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24. Juni 2026

Großschadenslagen meistern: Kreiseinsatzleitung des Kreises Paderborn trainiert den Ernstfall

21 Fachleute üben am Institut der Feuerwehr in Münster die Bewältigung komplexer Krisenszenarien – von Hochwasser bis Stromausfällen

Die Teilnehmenden der Kreiseinsatzleitung beim Lehrgang am Institut der Feuerwehr (IdF) an den Arbeitsplätzen der Stabsbereiche und vor der Lagewand zusammen mit Dozent Thorsten Magdalinski (hinten r.).  © Verband der Feuerwehren im Kreis Paderborn  
Die Teilnehmenden der Kreiseinsatzleitung beim Lehrgang am Institut der Feuerwehr (IdF) an den Arbeitsplätzen der Stabsbereiche und vor der Lagewand zusammen mit Dozent Thorsten Magdalinski (hinten r.). © Verband der Feuerwehren im Kreis Paderborn

21 Mitarbeitende im Führungsstab der Einsatzleitung des Kreises Paderborn nahmen am Institut der Feuerwehr (IdF) in Münster an einem dreitägigen Seminar teil, bei dem die Bearbeitung von Großschadenslagen trainiert wurde.

Die Kräfte aus dem Kreis Paderborn, in der Hauptsache Führungskräfte der Feuerwehren aus dem Kreisgebiet, übten das Zusammenspiel der einzelnen Sachgebiete im Stab, der sich in einem realen Fall um die operativ-taktische Bearbeitung einer Lage kümmert, während der Krisenstab die administrativ-organisatorische Komponente abbildet.

Unterstützt wurden die einzelnen Sachgebiete im Stab von Fachberatungen der Polizei, des Technischen Hilfswerks (THW), dem Landesbetriebs Wald und Holz und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Der Stab gliedert sich in die Bereiche Personal (S 1), Lage (S 2), Einsatz (S 3), Versorgung (S 4), Presse- und Medienarbeit (S 5) sowie Informations- und Kommunikationswesen (S 6). Bei der Übung stand die gemeinschaftliche Bearbeitung von Schadenslagen im Vordergrund. Ziel war, die Handlungssicherheit bei Entscheidungsprozessen in der Einsatzleitung zu vertiefen.

Stabsrahmenübungen haben stets eine vorgegebene lokale Ausgangslage, mit der der Stab arbeiten muss. Im Hintergrund wirkt ein sogenannter „Gegenstab“, ebenfalls mit erfahrenen Führungskräften besetzt, der auf die Aktionen der Einsatzleitung reagiert, und durch zusätzliche Ereignisse den Stresspegel für die Arbeit der Einsatzleitung auf hohem Niveau zu halten.

Die Übung der Paderborner Einsatzleitung beschäftigte sich mit einer Unwetterlage mit schweren Gewittern, Sturmböen und lang anhaltendem Starkregen, die für rund 500 Einsatzstellen in Salzkotten, Paderborn, Bad Lippspringe und Altenbeken sorgte. Rund 1.800 Einsatzkräfte setzte die Einsatzleitung ein, um die Räumung eines durch das Unwetter stark beschädigten Altenheims in Salzkotten, Stromausfälle in Krankenhäusern und die Havarie einer Kläranlage, in der ein Klärbecken überzulaufen drohte, in den Griff zu bekommen. Auch ein liegengebliebener, gut besetzter Reisezug beschäftigte die Einsatzleitung.

Zu guter Letzt galt es auch, einen Teil des Ortskerns von Schloß Neuhaus zu evakuieren, nachdem dort Lippe und Alme als Folge der starken Niederschläge ganze Straßenzüge überfluteten. Dafür griff die Einsatzleitung neben den örtlichen Kräften auch auf überörtliche Einheiten zurück, die angefordert werden mussten. Auch Versorgung und Verpflegung der Helfenden spielte eine große Rolle. Die einzelnen Einsätze bewegten sich nahe an der Realität, denn mit Hochwasserlagen, einem Tornado und Stromausfällen waren Feuerwehren und Hilfsorganisationen in der Region bereits mehrfach befasst, und auch liegengebliebene Züge haben die Helfenden bereits beschäftigt.

Aufgabe der Sachgebiete war, rasche und wirksame Hilfe auch mit auswärtigen Kräften zu organisieren, den Grundschutz in allen Orten sicherzustellen sowie den Landrat und die Verwaltung „in der Lage zu halten“, damit auch der Krisenstab informiert ist. Geübt wurde auch der Umgang mit sozialen Medien, wobei gezielt auf Falschmeldungen reagiert wurde. Gleichzeitig wurden Facebook und Co. aber auch genutzt, um Spontanhelfer anzusprechen und deren Einsatz zu koordinieren. 

Landrat Christoph Rüther ist von der Notwendigkeit dieser Proben des Ernstfalls überzeugt: „Übungen wie diese stärken die bestehenden Strukturen in den Abläufen sowie die Zusammenarbeit der Führungskräfte von Feuerwehren, Hilfsorganisationen, THW und Polizei – unabhängig davon, ob die Beteiligten im Haupt- oder Ehrenamt tätig sind.“

Bei der Übung in Münster wurden auch abweichende Raumkonzepte erprobt, da der Stabsraum in der Kreisfeuerwehrzentrale räumlich enge Grenzen setzt. Dies soll sich durch den geplanten Neubau in den kommenden Jahren nachhaltig ändern.

 
 
 

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