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30. Oktober 2026

Partnerschaft für mittelstandsfreundliche Vergabepraxis

Städte, Gemeinden und der Kreis Paderborn wollen gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe Chancen einer neuen Rechtslage nutzen

Bei der heutigen Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Bad Wünnenberg (v. links nach rechts): Vorne: Bürgermeister Michael Berens (Sennegemeinde Hövelhof, Sprecher der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Kreises Paderborn), Landrat Christoph Rüther (Kreis Paderborn), Michael Friemuth (stv. Kreishandwerksmeister), Michael H. Lutter (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe). Hinten: Annette Mühlenhoff (Dezernentin des Kreises Paderborn), Bürgermeister Matthias Möllers (Gemeinde Altenbeken), André Stadermann (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Stadt Büren), Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (Stadt Paderborn), Bürgermeister Uwe Gockel (Gemeinde Borchen), Bürgermeister Johannes Lindhauer (Stadt Delbrück), Bürgermeisterin Ursula Berhorst-Schäfers (Stadt Bad Wünnenberg), Bürgermeisterin Ute Dülfer (Stadt Lichtenau), Bürgermeister Ulrich Lange (Stadt Bad Lippspringe). (Foto: Stadt Bad Wünnenberg/Wieners) 
Bei der heutigen Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Bad Wünnenberg (v. links nach rechts): Vorne: Bürgermeister Michael Berens (Sennegemeinde Hövelhof, Sprecher der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Kreises Paderborn), Landrat Christoph Rüther (Kreis Paderborn), Michael Friemuth (stv. Kreishandwerksmeister), Michael H. Lutter (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe). Hinten: Annette Mühlenhoff (Dezernentin des Kreises Paderborn), Bürgermeister Matthias Möllers (Gemeinde Altenbeken), André Stadermann (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Stadt Büren), Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (Stadt Paderborn), Bürgermeister Uwe Gockel (Gemeinde Borchen), Bürgermeister Johannes Lindhauer (Stadt Delbrück), Bürgermeisterin Ursula Berhorst-Schäfers (Stadt Bad Wünnenberg), Bürgermeisterin Ute Dülfer (Stadt Lichtenau), Bürgermeister Ulrich Lange (Stadt Bad Lippspringe). (Foto: Stadt Bad Wünnenberg/Wieners)

Die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, die Bürgermeister der Kommunen im Kreis Paderborn und der Kreis Paderborn haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sich die Verwaltungen zu einer mittelstandsfreundlichen Vergabepraxis bei Bauaufträgen bekennen.
Hintergrund ist die seit Januar 2026 geltende Neuregelung des kommunalen Vergaberechts des Landes Nordrhein-Westfalen. Diese erweitert die Handlungsspielräume der öffentlichen Verwaltungen durch höhere Wertgrenzen und vereinfachte Vergabeverfahren, mit dem Ziel Beschaffungen schneller und unbürokratischer durchführen zu können. Die Kreishandwerkerschaft begrüßt die neuen Gestaltungsspielräume ausdrücklich. 

Gleichzeitig betont der stellvertretende Kreishandwerksmeister Michael Friemuth: „Das Handwerk ist ein wichtiger Stabilitätsfaktor in der Region: es sichert Arbeitsplätze, bildet aus und sorgt dafür, dass Wertschöpfung vor Ort bleibt.“ 
„Deshalb müssen öffentliche Aufträge so vergeben werden, dass gerade kleine und mittelgroße Handwerksbetriebe einen realistischen Zugang erhalten“, führt Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, aus.

Um dies sicherzustellen, hat die Kreishandwerkerschaft das Gespräch mit den Entscheidungsträgern in Städten, Gemeinden und beim Kreis gesucht. Jetzt haben die beteiligten Akteure gemeinsam sieben Kernpunkte verabschiedet, um die Chancen der neuen Rechtslage im Sinne von Mittelstand, Handwerk und kommunaler Handlungsfähigkeit zu nutzen: 

„Unsere Partnerschaft steht für den gemeinsamen Anspruch, Vergabeverfahren transparent, effizient und mittelstandsfreundlich zu gestalten. Wir wollen die neuen vergaberechtlichen Spielräume nutzen und zugleich Fairness und Nachvollziehbarkeit sichern“, beschreibt Landrat Christoph Rüther (Kreis Paderborn) das gemeinsame Ziel. 
„Öffentliche Investitionen im Kreis Paderborn sollen wirksam werden: für Bürgerinnen und Bürger, für die kommunale Infrastruktur und für die Betriebe“, ergänzt Michael Berens, Bürgermeister der Sennegemeinde Hövelhof und Sprecher der Bürgermeister und Bürgermeisterinnen im Kreis Paderborn. 

Teillose und Fachlose

Die sogenannten Teil- und Fachlose, insbesondere bei Bau- und Ausbauleistungen, sind einer der zentralen Punkte der Vereinbarung: „Wer Fachlose stärkt, stärkt den Wettbewerb, die Qualität und die regionale Wirtschaft“, erklärt Lutter. Eine mittelstandsfreundliche Vergabepraxis berücksichtige dies, heißt es in der Erklärung. Die Vergabe an Generalunternehmer solle daher nicht zum Regelfall werden. „In konkreten Einzelfällen, in denen ein Auftrag an General- oder Totalunternehmer unter wirtschaftlichen, technischen oder projektorganisatorischen Aspekten begründbar und sinnvoll ist, soll durch die Öffnung für Bietergemeinschaften und vergaberechtskonforme Nachunternehmerregelungen auf die Einbindung der mittelständischen Betriebe hingewirkt werden“, betont Berens. Dabei sei Verwaltungsvereinfachung kein ausreichender Grund. „Es ist unser gemeinsames Ziel, kommunale Bauaufträge so zu strukturieren, dass Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen faire und realistische Beteiligungschancen erhalten“, bekräftigt Landrat Christoph Rüther.
Die einzelnen Punkte, zu denen sich die Partner bekennen, wurden in einer ausführlichen Erklärung festgehalten, die jetzt von allen zehn Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Städte und Gemeinden des Kreises Paderborn, vom Landrat des Kreises Paderborn und der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe unterschrieben wurde. Darin vereinbart wurde auch ein regelmäßiger Austausch, um Erfahrungen auszuwerten, praktische Fragen zu besprechen und Verbesserungen abzustimmen.

Hintergrundwissen: Was ist ein Fach- bzw. Teillos?

Bei einer Fach- bzw. Teillosvergabe wird ein Bau- oder Dienstleistungsauftrag in einzelne Gewerke beziehungsweise Fachbereiche (z. B. Elektro, Sanitär oder Dachdeckerarbeiten) aufgeteilt und separat ausgeschrieben. Dadurch können sich auch spezialisierte und mittelständische Betriebe direkt auf die jeweiligen Leistungen bewerben.
Bei einer Generalunternehmervergabe wird hingegen das gesamte Projekt an einen einzigen Auftragnehmer vergeben. Dieser koordiniert die einzelnen Gewerke selbst und beauftragt gegebenenfalls Nachunternehmer – eine Rolle, die für kleine oder mittelgroße Handwerksbetriebe oft unattraktiv ist.

 
 
 

Ansprechpartnerin

Annekathrin Kronsbein

Leiterin Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe

05251 700-351

anne.kronsbein@kh-pl.de

 
 
 

Anschrift

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Aldegreverstraße 10 – 14
33102 Paderborn

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