suchen von Alltagsgegenständen. Eine arbeitsintensive Ausbildung, die pro Tier bis zu zweieinhalb Jahre dauern kann, führt schließlich zu einer Vorstellung mit einem Bewerbenden. Um das tägliche Leben zu trainieren, leben die Menschen mit Einschränkung auch im Haushalt der Geehrten. Außerdem findet eine Nachbetreuung statt. 

Acht tierische und menschliche Teams wurden von ihr bereits zusammengestellt, den Betroffenen so scheinbar Unerreichbares ermöglicht und Lebensqualität, Glück und Selbstvertrauen geschenkt. Alle Teams gehörten zu den ersten Gratulanten im Paderborner Kreishaus – nur denkbar dank der gut ausgebildeten Assistenzhunde.

2019 gründete Angelika Henze-Evans zusammen mit der Hundetrainerin Heike Rohm den gemeinnützigen Verein „Assistenzhunde by my side e.V.“ um hilfebedürftigen Menschen Unterstützung in ihrer Lebensführung zukommen zu lassen. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden. Seit Gründung ist die Beliehene 1. Vorsitzende und kümmert sich um die Vereins- und Vorstandsarbeit, die Akquisition von Spenden und Sponsoren sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

 
Für die musikalische Umrahmung der Ordensverleihung sorgten die Musizierenden Melissa Lichtenwald, Max Sawodowski, Finn Kaspari und Johannes Kaiser von der Kreismusikschule Paderborn mit ihrem Gitarrenlehrer José Gonzáles.

Die Stufen des Verdienstordens

Der Verdienstorden wird in acht Stufen verliehen. Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Der Bundespräsident entscheidet, wem die Auszeichnung verliehen wird. Als weitere Ausführungen folgen das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband sowie das Großkreuz. Die Sonderstufe des Großkreuzes ist Staatsoberhäuptern vorbehalten. Weitere Informationen zu den Stufen des Verdienstordens finden Sie unter www.bundespräsident.de/orden.

 
 
 

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