20. März 2026
110 Lehrkräfte nutzen Angebot der Laienreanimation des Kreisgesundheitsamtes und der Paderborner Krankenhäuser
Die ersten Schulungen zur Laienreanimation für Lehrkräfte im Kreis Paderborn sind gestartet. Im Ahorn-Sportpark in Paderborn begann jetzt die praktische Vorbereitung auf eine Neuerung im Schulalltag: Ab Sommer wird Wiederbelebung fester Bestandteil des Unterrichts an weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen. Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 7 werden dann seitens ihrer Lehrkräfte frühzeitig dahingehend geschult, in Notfallsituationen richtig zu handeln und im Ernstfall Leben zu retten.
110 Lehrerinnen und Lehrer waren jetzt beim Start dabei und hatten Fragen mitgebracht, die es zu thematisieren galt: Was ist beispielsweise, wenn ein Mensch bewusstlos ist, aber noch atmet? Kann ein Helfer rechtlich belangt werden, wenn er etwas falsch macht und dem Patienten Verletzungen zufügt?
Ein hochqualifiziertes Schulungspersonal bestehend aus den Ärzten Dr. med. Thorsten Dahm, Chefarzt der Klinik für Notfallmedizin am Christlichen Klinikum Paderborn, Dr. med. Felix Brandt, Intensiv- und Notfallmediziner und Oberarzt am St. Vincenz-Krankenhaus in Paderborn sowie Johanna Schreiner, Fachärztin Anästhesiologie des Vincenz-Krankenhauses kennt die Antworten und steht den Lehrkräften im Rahmen der Schulungen zur Seite. Unterstützt werden die Ärzte von Sanitätern und Notfallsanitätern von Stadt und Kreis Paderborn sowie Pflegekräften des Vincenz-Krankenhauses und Medizinstudentinnen.
„Das Wichtigste ist, zu handeln: prüfen, Notruf 112 wählen und mit der Herzdruckmassage beginnen. Nicht zu helfen ist letztlich schlimmer, als etwas nicht perfekt zu machen“, erklärt Dr. med. Thorsten Dahm. Sein Kollege Dr. med. Felix Brandt ergänzt: „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Wenn sofort mit der Herzdruckmassage begonnen wird, steigen die Überlebenschancen deutlich. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, was im Ernstfall zu tun ist.“
Gemeinsam verfolge man das vorderste Ziel, die Angst vor dem Eingreifen zu nehmen, betont der zuständige Dezernent des Kreises Paderborn, Dr. André Brandt. „Wiederbelebung ist eine Maßnahme, die jeder lernen kann“.
Organisiert werden die Schulungstermine seitens des Kreisgesundheitsamtes in enger Abstimmung mit dem Christlichen Klinikum Paderborn, dem Vincenz-Krankenhaus in Paderborn und der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin e.V. Weitere Termine sind in Planung.