Informationen für BerufsbetreuerInnen

Der Kreis Paderborn sucht BerufsbetreuerInnen für die Übernahme von rechtlichen Betreuungen nach §§ 1896 ff BGB.


Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur Übernahme von rechtlichen Betreuugen.

 
 

Welche Aufgaben und Pflichten hat ein/e rechtliche/r BetreuerIn?

Ein/e rechtliche/r BetreuerIn hat die Aufgabe, die Interessen des Betreuten wahrzunehmen und diesen im Rahmen der vom Gericht angeordneten Aufgabenkreise zu vertreten.

Je nachdem, welche Unterstützung für die betroffene Person im Einzelfall erforderlich ist, können dem Betreuer einzelne oder mehrere Aufgabenkreise, die im Gerichtsbeschluss ausdrücklich festzulegen sind, übertragen werden. Mögliche Aufgabenkreise sind beispielsweise die Aufenthaltsbestimmung, Vermögensverwaltung, die Gesundheitsfürsorge, Wohnungs- und Behördenangelegenheiten.

Einzelheiten sind in § 1901 BGB geregelt.

Welchen Umfang umfasst die Tätigkeit als BerufsbetreuerIn?

Erfahrungsgemäß führt ein/e BerufsbetreuerIn in Vollzeit ca. 40 – 50 Betreuungen. Die Tätigkeit kann auch in Teilzeit ausgeübt werden, wenn mehr als 10 Betreuungen geführt werden oder die für die Führung der Betreuungen erforderlichen Zeit voraussichtlich 20 Wochenstunden nicht unterschreitet.

BerufsbetreuerInnen sind frei in der Organisation ihrer Tätigkeit. Sie können selbständig allein arbeiten oder Bürogemeinschaften mit anderen BerufsbetreuerInnen bilden.

Als BerufsbetreuerIn müssen Sie Ihre Erreichbarkeit organisieren bzw. sicherstellen, um auch auf unerwartete, eilbedürftige Ereignisse, wie bei plötzlicher schwerer Erkrankung oder psychiatrischer Krise, rechtzeitig reagieren zu können. Für Zeiten der Abwesenheit werden in der Regel VerhinderungsbetreuerInnen vom Gericht bestellt.

Warum muss ich mich bei der Betreuungsstelle des Kreises Paderborn bewerben? Werde ich beim Kreis Paderborn angestellt?

Die Betreuungsstelle unterstützt das Betreuungsgericht. Zuständig für die Amtsgerichte Delbrück und Paderborn ist dabei die Betreuungsstelle des Kreises Paderborn.

Zur Unterstützung gehört auch die Gewinnung geeigneter Betreuungspersonen sowie der konkrete Vorschlag geeigneter Personen an das Gericht (vgl. § 8 Betreuungsbehördengesetz). In diesem Rahmen stellt die Betreuungsstelle die Eignung möglicher BerufsbetreuerInnen in einem Bewerbungsverfahren fest und steht auch nach Abschluss des Verfahrens beratend zur Verfügung.

Die Tätigkeit als BerufsbetreuerIn ist eine selbständige, freiberufliche Tätigkeit. Sie werden daher nicht beim Kreis Paderborn angestellt.

Die Selbstständigkeit bietet Ihnen die Möglichkeit der flexiblen Arbeitsgestaltung. Zugleich sollten Sie sich den damit verbundenen Risiken und Verpflichtungen bewusst sein.

Welche Verdienstmöglichkeiten bestehen?

Die Vergütung Ihrer Tätigkeit erfolgt mit einer monatlichen Pauschale für jeden Betreuungsfall nach dem Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG).

Die Vergütung richtet sich dabei nach:

• Ihrer beruflichen Qualifikation,
• dem gewöhnlichen Aufenthaltsort der betreuten Person (stationär und gleichgestellt / andere Wohnform),
• der Dauer der Betreuung,
• dem jeweiligen Vermögensstatus des Betreuten.

Die aktuelle Vergütungstabelle finden Sie hier.

Betreuer ohne nutzbare Fachkenntnisse für die Führung einer Betreuung werden auf Grundlage der Vergütungstabelle A vergütet. Betreuer mit nutzbaren Fachkenntnissen, die sie durch eine abgeschlossene Berufsausbildung erworben haben, rechnen nach der Vergütungstabelle B ab und Betreuer mit Fachkenntnissen, die sie durch eine Hochschul- oder eine vergleichbare Ausbildung erlangt haben, nach der Vergütungstabelle C.

Die Einstufung nach der Vergütungstabelle erfolgt durch das Gericht. Die Betreuungsstelle hat keinen Einfluss auf die Vergütungseinstufung.

Welcher Versicherungsschutz ist erforderlich? Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Der Abschluss einer Berufs- und Vermögenshaftpflichtversicherung ist zwingend notwendig. Ab dem 01.01.2023 beträgt die Deckungssumme 250.000 Euro für jeden Versicherungsfall (vgl. § 23 Abs. 1 BtOG).

Achten Sie als Selbständige/r auch auf Ihren Versicherungsschutz bei den Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosenversicherungen).

BerufsbetreuerInnen sind verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden.

Welche Anforderungen sind zu erfüllen?

Formale Mindestanforderungen / einzureichende Unterlagen für die Bewerbung als BerufsbetreuerIn
• Aussagekräftige Bewerbung inkl. Motivation
• Aktuelles Lichtbild
• Schulischer und beruflicher Lebenslauf (ausreichende Berufserfahrung)
• Ggfs. Nachweis über Fachhochschulabschluss im Bereich der Sozialarbeit oder vergleichbare Qualifikation
• Nachweis über abgeschlossene Berufsausbildungen, Abschlüsse, Lehrgänge
• Aussage über Mindesttätigkeitsdauer (Perspektivplanung)
• Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses
• Erklärung, dass grundsätzlich keine Vorstrafen vorliegen
• Gesicherte wirtschaftliche Verhältnisse / SCHUFA – Auskunft (Anschrift: SCHUFA, Feilenstr. 1, 33602 Bielefeld)
• Bestätigung, dass kein Insolvenzverfahren anhängig ist
• Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis
• Aussage über individuelle Mobilität (wird die Tätigkeit neben einem Hauptberuf ausgeübt, Halbtagstätigkeit,    Aktionsradius)
• Absichtserklärung, dass eine entsprechende Vermögensschaden- und Berufsschadenshaftpflichtversicherung abgeschlossen wird
• Benennung und Gewährleistung einer Vertretung
• Grundsätzliche Fortbildungsbereitschaft
• Mindestanforderung an ein Betreuerbüro: IT-Ausstattung, Telefonanschluss, Anrufbeantworter, Faxgerät, evtl. Einrichtung eines Postfaches, E-Mail
Kostenpflichtige Zeugnisse (Schufa-Auskunft, polizeiliches Führungszeugnis) können auch nachgereicht werden, sobald die Aufnahme der Betreuertätigkeit durch das Gremium Gericht/Betreuungsstelle in Aussicht gestellt wird.

Persönliche Mindestanforderungen für die Bewerbung als BerufsbetreuerIn
• Vorhandensein von Lebenserfahrung (Lebenserfahrung ist nicht unbedingt eine Frage des Alters)
• Fähigkeit zur Selbstreflexion (Nachdenken über eigene Standpunkte)
• Bewusstsein über eigene Fähigkeiten und deren Grenzen (Was kann ich, was kann ich nicht, was will ich nicht)
• Fähigkeit, in Rechtsnormen zu denken und zu handeln
• Organisationsfähigkeit im Rahmen eines gewissen Case-Managements (Welche Hilfsangebote gibt es wo – Finanzierung)
• Bereitschaft zu unabhängiger für den zu Betreuenden parteilicher Ausübung des Amtes
• Fähigkeit zur Einarbeitung in die spezifische Situation des zu Betreuenden, dazu gehört u.a.:
    o Verständnis für Krankheitsbilder bzw. Behinderung
    o Aktivieren vorhandener Ressourcen des Betreuten
    o Soweit möglich Gewährung von Autonomie für den Betreuten
    o Akzeptanz der Wertewelt des Betreuten (Welche gesellschaftlichen Normen sind für meine Klienten subjektiv gut,  wann beginnt eine Gefährdungssituation)
• Fähigkeit zu einer individuellen Betreuungsplanung (zeitliche und inhaltliche Zielsetzung)

Benötige ich für die Tätigkeit als BerufsbetreuerIn einen bestimmten Berufs- oder Studienabschluss?

Für die berufliche Qualifikation von BerufsbetreuerInnen gibt es aktuell keine verbindlichen Vorgaben. Die Feststellung über die Eignung von BewerberInnen treffen die Betreuungsstellen im Einzelfall.
Hierbei werden formale und inhaltlichen Mindestvoraussetzungen zugrunde gelegt. Wer die persönlichen Anforderungen erfüllt, muss nicht unbedingt einen bestimmten Studien- oder Berufsabschluss nachweisen.

Besonders geeignete Studienabschlüsse sind gleichwohl z.B. Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften, Pädagogik, Jura.
Berufsabschlüsse aus dem kaufmännischen Bereich, Finanz- oder Versicherungswesen, der Verwaltung, dem Gesundheitswesen (Krankenschwester, Pflegekraft) können ebenso geeignet sein.

Ab dem 01.01.2023 wird mit dem Betreuungsorganisationsgesetz (BtOG) die Qualifikation von BerufsbetreuerInnen neu geregelt. BerufsbetreuerInnen haben dann – abhängig von Ihrer Vorbildung – Ihre Qualifikation durch Sachkundelehrgänge nachweisen, um in einem Registrierungsverfahren zugelassen zu werden. BerufsbetreuerInnen, die ihre berufliche Tätigkeit im Jahr 2022 aufnehmen, müssen diese Sachkundelehrgänge ggfs. nachholen.

Ist auch eine ehrenamtliche Tätigkeit möglich?

Wer sich unsicher ist, ob die Führung von Betreuungen beruflich sinnvoll ist, sich aber trotzdem qualifiziert einbringen möchte, kann mit den Mitarbeitenden der Betreuungsstelle auch über die Möglichkeit der Übernahme einer ehrenamtlichen Betreuung sprechen.

Wie verläuft das Bewerbungsverfahren?

Nach Eingang Ihrer Bewerbung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung. Wir prüfen zunächst, ob Ihre Unterlagen vollständig sind und Sie von Ihrem Profil und Ihrer Motivation grundsätzlich geeignet erscheinen, Betreuungen zu führen.

Sie werden zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, an dem Mitarbeitende der Betreuungsstelle und des Betreuungsgerichtes teilnehmen.

Bestätigt sich Ihre Eignung, werden Sie über das Ergebnis informiert. Sie werden dann von der Betreuungsstelle in einzelnen Fällen dem Gericht für eine Betreuung vorgeschlagen. Das Gericht bestellt Sie zur/zum BerufsbetreuerIn. Nach ca. sechs Monaten entscheidet das Gremium Betreuungsstelle/Gericht, ob Sie dauerhaft für weiteren Betreuungen eingesetzt werden.

Ab dem 01.01.2023 tritt das Betreuungsorganisationsgesetz (BtOG) mit geänderten Anforderungen und Verfahrensabläufen für die Registrierung von BerufsbetreuerInnen in Kraft.

Haben Sie Interesse an der Tätigkeit als BetreuerIn?

Melden Sie sich gerne bei uns.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

 
 

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