Igel, genauer die Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), sind in Deutschland und weiten Teilen Europas verbreitet. Die kleinen, nachtaktiven Säugetiere besiedeln bevorzugt strukturreiche Lebensräume. Dazu gehören neben Waldrändern und Parkanlagen auch Gärten.
Wer einen Igel im Garten entdeckt, darf sich freuen: die kleinen Insektenfresser tragen zur natürlichen Regulation von Schädlingen bei. Igel gelten somit als Nützlinge und erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem.
Igel sind also aus gutem Grund geschützt: In Deutschland fällt der Igel unter das Bundesnaturschutzgesetz. Für die somit „besonders“ geschützte Art gelten Zugriffsverbote: Es ist unter anderem verboten Igel und ihre Jungen zu fangen, zu verletzen oder zu töten.
Diese Verbote beziehen sich auch auf ihre Rückzugsorte (Fortpflanzungs- und Ruhestätten). Ausnahmen zum Fang gelten für kranke und verletze Igel: zur Pflege und dem schnellstmöglichen Auswildern können die Tiere aufgenommen werden.
Durch eine Bandbreite an Gefahren für den Igel nehmen ihre Bestände jedoch weiter ab. Es stehen immer weniger strukturreiche Lebensräume zur Verfügung, durch das Insektensterben gehen Nahrungsressourcen zurück und im Straßenverkehr kommen viele Igel zu Tode.
Auch in Gärten lauern Gefahren: Igel können in unzureichend abgesicherte Schächte oder Gewässer fallen und dort verenden oder durch den Einsatz von Insektiziden Schaden nehmen.
In den letzten Jahren sind jedoch neue Gefahren für Igel entstanden – insbesondere durch den verstärkten Einsatz von Mährobotern in privaten Gärten. Mähroboter, die autonom Rasenflächen mähen, können Igel verletzen oder sogar töten. Die Messer der Roboter sind scharf und rotieren schnell.
Da Igel keinen Fluchtreflex zeigen, sondern sich einkugeln, geht das Zusammentreffen von Mähroboter und Igel in den meisten Fällen nicht gut aus. Igel sind ab der Dämmerung und nachts aktiv. Wer den Mähroboter ab den Abendstunden laufen lässt erhöht somit drastisch die Gefahr, dass er die Igel verletzt oder tötet.
Das Glück im Unglück: es ist ganz einfach, dieser Problematik zu begegnen. Ab der Dämmerung sollte der Mähroboter abgeschaltet bleiben. Durch die Verlagerung der Mähzeit auf den Tag begegnen sich dämmerungs- bzw. nachtaktiver Igel und Mähroboter nicht, und die Tiere werden nicht verletzt. Auch neuere Modelle, die mit einer Hindernisfunktion werben und stoppen können, liefern nach aktuellem technischen Stand vor allem bei Igel-Jungtieren keine Garantie auf einen zuverlässigen Stopp. Besser also bei allen Modellen von Mährobotern das autonome Mähen auf den Tag zu verschieben.
Sicher ist sicher: am Besten auch tagsüber vor dem Mährobotereinsatz im Garten einmal grob nach Tieren (Igel, kleinere Säugetiere, Amphibien, etc.) schauen.
Youtube-Video: Mähroboter Nachts aus - Schutz für Igel und Co.
| Kreis Paderborn
Aktion IGEL-LIEBE - Mähroboter nachts aus!
Postkarte und Stickerboge sind z.B. im Foyer des Kreishauses kostenlos erhältlich.

Der Bestand der Igel in Deutschland nimmt aber immer weiter ab. Ein Grund dafür ist zum Beispiel, dass viele Hausgärten ausschließlich aus einer Rasenfläche bestehen und Strukturen fehlen, die Insekten, kleine Säugetiere oder Amphibien benötigen. Hier können wir Menschen mit kleinen Maßnahmen helfen, die im eigenen Garten viel bewirken:

Abbildung: Igelfreundlicher Garten (Quelle: Kreis Paderborn, F. Brüggenthies)
Aktion IGEL-LIEBE -
Mähroboter nachts aus!
Der Kreis Paderborn hat diese Botschaft mir viel Charme und gut verständlich aufbereitet.
Die Zeichnungen und Sticker sprechen Kinder an und wirken auch auf Erwachsene sympathisch.
Wer Interesse an Postkarten und Stickerbogen hat, kann diese z.B. im Foyer des Kreishauses kostenlos erhalten.
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Igel-Hilfe im Garten
Sie wollen dem Igel in Ihrem Garten aktiv helfen?
Das kann mit diesen Maßnahmen sehr einfach gelingen.
Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den Igel im Jahr 2024 zum Tier des Jahres gekürt.
Ein ausführliches Portrait des heimischen Igels hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf seiner Internetseite zusammengestellt.
Weitere Informationen zum Umgang mit kranken oder verletzten Igeln finden sie auf den Internetseiten des Igelhilfeverein e. V.
Kreis Paderborn
Aldegreverstraße 10 – 14
33102 Paderborn
Telefon: 05251 308 - 0
Telefax: 05251 308 - 8888
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