Häusliche Pflege

Häusliche Pflege

Die Pflege findet in der Regel zunächst in der eigenen Häuslichkeit statt und wird von Familienangehörigen, insbesondere bei Hilfebedarfen älterer Menschen und Kinder, übernommen. (Foto: Yuri Arcurs - Fotolia)

Durch die Leistungen der Pflegeversicherung sollen die Pflegebereitschaft der Angehörigen und Ehrenamtlichen unterstützt werden, damit die pflegebedürftigen Menschen möglichst lange in ihrem Zuhause verbleiben können.
Sofern die Pflege in der Häuslichkeit geleistet wird, können Pflegebedürftige zwischen Pflegegeld, Sachleistungen oder Kombinationsleistungen wählen. Zusätzlich können sie niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen, Leistungen der Tages- oder Kurzzeitpflege oder der Verhinderungspflege durch die Pflegekassen finanziert bekommen.

 
 

Pflegegeld der Pflegeversicherung für häusliche Pflege ab dem 01.01.2017

Wird die erforderliche Pflege z.B. von Angehörigen geleistet, so wird nach entsprechender Begutachtung zukünftig ein Pflegegrad ermittelt, wonach sich die Höhe des Pflegegeldes richtet. Die bisher bekannten Pflegestufen werden durch 5 Pflegegrade ersetzt. Pflegebedürftige, die bereits eine Pflegestufe haben, werden automatisch in die Pflegegrade übergeführt und schriftlich darüber informiert. Es wird ebenfalls sichergestellt, dass aufgrund der Umstellung keine finanziellen Nachteile für die betroffenen Menschen entstehen.

Pflegegrad Leistungen ab 01.01.2017 pro Monat
Pflegegrad 1 -
Pflegegrad 2 316 Euro
Pflegegrad 3 546 Euro
Pflegegrad 4 728 Euro
Pflegegrad 5 901 Euro
 
 

Sachleistungen der Pflegeversicherung für häusliche Pflege (Pflegedienst)ab dem 01.01.2017

Pflegesachleistungen können in Anspruch genommen werden, wenn ganz oder teilweise die häusliche Pflege von einem anerkannten Pflegedienst übernommen wird.

Pflegegrad Leistungen ab 01.01.2017 pro Monat
Pflegegrad 1 125 Euro (§ 28a SGB XI)
Pflegegrad 2 698 Euro
Pflegegrad 3 1.298 Euro
Pflegegrad 4 1.612 Euro
Pflegegrad 5 1.995 Euro
 
 

Kombinationsleistungen

Wird die Pflege teilweise von einem Pflegedienst übernommen, die Pflegesachleistung dadurch aber noch nicht ganz ausgeschöpft, dann wird dem Pflegebedürftigen noch ein anteiliges Pflegegeld ausgezahlt. Damit können Pflegesachleistungen mit dem Pflegegeld kombiniert werden.

 
 

Pflegezeitgesetz – bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Durch das neue Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, das am 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist, können Beschäftigte nicht nur für sechs Monate vollständig oder teilweise aus dem Job für die Pflege ihres Angehörigen aussteigen, sondern haben auch einen Rechtsanspruch auf eine teilweise Freistellung von bis zu 24 Monaten Familienpflegezeit bei einer Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden.
Auf der Internetseite www.wege-zur-pflege.de können alle wichtigen Informationen zum Thema Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf abgerufen werden.

Weitere Informationen über Leistungen und Angebote für pflegende Angehörige finden Siehier.

 
 

Informationen zum Gesundheitsschutz und Organisation der häuslichen Pflege für pflegende Angehörige der UK NRW - Unfallkasse Nordrhein-Westfalen