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Wewelsburg

25. Mai 2022

Erfassung von Streuobstwiesen im Kreis Paderborn

Kartierung dient der landesweiten Datenerfassung von Streuobstbeständen in Nordrhein-Westfalen

Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas © Tanja Hochwald, Kreis Paderborn, 2022  
Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas © Tanja Hochwald, Kreis Paderborn, 2022

Vor dem Hintergrund der NRW-weiten Kartierung aller Streuobstbestände werden auch im Kreis Paderborn derzeit im Auftrag des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) Streuobstwiesen aufgesucht und für ein landesweites Kataster erfasst. Ziel ist es, einen Überblick über die Bestandsgröße und den aktuellen Zustand der Streuobstwiesen zu bekommen. „Viele Streuobstwiesen sind heute überaltert“, erklärt dazu Hanna Schmitz vom Amt für Umwelt, Natur und Klimaschutz des Kreises Paderborn. Zeitintensive Pflegeschnitte wurden vielfach vernachlässigt und Neupflanzungen blieben aus. „Um die Wiesen aber langfristig zu erhalten, muss der Obstbaumbestand regelmäßig verjüngt werden“, so Schmitz. Die Kartierung liefert bald genaue Kenntnisse über deren Bestand und zeigt, wo gegengesteuert werden muss.

Laut Bundesgesetz zählen Streuobstwiesen zu den gesetzlich geschützten Biotopen. Jegliche Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer erheblichen Beeinträchtigung führen, sind verboten. Das Landesnaturschutzgesetz NRW gibt aber einen ergänzenden Hinweis: demnach tritt der gesetzliche Schutz erst dann in Kraft, wenn die Gesamtfläche der Streuobstbestände in Nordrhein-Westfalen um mindestens 5 Prozent abgenommen hat. „Eine Tatsache, die die landesweite Erfassung des Streuobstbestandes unbedingt erforderlich macht“, so Schmitz.

Auch die Stürme der letzten Jahre haben den Bäumen zugesetzt und zu erheblichen Verlusten geführt. Das ist bitter, denn Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Insgesamt über 5.000 Tier- und Pflanzenarten kommen in den Wiesen vor. Der Steinkauz, der Gartenrotschwanz oder verschiedene Spechtarten sind beispielsweise auf die Baumhöhlen der Obstbäume angewiesen. Viele Insektenarten wie Schmetterlinge oder Wildbienen finden in den Beständen wertvolle Nahrungsmöglichkeiten. Außerdem ist das geerntete Obst gesund, von geschmacklicher Qualität und kann auf vielerlei Weise verarbeitet werden. Kurzum: Streuobstwiesen sind in hohem Maße schutz- und erhaltungswürdig.
Die Streuobst-Kartierungen werden von dem beauftragten Fachbüro LÖKPLAN Conze & Cordes GbR - Gesellschaft für Landschaftsplanung und geographische Datenverarbeitung – durchgeführt und voraussichtlich bis zum 15. Oktober abgeschlossen sein. Die Mitarbeitenden des Planungsbüros sind ab sofort mit den Arbeiten vor Ort beschäftigt und werden dazu auch Privatflächen und öffentliche Grundstücke betreten. Schäden werden keine entstehen. Die Kartierenden führen Tätigkeitsbescheinigungen des LANUV mit sich und können sich im Gelände entsprechend ausweisen.

Was den Streuobstwiesenschutz betrifft, geht der Kreis Paderborn mit gutem Beispiel voran: Bei einer im vergangenen Herbst gestarteten Pflanzaktion wurden von Privatpersonen über 200 Obstbäume und rund 800 m Wildhecke gepflanzt. Die Kosten dafür hat der Kreis Paderborn übernommen. An dieser Stelle bedankt sich der Kreis Paderborn herzlich bei allen Teilnehmenden für ihren persönlichen Einsatz im Sinne der Artenvielfalt und heimischen Natur. Eine Neuauflage dieser Aktion ist für kommenden Herbst geplant.

Auskünfte zur Förderung und Beratung zum Thema Streuobstwiesen erteilen

Tanja Hochwald (05251 308-6656) und Hanna Schmitz (05251 308-6659) vom Amt für Umwelt, Natur und Klimaschutz des Kreises Paderborn.

Fragen zur Kartierung beantwortet Ulrich Cordes vom Fachbüro LÖKPLAN unter 02947 89241.

 
 
 

Kontakt

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