17. Juni 2026

Steigendes Risiko bei steigenden Temperaturen

„Kreisbereit“-Serie des Kreises Paderborn informiert über den richtigen Umgang mit Hitze und erklärt, worauf beim Baden besonders zu achten ist

Am Lippesee weisen Schilder auf das Badeverbot und die Gefahren hin, die bei Missachtung auftreten können © Schlosspark und Lippesee Gesellschaft mbH 
Am Lippesee weisen Schilder auf das Badeverbot und die Gefahren hin, die bei Missachtung auftreten können © Schlosspark und Lippesee Gesellschaft mbH

Sommerliche Temperaturen locken viele Menschen ins Freie. Doch mit der Hitze steigen auch die gesundheitlichen Risiken. Im Rahmen der Reihe „Kreisbereit“, die den Bevölkerungsschutz in den Fokus rückt, informiert das Amt für Bevölkerungsschutz des Kreises Paderborn über den richtigen Umgang mit hohen Temperaturen und warnt gleichzeitig vor den Gefahren des Badens in Baggerseen.

Was passiert eigentlich im Körper, wenn die Temperaturen im Sommer von „angenehm warm“ auf „unerträglich heiß“ steigen?

 „Durch extremes Schwitzen verliert der Mensch Flüssigkeit und wichtige Salze“, erklärt Notärztin Johanna Schreiner, Mitglied im Team der Ärztliche Leitung Rettungsdienst des Kreises Paderborn.

 Die Belastung auf Herz und Kreislauf ist hoch. An heißen Tagen empfiehlt die Expertin deshalb, ausreichend Wasser zu trinken, körperliche Anstrengungen möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Auch sollte an Sonnencreme und eine Kopfbedeckung gedacht werden. Leichte Kleidung, schattige Aufenthaltsorte und regelmäßige Abkühlung helfen dabei, den Kreislauf zu entlasten. Besonders ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Personen mit Vorerkrankungen sollten auf ausreichenden Schutz achten. 

„Ebenso wichtig ist es, auf Familienangehörige, Nachbarn, Freundinnen und Freunde zu achten, die Unterstützung benötigen könnten“, so Schreiner.

Viele Menschen suchen bei hohen Temperaturen die Abkühlung im Wasser.

 „Gerade an heißen Tagen ist es verlockend, in kalte Gewässer zu springen. Es drohen jedoch Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen oder gar Ertrinken“, mahnt die Notärztin. 

Der Unterschied zwischen der Körpertemperatur und dem Wasser sei einfach zu hoch. Außerdem warnt Schreiner eindringlich vor dem Baden in Baggerseen. Die Gewässer wirken auf den ersten Blick oft idyllisch und einladend, tatsächlich handelt es sich jedoch um künstlich entstandene Seen, in denen das Baden im Kreis Paderborn grundsätzlich verboten ist. Unter der Wasseroberfläche können sich erhebliche Gefahren verbergen. Steil abfallende Ufer, plötzlich auftretende Untiefen, schlechte Sichtverhältnisse sowie eiskalte Wasserschichten bringen selbst geübte Schwimmer immer wieder in lebensgefährliche Situationen. Auch Personen, die mit Booten oder Stand-up-Paddle-Boards unterwegs sind, können durch plötzliche Kältezonen, Unterströmungen oder einen Sturz ins Wasser in eine Notlage geraten. Besonders ohne Schwimmweste kann ein unerwarteter Kälteschock schnell lebensgefährlich werden.

„Unser Ziel ist es nicht, Verbote in den Vordergrund zu stellen, sondern Menschen zu schützen. Wer die Risiken kennt, kann bessere Entscheidungen treffen. Sichere Abkühlung gibt es an freigegebenen Badestellen. Baggerseen gehören nicht dazu“, sagt Tobias Starke, stellvertretender Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz.

Wer einen Badeunfall beobachtet, sollte umgehend den Notruf 112 wählen und Hilfe verständigen. Grundsätzlich gilt: Wer nicht mindestens über das Deutsche Schwimmabzeichen Bronze verfügt, sollte niemals ohne Begleitung oder Aufsicht ins Wasser gehen.

 
 
 

Kontakt

Herr StarkeStellv. Amtsleitung

Amt für Bevölkerungsschutz
Tel. 02955 7676-3101
Fax 02955 6871
E-Mail-Adresse E-Mail senden
mehr erfahren