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22. Juni 2026

Kreismuseum wird zum Schaufenster für die regionale Archäologie

Sonderausstellung „Als die Römer abgezogen - Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ bis 30. August im Kreismuseum Wewelsburg – Eintritt frei

Wie haben die Menschen vor vielen Jahrhunderten hier im Kreis Paderborn gelebt? Das Kreismuseum Wewelsburg präsentiert erste Ergebnisse einer 2024/25 durchgeführten Ausgrabung an einem kaiser- und völkerwanderungszeitlichen Siedlungs- und Bestattungsplatz in Delbrück-Bentfeld. Originale Fundstücke illustrieren die Geschichte dieser außergewöhnlichen Fundstelle, an der vor über 1500 Jahren Menschen lebten und später auch ihre Toten bestatteten. Die Ausstellung „Als die Römer abgezogen - Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ wird in Zusammenarbeit mit der LWL-Archäologie für Westfalen im Sonderausstellungsraum des Kreismuseums gezeigt.

Im Baugebiet an der Schafbreite in Delbrück-Bentfeld untersuchte ein Grabungsteam 2024 bis 2025 einen kaiser-bis völkerwanderungszeitlichen Siedlungs- und Bestattungsplatz. Dieser Fundplatz ist außergewöhnlich, da die über 1500 Jahre alte Geländeoberfläche unter einem seit dem Mittelalter nach und nach aufgetragenen Plaggenesch erhalten geblieben ist. Schon in der Römischen Kaiserzeit lebten hier Menschen, die im 2./3. Jahrhundert n. Chr. verschiedene Gebäude errichtet hatten. Im örtlichen Sandboden wurde ein Holzbrunnen aus dem 5. Jahrhundert entdeckt. Er belegt eine Besiedlung des Platzes auch noch für die Völkerwanderungszeit.

 Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Als die Römer abgezogen - Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ (v.l.n.r.) Sven Knippschild (Eggenstein Exca), Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe (LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld ), Dr. Sven Spiong (Leiter LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld) und vom Kreismuseum Wewelsburg Dr. Erik Beck und Museumsleiterin Kirsten John-Stucke. ©Kreismuseum Wewelsburg, Mareike Antepoth
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Als die Römer abgezogen - Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ (v.l.n.r.) Sven Knippschild (Eggenstein Exca), Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe (LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld ), Dr. Sven Spiong (Leiter LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld) und vom Kreismuseum Wewelsburg Dr. Erik Beck und Museumsleiterin Kirsten John-Stucke. ©Kreismuseum Wewelsburg, Mareike Antepoth
 
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Als die Römer abgezogen - Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ (v.l.n.r.) Sven Knippschild (Eggenstein Exca), Museumsleiterin Kirsten John-Stucke, Dr. Sven Spiong (Leiter LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld), Dr. Erik Beck (Kreismuseum Wewelsburg) und Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe (LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld). ©Kreismuseum Wewelsburg, Mareike Antepoth
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Als die Römer abgezogen - Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ (v.l.n.r.) Sven Knippschild (Eggenstein Exca), Museumsleiterin Kirsten John-Stucke, Dr. Sven Spiong (Leiter LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld), Dr. Erik Beck (Kreismuseum Wewelsburg) und Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe (LWL-Archäologie für Westfalen, Bielefeld). ©Kreismuseum Wewelsburg, Mareike Antepoth

Im 5. Jahrhundert gaben die Menschen den Brunnen auf und nutzten die Stelle als Verbrennungsplatz, wie Funde von Holzkohle, Leichenbrand und Beigaben zeigen – ein bisher singulärer Befund in der Region. Der ehemalige Siedlungsplatz wurde damit zum Bestattungsplatz umfunktioniert. Zudem wurde auch ein zeitgleiches Brandgrubengrab mit zahlreichen Beigaben entdeckt. Der außergewöhnliche Fundplatz in Bentfeld liefert einen wichtigen Beitrag zur Besiedlungsgeschichte entlang der Lippe vom 2./3. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. Die Ausstellung präsentiert erste Ergebnisse der Ausgrabung.

Noch bis zum 30. August ist die Sonderausstellung „Als die Römer abgezogen - Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ im Kreismuseum Wewelsburg zu sehen. Der Zugang erfolgt durch die Erinnerungs- und Gedenkstätte am Burgvorplatz. Der Eintritt ist frei.

 
 
 
 

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