21. Mai 2026

Digitale Gesundheitsplattform OWL im Einsatz

Rettungsdienst in Kreis und Stadt Paderborn greift jetzt flächendeckend auf Notfalldaten zu

Notfallsanitäterin Maike Twielemeier und ihre Kolleginnen und Kollegen erhalten über die Digitale Gesundheitsplattform OWL im Ernstfall auf Knopfdruck zentrale medizinische Informationen der Patienten. © Kreis Paderborn, Diana Ramme 
Notfallsanitäterin Maike Twielemeier und ihre Kolleginnen und Kollegen erhalten über die Digitale Gesundheitsplattform OWL im Ernstfall auf Knopfdruck zentrale medizinische Informationen der Patienten. © Kreis Paderborn, Diana Ramme

Wenn jede Sekunde zählt, liegen für die Rettungskräfte entscheidende Informationen bereits vor dem Eintreffen am Einsatzort bereit: Die Digitale Gesundheitsplattform OWL (DGP OWL) ermöglicht eine direkte Sicht auf zentrale medizinische Informationen, vorausgesetzt die Patientinnen und Patienten sind in der DGP OWL eingeschrieben und haben ihre Einwilligung zur Nutzung erteilt

An das System, das mittlerweile vollständig in die Rettungsdienste von Kreis und Stadt Paderborn implementiert wurde, sind alle Rettungswachen im Kreisgebiet angeschlossen.

„Dieser flächendeckende Anschluss ist ein entscheidender Schritt für eine schnellere und gezieltere Notfallversorgung“, erklärt Dominik Sicken vom Amt für Bevölkerungsschutz des Kreises Paderborn.

Kern der Anwendung ist ein digitales Notfall-Infoblatt. Es enthält strukturierte Angaben zu Vorerkrankungen, Medikamenten, Allergien und Notfallkontakten und steht im Einsatz unmittelbar zur Verfügung. Der Rettungsdienst erhält damit direkten digitalen Zugriff auf notfallrelevante Gesundheitsdaten und ist in ein sektorenübergreifendes Versorgungsnetzwerk eingebunden. Die Umsetzung in dieser Form ist bundesweit einmalig.

Wie bedeutend und zukunftsweisend die Idee dieser Plattform ist, zeigt der nachfolgende aktuelle Fall: Eine bewusstseinseingetrübte Person ohne Angehörige und fremde Personen in der Nähe, hatte den Rettungsdienst zur Hilfe gerufen. 

„Leider konnte sich die Person nicht mehr verständlich ausdrücken, sodass auf Rückfragen unsererseits zu Vorerkrankungen und Medikamenten keine Antwort kam“, berichtet Sicken. 

Dank der DGP OWL wurden weitere Hilfemaßnahmen jedoch bereits im Rettungswagen veranlasst. Die betroffene Person hatte auf der digitalen Plattform ihre medizinischen Informationen und Dokumente hinterlegt. So konnte die erforderliche Therapie direkt angepasst und eine gezielte Krankenhausauswahl getroffen werden.

„Wir bringen die relevanten Informationen direkt dorthin, wo sie im Notfall gebraucht werden: in den Rettungswagen und in die Abläufe der Einsatzkräfte integriert. Das verbessert die Entscheidungsgrundlage und unterstützt eine gezielte Versorgung“, erklären Nils Brinkmeyer und Thomas Gundlach, Geschäftsführung der DGP OWL.

Patientinnen und Patienten können ihr persönliches Notfall-Infoblatt über das Patientenportal der DGP OWL anlegen und aktualisieren. Die Eingabe erfolgt über ein Formular und bleibt jederzeit anpassbar.

Für den Kreis Paderborn ist die Plattform ein zentraler Baustein der Gesundheitsversorgung. Digitale Anwendungen werden gezielt im Rettungsdienst eingesetzt, um Abläufe zu verbessern und die Versorgung im Notfall zu unterstützen. Mit der vollständigen Anbindung aller Rettungswachen erweitert die DGP OWL die Rettungskette um eine digitale Komponente und stärkt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen.

Die Registrierung für die Plattform erfolgt derzeit über teilnehmende Krankenhäuser und Arztpraxen. Der Zugang zum Portal erfolgt über einen persönlichen Benutzernamen und ein Passwort, die den Nutzerinnen und Nutzern nach der Registrierung per E-Mail übermittelt werden. Das Patientenportal kann anschließend flexibel über einen Internetbrowser und zukünftig auch über eine native App auf verschiedenen Endgeräten wie Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone genutzt werden. Die Nutzung des Patientenportals ist freiwillig. 

Ein weiterer wichtiger Schritt folgt bereits in Kürze: Bis Mitte des Jahres soll eine Selbstregistrierung eingeführt werden. Künftig sollen sich Bürgerinnen und Bürger eigenständig von zu Hause aus registrieren können – ohne den bisherigen Weg über eine teilnehmende Einrichtung. Dadurch wird der Zugang zur Plattform noch niedrigschwelliger und einfacher nutzbar.

 
 
 

Kontakt

Herr SickenSachbereichsleitung Rettungsdienst

Amt für Bevölkerungsschutz
Tel. 02955 7676-3401
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