23. März 2026
Umfangreiche Renaturierungsmaßnahme an der Alme in Büren fertiggestellt
Renaturierungsmaßnahmen dienen dazu, der Natur ihren ursprünglichen Lebensraum zurückzugeben. In Büren wurde eine solche Maßnahme jetzt fertiggestellt und das fast mitten im Zentrum der Stadt. Nun ist die Natur am Zug.
Hier entwickelt sich jetzt nach und nach ein Rückzugsort für Tiere, Pflanzen und Kleinstlebewesen. Auf rund zehn Hektar Fläche fließt die Alme nun durch das Gebiet und verwandelt die einstigen Wiesen und Ackerflächen in eine vielfältige Auenlandschaft. Seit August letzten Jahres wurde dieses umfangreiche Renaturierungsprojekt vom Wasserverband Obere Lippe (WOL) gemeinsam mit der NRW-Stiftung und der Stadt Büren umgesetzt. Die Gesamtkosten liegen bei 342.000 Euro.
Seit 2008 besteht an der Alme eine Kooperation mit der NRW-Stiftung. Über Flurbereinigungsverfahren der Bezirksregierung Detmold erwirbt die Stiftung Auenflächen und stellt sie dem WOL für Renaturierungsmaßnahmen zur Verfügung.
Schon jetzt scheint sich der Biber vor Ort wohlzufühlen. Deutliche Bissspuren belegen seine Anwesenheit. Und auch für Naturverbundene wird an dieser Stelle die Landschaft erlebbar gemacht. Genutzt werden darf ein Wanderpfad entlang des Geländes.
In der Vergangenheit wurden Fließgewässer stark begradigt und eingetieft, um das Wasser möglichst schnell aus den Auen nach unterhalb abzuleiten und die Flächen für Siedlung und Landwirtschaft zu nutzen. Die Dämpfung von Abflussspitzen in den Auen und die Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten gingen verloren. Mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie haben sich die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Fließgewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. An seinen Verbandsgewässern ist der Wasserverband Obere Lippe u.a. für die Planung und Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen verantwortlich.
Sorge um den Hochwasserschutz vor Ort müssen die Anwohnenden im angrenzenden Wohngebiet nicht haben, versichern die Fachleute. Die Fließgeschwindigkeit sei nun deutlich geringer und das Wasser könne sich im Ernstfall in die Auenlandschaft ergießen. Die Mündung der Afte, die in Büren in die Alme fließt, wurde extra um 300 m verlegt. Durch diese Verlegung und den Bau von Flutmulden kann die Hochwassersituation im Bereich des Liebfrauen-Gymnasiums und der Straße „Im Lustgarten“ sogar leicht verbessert werden.
Freuen dürfen sich auch die angrenzenden Schulen – das Liebfrauengymnasium und die Grundschule Lindenhof, die künftig einen eigenen Zugang in Flussnähe haben.
Die weitere Betreuung der NRW-Stiftungsflächen vor Ort übernimmt die Biologische Station Kreis Paderborn Senne. Seitens des Kreises Paderborn begleitet die Untere Wasserbehörde intensiv den Planungsprozess und ist auch in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde für die Genehmigung zuständig. Die Bezirksregierung Detmold begleitet das Projekt aus förderrechtlicher Sicht. Den verbleibenden Eigenanteil finanziert der Kreis Paderborn durch die Bereitstellung von Ersatzgeld.