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11. Februar 2020

Pilotprojekt Telenotarztsystem OWL - Landrat Manfred Müller: "Wir sind am Start."

Meilenstein in der Notallversorgung: Telenotarztsystem als Pilotprojekt in den Kreisen Höxter, Lippe und Paderborn unter Federführung des Kreises Paderborn in Planung.

RTWS vor der Leitstelle - demnächst Live-Schaltung eines Notarztes 
Das geplante Telenotarztsystem unterstützt bestehende rettungsdienstliche Strukturen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Vertreter der Krankenkassen, die kommunalen Spitzenverbände und die Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen haben am Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar eine gemeinsame Absichtserklärung zum flächendeckenden Ausbau des Telenotarzt-Systems unterzeichnet. Das System soll die bereits vorhandenen Strukturen des Rettungswesens „exzellent ergänzen und darüber hinaus die notfallmedizinische Versorgung optimieren“, so der Minister. „Wir sind am Start und haben bereits erste Planungsschritte eingeleitet“, betont Paderborns Landrat Manfred Müller. Der Minister wisse, dass er in OWL auf die jahrelange und bewährte Zusammenarbeit der Kreise Höxter, Lippe und Paderborn im Rettungswesen bauen könne.

„Wir werden unsere Kompetenzen und Ressourcen mit dem Rückenwind der heutigen Absichtserklärung für eine verbesserte Notfallversorgung von über 800.000 Menschen bündeln und jetzt forciert vorangehen“, bekräftigt der Landrat. Der Kreis Paderborn plant seit Oktober vergangenen Jahres federführend für die drei Kreise die Einführung eines telemedizinischen Notfallsystems.

Minister Laumann hatte angekündigt, dass bis spätestens Ende des Jahres 2022 in jedem Regierungsbezirk mindestens ein Telenotarzt-Standort den Regelbetrieb aufnehmen solle. Das System sei eines der herausragenden Projekte in der Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen des Landes. Die Kosten seien über die Gebührensatzungen der Träger der Rettungsdienste refinanzierbar. Träger des Rettungsdienstes sind die Kreise und kreisfreien Städte. Allerdings könne nicht jeder Träger einen solchen Standort vorhalten. Hier seien Vereinbarungen zwischen den Trägern notwendig.

Landrat Manfred Müller: "Hier trifft Technik auf Herz und Verstand."

„Wir sind digitale Modellregion. Die Kreise Höxter, Lippe und Paderborn haben verstanden, dass man gerade im kostenintensiven Rettungswesen über den kommunalen Tellerrand schauen muss. Hier trifft Technik auf Herz und Verstand und den unbedingten Willen, neue Wege in der Erst- und Notfallversorgung zu gehen“, betont der Paderborner Landrat. Zurzeit befinde man sich in der Konzeption. Die Gespräche mit allen Beteiligten würden jetzt intensiviert, da durch die heute unterzeichnete Absichtserklärung sich auch eine Lösung der Kostenfrage abzeichne.Kooperation der drei Kreise Höxter, Lippe  und Paderborn

Ziel eines Telenotarztsystems ist es, dass das nichtärztliche Rettungsdienstpersonal und/oder ein Notarzt vor Ort unabhängig vom Einsatzort, jederzeit in Echtzeit mit dem Telenotarzt kommunizieren und ihn in die Versorgung einbinden kann. Das geschieht durch eine Live-Schaltung in Bild und Ton in den Rettungswagen, die dafür speziell ausgerüstet werden müssen. Medizinische Daten (Blutdruck, EKG) können in Echtzeit übertragen werden. Der Telenotarzt stellt die Diagnose, überwacht alle lebenswichtigen Funktionen, unterstützt das Rettungsdienstpersonal vor Ort und versorgt die aufnehmenden Krankenhäuser mit Informationen, die dann nahtlos weiterbehandeln können. Umgekehrt kann er durch seine fachliche Einschätzung auch unnötige Einsätze vermeiden.

Ingo Christiansen, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst:  "Es werden nicht weniger Rettungswagen und Notärzte unterwegs sein.

Eine Telenotarztsystem ist deshalb gerade im ländlichen Raum, wo die Notärzte knapp und die Wege länger sind, eine große Chance. Zumal Krankenhäuser über vollgestopfte Notfallambulanzen mit zuweilen nicht lebensbedrohlich Erkrankten und überlasteten Ärzten klagen. Gleichzeitig wird die Zahl der Rettungsdiensteinsätze weiter steigen, weil die Menschen älter und anspruchsvoller werden. „Das geplante Telenotarztsystem unterstützt die bestehenden rettungsdienstlichen Strukturen“, betont der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Kreises Paderborn, Ingo Christiansen. „Es werden nicht weniger Rettungswagen und Notärzte unterwegs sein“, bekräftigt Christiansen.

Im Juli 2018 wurden ambulante, klinische Versorgung und der Rettungsdienst miteinander verzahnt. Egal ob die Menschen den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116117 kontaktieren: Alle Anrufer landen in der Leitstelle des Kreises Lippe. Die Disponenten entscheiden über eine strukturierte Abfrage, welche Rettungsmittel alarmiert werden müssen, ob ein Krankenhaus angesteuert, eine Notfallambulanz aufgesucht werden muss oder der Hausarzt weiterhelfen kann. Bereits im April 2014 hatten die drei Kreise begonnen, ihre Leitstellen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz miteinander zu vernetzen. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Krisen wie z. B. Stürme oder Großbrände nicht an Kreisgrenzen halt machen. Durch ein erhöhtes Einsatzaufkommen könnten Notrufleitungen überlastet sein. Technische Störungen könnten eine Leitstelle auch mal ganz oder zum Teil ausfallen und damit das Herz der Einsatzsteuerung über längere Zeit aus dem Takt bringen. Um das zu verhindern, sollen sich die Leitstellen bei solchen Szenarien untereinander kurzschließen. Die drei Kreise bildeten zudem eine Einkaufsgemeinschaft, um bessere Rabatte zu bekommen und so Kosten, z. B. beim Erwerb von Rettungswagen und ihrer Ausstattung, einzusparen. Diese vorbildliche Art der kommunalen Kooperation ist auch in Düsseldorf aufgefallen.

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