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Kreishaus
Wewelsburg

01. März 2021

Wie genau messen unsere Smartphones?

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert gemeinsames Vermessungsprojekt des Kreises und des Startups Vaira

Kann das Smartphone genauso genau messen wie die althergebrachten Vermessungstechniken? – v.l. Max Erdmann (Geschäftsführer Vaira), Axel Gurok (Leiter Katasteramt) und Landrat Christoph Rüther.  Foto: Kreis Paderborn, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ulrike Sander 
Kann das Smartphone genauso genau messen wie die althergebrachten Vermessungstechniken? – v.l. Max Erdmann (Geschäftsführer Vaira), Axel Gurok (Leiter Katasteramt) und Landrat Christoph Rüther. Foto: Kreis Paderborn, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ulrike Sander
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Einfach das Handy in die Hand nehmen und Entfernungen, Winkel oder Raumgröße genau vermessen und Versorgungsleitungen, Bäume oder Verkehrsschilder mit ihrer exakten Position auf dem Foto vermerken – das ist das Ziel des Vermessungsprojekts SMARTECH des Kreises Paderborn und des Paderborner Startups Vaira. Das laufende Projekt SMARTECH wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit rund 53.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.
„Ein Großteil der Entscheidungen, die in einer Kreisverwaltung getroffen werden, haben einen räumlichen Bezug“, erklärt Landrat Christoph Rüther. Sei es, dass im Umweltamt Biotopflächen vermessen, im Baumkataster die Lage und der Gesundheitszustand von Bäumen erfasst oder für Karten Straßen, Häuser und topographische Auffälligkeiten genau verzeichnet werden. Bisher braucht es dafür in den meisten Fällen spezielles Equipment. Mit SMARTECH können die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Messungen stattdessen mit dem Smartphone erfolgen. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Handys sind unser tägliches Kommunikationsmittel geworden, damit kann jeder umgehen und somit könnte auch jeder diese Messungen vornehmen“, erläutert Axel Gurok, Leiter des Katasteramtes des Kreises Paderborn.
Das Paderborner Startup Vaira ist Kooperationspartner des Kreises bei dem Projekt. Es hat für Netzbetreiber, Stadtwerke und Baudienstleister bereits eine ähnliche App entwickelt. Die Anforderungen an die Genauigkeit der Messergebnisse des Kreises Paderborn entsprechen im Wesentlichen dem jetzigen Standard des Systems von Vaira. Die Vermessungen, die der Kreis durchführt, sind aber in ihren Szenarien und den Aufgaben des Kreises entsprechend vielschichtiger. Bei SMARTECH wird nun überprüft, ob mit dem Smartphone die Messgenauigkeit auch bei einem breiteren Aufgabenspektrum erreicht werden kann. „Das Projekt ermöglicht es uns, unsere Vaira-App nach wissenschaftlichen Standards testen zu lassen. Ist dies erfolgreich, können wir Kommunen ein potentes und leicht zu bedienendes Vermessungs-Werkzeug bieten“, freut sich Max Erdmann, Geschäftsführer von Vaira.
Heutige Smartphones sind mit vielerlei Sensoren ausgestattet, die es für eine Vermessung braucht. Zum Beispiel mit einem GPS-Sender zur Bestimmung der Position, einem Lotrichtung-Sensor zur Ermittlung der Schwerkraft oder einem Sensor, der die Entfernung von der Kamera zum Foto-Objekt misst. „Jeder Sensor für sich allein ist für unsere Zwecke nicht ausreichend. Wir testen nun, ob im Zusammenspiel der Sensoren die benötigte Messgenauigkeit erreicht wird“, erklärt Gurok. Dafür hat das Amt für Geoinformation, Kataster und Vermessung des Kreises verschiedene Testszenarien entworfen, denn die Sensoren benötigen unterschiedliche Messumgebungen. „Einige brauchen eine kontrastreiche Umgebung, wo nicht jeder Grashalm wie der andere aussieht. Andere reagieren empfindlich auf zu viel Bewuchs oder Unebenheiten“, so Gurok. Daher werde die Messgenauigkeit unter unterschiedlichen Bedingungen getestet.
Bis zum Sommer 2021 soll die wissenschaftliche Untersuchung der Messgenauigkeit dauern. Anschließend können die nächsten Schritte zur Umsetzung in die Praxis angegangen werden.
„Als digitale Modellkommune freuen wir uns, mit einem heimischen Startup dieses Vermessungsprojekt durch die Förderung des Bundesministeriums vorantreiben zu können. Fallen die Ergebnisse zufriedenstellend aus, öffnet es die Tore für eine weitere Digitalisierung vieler kommunaler Aufgaben aus den Bereichen Umwelt, Verkehr, Liegenschaften, Hoch- und Tiefbau“, so Landrat Rüther.

Über den mFUND des BMVI:

Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter www.mfund.de.

 
 
 

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