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08. September 2026

Neue digitale Vermittlung im GeDenkOrt Wewelsburg

Tabletangebot des Kreismuseums macht Bau- und Nutzungsgeschichte des ehemaligen KZ Niederhagen erlebbar

Landrat Christoph Rüther und Museumsdirektorin Kirsten John-Stucke (vorne) stellen zusammen mit Dr. Erik Beck und Reinhard Fromme aus dem Team des Kreismuseums Wewelsburg das neue Tablet-Angebot im GeDenkOrt Wewelsburg vor. ©Kreismuseum Wewelsburg, Besim Mazhiqi 
Landrat Christoph Rüther und Museumsdirektorin Kirsten John-Stucke (vorne) stellen zusammen mit Dr. Erik Beck und Reinhard Fromme aus dem Team des Kreismuseums Wewelsburg das neue Tablet-Angebot im GeDenkOrt Wewelsburg vor. ©Kreismuseum Wewelsburg, Besim Mazhiqi

Das Kreismuseum Wewelsburg hat ein neues tabletgestütztes Vermittlungsangebot für den GeDenkOrt Wewelsburg entwickelt. Es macht die Bau- und Nutzungsgeschichte der Gebäude des ehemaligen KZ Niederhagen und ihrer späteren Nutzung als Flüchtlingslager für Schulklassen, Gruppen und Einzelbesuchende anschaulich erlebbar. Seit 2024 ergänzt der GeDenkOrt die Dauerausstellung der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945 um diese Themen.

„Die Ausstellung im GeDenkOrt Wewelsburg legt bisher einen Schwerpunkt auf das Thema Zwangsmigration, das mit diesem Ort eng verbunden ist. Das neue digitale Angebot ergänzt die Ausstellung nun hin zur Baugeschichte des Geländes. Gerade, aber sicherlich nicht nur, für junge Menschen ist das neue Angebot ein passender Zugang, um sich mit diesem historischen Ort auseinanderzusetzen“, sagt Museumsleiterin Kirsten John-Stucke.


Im Mittelpunkt steht die ehemalige Häftlingsküche des Konzentrationslagers Niederhagen, dem einzigen Hauptlager auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens. Das Gebäude blieb über die verschiedenen Lagerphasen hinweg erhalten, wurde jedoch mehrfach umgestaltet. 1947 wurde der Seitentrakt in drei Wohnungen für Geflüchtete und Vertriebene unterteilt. Die unterschiedlichen Nutzungen sind bis heute am Baubestand ablesbar – das Gebäude selbst wird damit zum Zeitzeugen und Exponat.


Herzstück des neuen Angebots ist ein Rundgang mit zehn Stationen. 360 Grad-Fotos und darüber geblendete Zeichnungen vermitteln das frühere Aussehen der Räume. Die Besuchenden können zwischen den Zeitschichten 1939–1945 und 1947–1952 wählen. Eingesprochene Erinnerungen ehemaliger Häftlinge und Bewohnender ergänzen die visuellen Eindrücke. 


Eine weitere Station zeigt die Dimensionen des ehemaligen Lagers im heutigen Gelände. Für pädagogische Programme stehen über die Tablets zudem ein Einführungsfilm sowie Informationen, Fotos und Zitate zur Geschichte und Nachnutzung der Gebäude zur Verfügung.

Dr. Erik Beck, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kreismuseum Wewelsburg, sagt: „Wir bringen das Gebäude der ehemaligen Häftlingsküche zum Erzählen. Das erleichtert das Verständnis der Nutzungsgeschichte dieses wichtigen Baudenkmals.“


Das Projekt ist von der Landeszentrale für politische Bildung NRW mit 50 Prozent kofinanziert worden. Die Projektleitung hatten Kirsten John-Stucke und Dr. Erik Beck inne. 

©Kreismuseum Wewelsburg, Besim Mazhiqi
©Kreismuseum Wewelsburg, Besim Mazhiqi

Jeden dritten Samstag im Monat ist der GeDenkOrt von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr allgemein geöffnet. Der Besuch ist ab 15 Jahren geeignet und kostenfrei. Die Tablets können gegen ein Pfand ausgeliehen werden. Darüber hinaus sind Besuche für Gruppen buchbar. Diese und weitere Informationen finden sich unter www.wewelsburg.de .

 
 
 
 
 

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