26. Februar 2026
Kreis Paderborn übernimmt Kosten für erforderlichen Sachkundeerwerb
Rund ein Drittel der in Stadt und Kreis Paderborn registrierten Berufsbetreuer erreicht in den nächsten Jahren das Rentenalter. Gleichzeitig steigt die Anzahl derer, die einer gesetzlichen Betreuung bedürfen. Beide Behörden sind deshalb dringend auf der Suche nach interessierten Personen, die diese verantwortungsvolle berufliche Tätigkeit ausüben möchten. Das könnten beispielsweise Sozialarbeiter, Sozialpädagogen oder Juristen sein, gerne aber auch Quereinsteiger mit einer ganz anderen Vita.
Thomas Deimel ist Diplom-Sozialpädagoge und begleitet als selbstständiger Berufsbetreuer seit 1997 Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr allein regeln können. Im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises Paderborn warb er kürzlich zusammen mit Christine Arndt von der Betreuungsbehörde des Kreises Paderborn für diese wichtige Aufgabe und seinen abwechslungsreichen Beruf. Sein Antrieb seit 28 Jahren: hilfebedürftige Menschen dabei zu unterstützen, gehört zu werden, ihre Rechte wahrzunehmen und ein Leben zu führen, das ihren Wünschen bestmöglich entspricht.
„Zu sehen, wie sich Lebenssituationen durch gute Betreuung spürbar verbessern – finanziell, gesundheitlich und menschlich“, sei der Grund, warum er diesen Beruf jeden Tag mit Überzeugung ausübe.
Eine Hürde, die potenzielle neue Interessenten für den Beruf abschrecken könnte, hat der Kreis Paderborn nun genommen und einen Anreiz für den Berufseinstieg geschaffen: Seit der Betreuungsrechtsreform 2023 müssen Quereinsteiger kostenpflichtige Lehrgänge absolvieren, um die notwendige Sachkunde für den Beruf nachzuweisen.
„Der Kreis Paderborn hat ein Budget in Höhe von 25.000 Euro eingerichtet, aus dem zukünftig die Kosten für den erfolgreichen Sachkundeerwerb erstattet werden können“, erklärt Kirsten Rüenbrink, Leiterin des Kreissozialamtes. Das entschied der Paderborner Kreistag in seiner Sitzung am 15. Dezember.
Für die aktuell im Kreisgebiet Paderborn tätigen Berufsbetreuer, die sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit beschäftigt sind, gab es kürzlich die Gelegenheit, im Rahmen eines Fachtages einen Überblick über aktuellen Entwicklungen und Neuerungen den Beruf betreffend zu erhalten sowie Raum für Rückfragen und kollegialen Austausch zu nutzen.
Die Tätigkeit eines Berufsbetreuers kann in Voll- oder Teilzeit ausgeübt werden. Berufsbetreuer sind selbstständig tätig und daher frei in ihrer Organisation.
Interessierte Personen, die dieser Tätigkeit nachgehen bzw. sich über das Berufsbild informieren möchten, können dies im Internet tun unter www.kreis-paderborn.de/berufsbetreuer.
Fragen beantwortet Jürgen Stroth vom Sozialamt des Kreises Paderborn unter Tel.: 05251 308 5003 oder per E-Mail an: strothj@kreis-paderborn.de.