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Kreishaus
Wewelsburg

07. Juni 2019

Amerikanische Faulbrut bei Bienen in Paderborn festgestellt

Tierseuche ist nicht auf Menschen übertragbar, Honig kann bedenkenlos verzehrt werden

Amerikanische Faulbrut in Padeborn ausgebrochen 
Die Tierseuche Amerikanische Faulbrut ist in Paderborn ausgebrochen. Rund um den Bestand ist ein Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer gezogen worden (s. blaue Umrandung). Bildnachweis: Katasteramt des Kreises Paderborn

Die Amerikanische Faulbrut (AFB) ist in einem Bienenbestand in der Kernstadt von Paderborn festgestellt worden. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die ausschließlich die Brut der Honigbiene befällt. „Die Tierseuche ist nicht auf Menschen übertragbar. Der Honig kann bedenkenlos verzehrt werden“, betont Kreisveterinärin Dr. Marlies Bölling. Das Amt für Verbraucherschutz- und Veterinärwesen des Kreises Paderborn hat einen Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer rund um den Ausbruchsort angeordnet, um eine weitere Verbreitung der Bienenseuche zu verhindern.

Fadenziehendes Material in der Wabe, eingefallene Brutdeckel und fauliger Geruch sind die klassischen Symptome dieser Tierseuche. Der Imker in Paderborn hat diese Anzeichen richtig gedeutet und sich sofort an eine Bienensachverständige vor Ort gewandet. „Das war wirklich vorbildlich und sehr umsichtig. So haben wir alle gemeinsam die Chance, eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, sagt Bölling. Im Labor wurde der Verdacht bestätigt: Der Erreger Paenibacillus larvae der AFB ist nachgewiesen. Die bakterielle Erkrankung konnte bisher ausschließlich in Honigbienen nachgewiesen werden. Für ausgewachsene Bienen ist sie ungefährlich, vernichtet aber die Bienenbrut.

Die AFB ist eine anzeigenpflichtige Tierseuche. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind in der Bienenseuchen-Verordnung festgelegt. Das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen hat alle Schutzmaßnahmen in Form einer Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht, die am morgigen Samstag, 8. Juni, in Kraft tritt.

Nur die Sporen des Bakteriums sind infektiös und bleiben dies über Jahrzehnte, da sie äußerst widerstandsfähig sind. Der betroffene Bienenbestand muss abgetötet werden. Der betroffene Imker erhält dafür eine Entschädigung.

„Innerhalb des Sperrbezirks müssen alle Bienenvölker und Bienenstände unverzüglich auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich untersucht werden“, heißt es in der Tierseuchenverfügung.

Diese Untersuchungen sind frühestens zwei Monate, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes zu wiederholen. Im Sperrbezirk sind acht weitere Imker gemeldet. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Umgekehrt dürfen Bienenvölker oder Bienen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden.
Die Kosten für die Untersuchungen im Sperrbezirk werden im Rahmen der Beihilfe von der Tierseuchenkasse (TSK) übernommen.

Deshalb sollten alle Imker, auch Hobbyimker, sofern noch nicht geschehen, ihre Bestände umgehend, spätestens bis zum 21. Juni, beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn anzeigen. Die Kontaktdaten lauten: Amt für Verbraucherschutz- und Veterinärwesen, Aldegreverstraße 10 – 14, 33102 Paderborn, Tel. 05251 308-3952, Fax 05251 308-3999, E-Mail: veterinaeramt@kreis-paderborn.de melden. Genannt werden sollten Name, Anschrift, Telefonnummer sowie Standort und Anzahl der Bienenvölker.

Zuletzt war die Bienenseuche im Mai 2018 in Borchen-Etteln und Juni 2018 in Schloß Neuhaus festgestellt worden. In Borchen-Etteln musste das Bienenvolk komplett getötet werden. In Schloß Neuhaus konnte der Bienenbestand mit Hilfe des Kunstschwarmverfahrens gerettet werden. Dabei wird das gesamte Wabenmaterial vernichtet. Die Bienen werden in neue oder desinfizierte Beuten eingesetzt. Dieses Verfahren ist nur dann möglich, wenn das Bienenvolk noch stark genug ist.

Im gesamten Kreisgebiet sind 508 Imker mit Bienenbeständen registriert.

 
 
 

Amerikanische Faulbrut

Welche Tiere sind bedroht?

Der Erreger der Amerikanischen Faulbrut (AFB) ist das sporenbildende Bakterium Paenibacillus larvae. Nur die Sporen sind infektiös und bleiben dies über Jahrzehnte, da sie äußerst widerstandsfähig sind. Die bakterielle Erkrankung konnte bisher ausschließlich in Honigbienen nachgewiesen werden. Für ausgewachsene Bienen ist sie ungefährlich, vernichtet aber die Bienenbrut. Daher gehört sie zu den anzeigepflichtigen Tierkrankheiten.

  • Was sind die Symptome der Amerikanischen Faulbrut?

Je nach Typ des Erregers werden die Larven mehrheitlich vor oder nach der Verdeckelung der Brutzellen getötet. Sterben die Larven nach der Verdeckelung, sind die Deckel oft eingesunken. Die Larven verwandeln sich in eine breiige, klebrige Masse, die in der Regel deutlich Fäden zieht (positive Streichholzprobe). Weiteres Symptom ist ein fauliger Geruch. Bei diesen Anzeichen sollten sich Imker umgehend mit dem Kreisveterinäramt in Verbindung setzen!

  • Was bedeutet der Sperrbezirk für den Imker?

Es dürfen keine Bienenvölker in oder aus dem Sperrbezirk gebracht werden.

  • Wie groß ist der Sperrbezirk?

In § 10 der Bienenseuchen-Verordnung heißt es dazu:
(1) Ist die Amerikanische Faulbrut in einem Bienenstand amtlich festgestellt, erklärt die zuständige Behörde das Gebiet in einem Umkreis von mindestens einem Kilometer um den Bienenstand zum Sperrbezirk.

Da die Amerikanische Faulbrut (AFB) im Wesentlichen durch Räuberei verbreitet wird und diese überwiegend im näheren Umkreis stattfindet, kann der Sperrbezirk in den meisten Fällen zunächst auf einen Kilometer begrenzt werden.

Räuberei heißt, dass starke Völker zum Flugloch hereindrängen bei schwächeren Völkern, die ihren Eingang nicht erfolgreich verteidigen können. Die Sammelbienen holen dabei den Nektar und den Honig direkt aus den Waben ihrer Nachbarvölker. Der Grund: Für die Bienen ist es einfacher, den Nachbarn auszurauben als in der Natur den Nektar zu sammeln. Genau dabei können natürlich auch Krankheiten wie die AFB übertragen werden.
Bei weiteren Ausbrüchen im Sperrbezirk kann dieser ausgedehnt werden. Ziel ist es, die AFB schnellstmöglich und effektiv zu bekämpfen.

  • Welche Untersuchungen werden im Sperrbezirk vorgenommen und wer zahlt das?

Die im betroffenen Sperrbezirk gelegenen Bienenvölker werden durch Bienensachverständige im amtlichen Auftrag überprüft. Die Kosten werden im Rahmen der Beihilfe von der Tierseuchenkasse (TSK) übernommen.

Deshalb sollten alle Imker – auch Hobbyimker, sofern noch nicht geschehen, Ihre Bestände umgehend beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn anzeigen.

Zusätzliche Untersuchungen außerhalb des Sperrbezirks auf Wunsch des Imkers müssen selbst finanziert werden. Andererseits werden regelmäßig Monitoring Untersuchungen (Untersuchung von Futterkranzproben auf AFB) durchgeführt, diese Untersuchungen werden über den Kreisimkerverein organisiert. Diese sind dann kostenfrei für den Imker (Leistung der TSK-Beihilfe).

  • Wann braucht man eine amtsärztliche Gesundheitsbescheinigung?

Eine Amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung braucht man immer dann, wenn Bienenvölker aus einem anderen Kreis eingeführt oder in einen anderen Kreis verbracht werden sollen.
Das Bienenvolk muss zuvor untersucht werden. Das geschieht

• entweder als klinische Untersuchung über das frei sein von Symptomen, die auf die AFB hinweisen oder
• durch die Entnahme einer Futterkranzprobe, die im Untersuchungsamt auf das Vorhandensein von Sporen der AFB untersucht werden

Diese Tätigkeiten werden von Bienensachverständigen (BSV) durchgeführt. Die Kosten trägt der Imker. Der BSV legt dem Amtstierarzt die Bescheinigung über die stattgefundene Untersuchung vor, der Amtstierarzt stellt die Gesundheitsbescheinigung aus.

Für das Verbringen eines Bienenvolkes innerhalb des Kreises ist keine amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung erforderlich.

  • Steckbrief zur Amerikanischen Faulbrut

    Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institu mit Sitz auf der Insel Riems, informiert in seinem Steckbrief über die Amerikanische Faulbrut, die auch als Bienenseuche bezeichnet wird.

Kontakt

Frau Pitz
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Amtsleiterin, Pressesprecherin

Tel. 05251 308-9200
Fax 05251 308-899200
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2  Kommentare

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    Melemez hasan
    09.06.2019 13:36 Uhr

    Hallo mein Name ist melemez hasan,
    Wohne im gisela StR 18
    33098 paderborn
    Habe 3 Bienen Völker traiber als hoby. Ich hebe keine Erkrankung erkannt aber melde ich mich wegen die amerikanische faulbrut
    Mfg melemez

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    Kreis-Paderborn Logo
    Kreis Paderborn
    11.06.2019 09:27 Uhr

    Vielen Dank für die Anzeige Ihres Bienenbestandes. Ich habe das hier weitergeleitet an unser Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen. Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich dort gern melden. Hier noch einmal die Kontaktdaten:
    Tel. 05251 308-3952, Fax 05251 308-3999, E-Mail: veterinaeramt@kreis-paderborn.de.
    Weiterhin alles Gute! Wir hoffen alle sehr, dass es uns gelingt, die Amerikanische Faulbrut erfolgreich und schnell zu bekämpfen. Deshalb noch einmal: Vielen Dank!

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