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Wewelsburg

13. August 2020

Amerikanische Faulbrut in Delbrück ausgebrochen

Tierseuche ist nicht auf Menschen übertragbar, Honig kann bedenkenlos verzehrt werden

Karte des Sperrbezirks Delbrück zur Amerikanischen Faulbrut © Katasteramt Kreis Paderborn 
Karte des Sperrbezirks Delbrück zur Amerikanischen Faulbrut © Katasteramt Kreis Paderborn

Die Amerikanische Faulbrut (AFB) ist in einem Delbrücker Bienenbestand mit sechs Bienenvölkern ausgebrochen. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die ausschließlich die Brut der Honigbiene befällt.

„Die Tierseuche ist nicht auf Menschen übertragbar. Der Honig kann bedenkenlos verzehrt werden“, betont Kreisveterinärin Dr. Marlies Bölling.

Das Amt für Verbraucherschutz- und Veterinärwesen des Kreises Paderborn hat einen Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer rund um den Ausbruchsort angeordnet, um eine weitere Verbreitung der Bienenseuche zu verhindern. Innerhalb dieses Sperrbezirks befinden sich neun weitere Imker, deren Bienenvölker nun auch untersucht werden müssen. Bei einem routinemäßig durchgeführten Monitoring fiel eine Futtersammelkranzprobe des betroffenen Imkers mit einem sehr hohen Sporenbefall auf. „Wir sind dann sofort rausgefahren, haben uns die Bienenvölker angeschaut und Futterkranzproben der einzelnen Völker gezogen“, erläutert Bölling. In den Futterkranzproben ist ein hoher Befall mit dem Erreger Paenibacillus larvae der AFB nachgewiesen worden.

 

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Die Bienenvölker können durch das so genannte Kunstschwarmverfahren gerettet werden. Bei dem Verfahren müssen die Bienen erst einmal umziehen und bekommen dann ein neues Zuhause: Zunächst werden Brut- und Futterwaben herausgenommen. Die Bienen werden von den Waben in eine so genannte Beute, also einen leeren Bienenkasten, abgeschüttelt bzw. sorgfältig abgefegt. Der mit dem Erreger der AFB kontaminierte Bienenstock sowie die für das Kunstschwarmverfahren verwendeten Gerätschaften werden sorgfältig gereinigt und desinfiziert. Die Rähmchen der Waben müssen vernichtet werden. Auf die neue Behausung kommt dann ein Absperrgitter, damit sich der Schwarm festsetzen kann. „Die Bienen lässt man drei Tage ohne Zufütterung fliegen, damit der Darminhalt mit den Sporen sicher ausgeschieden werden kann“, erläutert Bölling. Danach können die Bienen in ihr frisch saniertes Zuhause zurückkehren.

Die AFB ist eine anzeigenpflichtige Tierseuche. Nur die Sporen des Bakteriums sind infektiös und bleiben dies über Jahrzehnte, da sie äußerst widerstandsfähig sind Die Bekämpfungsmaßnahmen sind in der Bienenseuchen-Verordnung festgelegt.


„Innerhalb des Sperrbezirks müssen alle Bienenvölker und Bienenstände unverzüglich auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich untersucht werden“, heißt es in der Tierseuchenverfügung. Diese Untersuchungen sind frühestens zwei Monate, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes zu wiederholen. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Umgekehrt dürfen Bienenvölker oder Bienen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden.

Die Imker werden bei der Feststellung der AFB entschädigt, sofern sie die Bienenvölker ordnungsgemäß bei der Tierseuchenkasse gemeldet haben.

Alle Imker, auch Hobbyimker sollten, sofern noch nicht geschehen, ihre Bestände umgehend, spätestens bis zum 28. August, beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn anzeigen.


Die Kontaktdaten lauten:

Amt für Verbraucherschutz- und Veterinärwesen,
Aldegreverstraße 10 – 14,
33102 Paderborn,
05251 308-3952,
Fax 05251 308-3999,
 veterinaeramt@kreis-paderborn.de melden.

Genannt werden sollten Name, Anschrift, Telefonnummer sowie Standort und Anzahl der Bienenvölker.

Besonders bitter: Erst im Mai dieses Jahres galt die Amerikanische Faulbrut als erloschen. Im Juni bzw. Juli letzten Jahres war die Bienenseuche in drei Beständen in Paderborn ausgebrochen, im August dann in einem Bestand in Bad Lippspringe. Weitere Ausbrüche der Tierseuche gab es zudem im Mai 2018 in Borchen-Etteln und Juni 2018 in Schloß Neuhaus.

Hintergrund zur Amerikanischen Faulbrut:

Bei der Amerikanischen Faulbrut (AFB) handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die ausschließlich die Brut der Honigbiene befällt. Die Tierseuche ist nicht auf Menschen übertragbar. Der Honig kann bedenkenlos verzehrt werden. Nur die Sporen des Bakteriums sind infektiös. Diese werden von den nicht erkrankten Bienen mit dem Futter an die Maden weitergegeben. Die Maden sterben mehrheitlich nach der Verdeckelung der Brutzellen. Erste erkennbare Anzeichen der AFB sind daher eingesunkene Brutdeckel. Die Larven verwandeln sich in eine breiige, klebrige Masse, die in der Regel deutlich Fäden zieht (positive Streichholzprobe). Weiteres Symptom ist ein fauliger Geruch. Bei diesen Anzeichen sollten sich Imker umgehend mit den Kreisveterinären in Verbindung setzen.
 
 
 

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Tel. 05251 308-9200
Fax 05251 308-899200
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