29. September 2026
Jugendhilfeausschuss blickt auf fünf Jahrzehnte zurück
Viele junge Menschen pro Woche, ein eigener Jugendrat und mehr als 300 Besuchergruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen: Was 1976 im Haus der Jugend (HOT) Hövelhof begann, war von Anfang an mehr als ein Jugendtreff. Zum 50-jährigen Bestehen blickte der Jugendhilfeausschuss des Kreises Paderborn unter Leitung von Claudia Wagener-Ragert jetzt an den Ort zurück, an dem die offene Jugendarbeit im Kreis ihren Anfang nahm und zugleich auf ihre heutige Bedeutung und Zukunft.
Am 1. April 1976 öffnete das HOT Hövelhof als erste Einrichtung der offenen Jugendarbeit in kommunaler Trägerschaft. Mit nur vier Wochen Vorbereitungszeit entstand ein umfangreiches Eröffnungsprogramm, unterstützt von rund 50 engagierten Jugendlichen. Schnell wurde das HOT zum Vorbild: Jugenddiscos, Konzerte, Filmabende, Werkkurse und ein Jugendcafé lockten wöchentlich hunderte von Kinder und Jugendliche an.
Besonders fortschrittlich war die Beteiligung der Jugendlichen. Ein Jugendrat entschied bei Programm, Finanzen und weiteren Fragen mit. „Ohne Mitarbeit und Mitbestimmung junger Menschen sind die schönsten Ideen der Sozialarbeit nicht umsetzbar“, sagt Hermann-Josef Bentler, der das Haus bis 1985 leitete. Sein weiterer beruflicher Weg führte ihn unter anderem zur Jugendberufshilfe, Schulsozialarbeit und später als Kreisjugendpfleger zum weiteren Ausbau der offenen Jugendarbeit im Kreis Paderborn.
Wie vielfältig die Arbeit heute ist, zeigten die Einrichtungen aus den Städten und Gemeinden. Vorgestellt wurden unter anderem Angebote aus Salzkotten, Bad Lippspringe, Altenbeken, Büren, Borchen, Hövelhof, Delbrück, Bad Wünnenberg und Lichtenau. Kooperationen mit Schulen, Ferienangebote, Jugendleiterausbildungen, Schulsozialarbeit und neue Ideen wie mobile Tiny-Häuser zeigen, wie unterschiedlich die Einrichtungen auf die Lebenswelt junger Menschen reagieren.
Heute gibt es in allen Städten und Gemeinden des Kreises Paderborn offene Angebote für Kinder und Jugendliche. Über Jahrzehnte haben der Jugendhilfeausschuss und der Kreistag gemeinsam mit Kommunen und freien Trägern deren Ausbau unterstützt und damit ein enges Netzwerk geschaffen. Finanziert wird die Arbeit durch das Land NRW, den Kreis Paderborn, Städte und Gemeinden sowie Eigenmittel der freien Träger.