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Kreishaus
Wewelsburg

08. April 2020

Engagierter Arzt genoss Respekt und Achtung

Leiter des Kreisgesundheitsamtes Uwe Litwiakow verstorben

Gestern verstarb Uwe Litwiakow im Alter von 61 Jahren. 
Foto: Kreis Paderborn
Gestern verstarb Uwe Litwiakow im Alter von 61 Jahren.

„Ich bin gerne Arzt“, mit diesen Worten stellte sich Uwe Litwiakow der Öffentlichkeit vor, als er im Mai 2016 die Leitung des Gesundheitsamtes des Kreises Paderborn übernahm. Zu dem Zeitpunkt konnte der damals 57-Jährige bereits auf eine beeindruckende Karriere zurückschauen. Zur Medizin gelangte er auf einem kleinen Umweg: Von 1977 bis 1980 absolvierte er eine Ausbildung bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) zum Verwaltungsinspektor. 1981 begann er sein Medizinstudium an der Freien Universität Berlin. Nach mehreren beruflichen Stationen unter anderem in der Radiologischen Abteilung des St. Ansgar-Krankenhauses in Höxter, wechselte der Facharzt für radiologische Diagnostik 2010 in den Öffentlichen Gesundheitsdienst und leitete unter anderem das Gesundheitsamt des Kreises Hersfeld-Rotenburg. 

„Für den Kreis Paderborn war es damals ein Glücksfall, eine solche Koryphäe, die sowohl in der Welt der Ärzte als auch in der Verwaltung zuhause war, als Gesundheitsamtsleiter zu gewinnen. Sein Tod ist ein großer Verlust für uns“ , erklärt Landrat Manfred Müller betroffen. 

Gestern verstarb Uwe Litwiakow im Alter von 61 Jahren.
Als der gebürtige Berliner 2016 sein neues Büro im Paderborner Gesundheitsamt bezog, hängte er an der Wand das Bild einer Impfstube des hessischen Malers Fritz Hickmann aus dem Jahre 1867 auf. Direkt gegenüber hing er eine Abbildung des Äskulapstabs, der heute Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Standes ist. Beide Abbildungen erzählen, wofür der engagierte Arzt Uwe Litwiakow stand. Aufgabe des Gesundheitsamtes ist es, die Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen und Schaden von ihr zu wenden. Für Uwe Litwiakow war Impfen ein wichtiger Baustein der Prävention und wirksames Instrument, sich vor Erkrankungen zu schützen. Deshalb klärte er unermüdlich über das Thema auf und es war ihm persönlich ein hohes Anliegen, Vorurteile und Desinformation über das Thema Impfen aufzuklären. „Wer sich impfen lässt, schützt auch andere“, betonte er schon in seiner ersten Pressemitteilung als neuer leitender Amtsarzt.

Als Arzt und Verwaltungsinspektor genoss er Respekt und Achtung sowohl in der Paderborner Ärzteschaft als auch unter seinen Kollegen im Kreishaus. Dem Leiter des Kreisgesundheitsamtes war es ein Anliegen, den ärztlichen Nachwuchs im Haus zu fördern und breit aufzustellen. So setze er sich dafür ein, dass drei beim Kreisgesundheitsamt beschäftigte Ärzte den Facharzt zum Amtsarzt im Öffentlichen Gesundheitsdienst absolvieren. „Uwe Litwiakow war ein Planer und Mahner und nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass wir heute angesichts einer weltweiten Pandemie gut aufgestellt sind“, so der Landrat. 

Seine hohen fachlichen und organisatorischen Fähigkeiten hat er unter anderem auch bei der Koordination der Maßnahmen im Zusammenhang mit der großen Bombenentschärfung in Paderborn unter Beweis gestellt. In der heutigen Sitzung des Corona-Krisenstabes im Kreishaus erhoben sich die Teilnehmer, um des Verstorbenen zu gedenken. „Wir trauern um einen geschätzten Kollegen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, die auf eine Genesung gehofft hatte und nun diesen schweren Verlust bewältigen muss“, sprach der Landrat den Anwesenden aus den Herzen.

 
 
 

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