10. Juni 2026
Marderbeauftragte und Jägerschaft tagen im Paderborner Kreishaus
Sie sehen niedlich aus. Wer aber häufiger mit ihnen zu tun hat, dem vergeht das Lachen. Denn fühlen sich Waschbären und Marder erst heimisch und wohl, ist es schwer, sie wieder loszuwerden. Beratend zur Seite stehen betroffenen Hauseigentümern 14 Jägerinnen und Jäger aus dem Kreis Paderborn, die ehrenamtlich als Marder und Waschbärbeauftragten für die Kreisjägerschaft Paderborn unterwegs sind. Sie helfen bei Fragen rund um das jagdbare Wild, wie Fuchs, Waschbär und sämtliche Marderarten.
Im Kreishaus berichteten sie jetzt im Rahmen einer Versammlung mit der Jägerschaft von der zunehmenden Problematik mit den Tieren im urbanen Bereich. Immer häufiger dringen Marder und Co. in Wohngebiete ein. Dort verursachen sie Schäden auf Dachböden, in Zwischendecken oder an Fahrzeugen. Waschbären fallen vermehrt durch aufgebrochene Mülltonnen, Schäden an Gebäuden sowie durch ihr Vordringen in Gärten, Garagen und Dachbereiche auf. Für Anwohner bedeuten dies nicht nur Sachschäden, sondern oft auch Verunsicherung und einen erhöhten Beratungsbedarf.
„Unsere Arbeit als Jäger geht – entgegen der landläufigen Meinung - weit über den reinen Umgang mit Wildtieren und das Bejagen hinaus“, erklärt Eberhard Neydereck vom Ordnungsamt des Kreises Paderborn - selbst Jäger und Marderbeauftragter. „Wir Jäger sind heute eher Ansprechpartner bei Beschwerden, beraten Bürgerinnen und Bürger zu möglichen Schutzmaßnahmen und helfen dabei, Konflikte zwischen Mensch und Wildtier sachlich einzuordnen.“ Gerade in dicht besiedelten Bereichen sei dies nicht immer einfach, da die Erwartungen an schnelle Lösungen groß sind.
Was also tun gegen Marder und Co.? Gesetzlich erlaubt ist der Fang mit Lebendfallen, zu denen allerdings nur behördlich anerkannte Personen befugt sind. Außerdem nutzen die Beauftragten Vergrämungsmittel. Ist diese Maßnahme erfolgreich, werden die Ein- und Ausgänge fachmännisch verschlossen.
Um Waschbären effektiv fernzuhalten, sollten Nahrungsquellen entzogen und Zugänge am Gebäude blockiert werden. Auch das Füttern von Haustieren im Garten ist kontraproduktiv. „Wir raten dazu, sich den Tieren nicht selbst zu nähern“, betont Neydereck. Wildtiere können sich bedrängt fühlen und entsprechend reagieren. Zudem können sie Krankheiten übertragen oder mit Parasiten befallen sein. Besondere Vorsicht ist auf Grundstücken mit Kindern geboten: „Sandkästen außerhalb der Nutzungszeiten abdecken, um Verunreinigungen durch Wildtiere zu vermeiden“, so der Rat der Experten. Hunde- und Katzenbesitzern wird empfohlen, ihre Tiere entsprechend zu impfen und regelmäßig auf Parasiten zu kontrollieren.
Von besonderer Wichtigkeit beim Umgang mit den Wildtieren ist das Zusammenwirken zwischen den Marder- und Waschbärbeauftragten und den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern. Wird frühzeitig erkannt, dass sich Tiere verstärkt in Wohngebieten oder in der Nähe schutzwürdiger Arten aufhalten, können Beauftragte rechtzeitig reagieren, Entwicklungen beobachten und geeignete Maßnahmen abstimmen. Da die Tiere dem Jagdrecht und dem Tierschutzgesetz unterliegen, ist das Fangen und Erlegen ausschließlich ausgebildeten Jägern mit Jagdschein vorbehalten.
Die Kontaktdaten der Marder- und Waschbärberatenden finden Interessierte im Internet unter www.kreis-paderborn.de/jagdangelegenheiten.
Kreis Paderborn
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