Hi, ich bin Mattis und habe mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Kulturamt (Amt 41) des Kreises Paderborn in der Museumspädagogik des Kreismuseum Wewelsburg absolviert.
Zum Ende meines Freiwilligen Sozialen Jahres kann ich auf ein erfolgreiches und spannendes Jahr zurückblicken. Das FSJ bietet die Möglichkeit in beiden Abteilungen des Kreismuseums in die pädagogische Arbeit einzusteigen. Das Historische Museum des Hochstifts Paderborn beschäftigt sich mit der Geschichte des Fürstbistums. Darüber hinaus stellt das Museum auch Angebote wie z.B. Kindergeburtstage. In meiner Arbeit war ich allerdings hauptsächlich in der anderen Abteilung des Kreismuseums tätig: Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945. Die Gedenkstätte befasst sich sowohl mit der allgemeinen als auch mit der lokalen Geschichte der Schutzstaffel (SS) rund um Heinrich Himmler. Der Fokus liegt hierbei jedoch stets darauf, das Gedenken an die Opfer der NS-Gewalt am Leben zu halten und die grauenhaften Verbrechen des NS-Regimes zu erklären.
Im Fokus des FSJ's steht die Entwicklung eines eigenständigen Projektes. Im Kreismuseum habe ich die Möglichkeit bekommen, eine eigene Sonderausstellung zu entwerfen, welche vom 7. März bis zum 18. Mai 2025 im Sonderausstellungsraum der Gedenkstätte für die Öffentlichkeit zugänglich war. Meine Sonderausstellung trug den Namen „25 Jahre Verein Gedenktag 2. April, Gedenken und Begegnen – Auseinandersetzen und Verstehen“. Mir war es wichtig, nicht nur die geschichtlichen Ereignisse zu beleuchten, sondern auch den Umgang mit der deutschen Vergangenheit in der Gegenwart. Meine Aufmerksamkeit ist hier schnell auf den „Verein Gedenktag 2. April in Wewelsburg“ gefallen, welcher dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiern durfte. Der Verein setzt sich dafür ein, dass wir die Verbrechen des NS-Regimes nicht vergessen, und beteiligt sich zudem an demokratiefördernden Projekten. Hauptaufgabe des Vereins ist die jährliche Organisation einer Gedenkfeier am 2. April, dem Befreiungstag des lokal ansässigen Konzentrationslages Niederhagen. Die ehrenamtliche Arbeit des Vereins wollte ich mit einer eigenen Ausstellung würdigen.
In der Erarbeitung des Projektes hatte ich sehr viele Freiheiten und Spielräume, konnte aber stetig auf die Hilfe der Mitarbeiter*innen des Kreismuseum zählen. Die Recherche hat mehrere Monate gedauert und mir sehr viel Spaß bereitet. Außerdem durfte ich in diesem Zeitraum sehr viele tolle Menschen kennenlernen, die sich seit Jahren in der Erinnerungskultur engagieren. Zusammen mit einer professionellen Grafikerin hatte ich dann die Möglichkeit meine Ausstellungstexte und Fotos auf Fahnen zu drucken, welche später in der Ausstellung hängen sollten. Auch bei der Einrichtung der Räume und der Auswahl der Exponate hatte ich freie Auswahl. Zusammen mit anderen Mitarbeiter*innen konnte ich in den Tagen vor der Eröffnung die Ausstellung selber aufbauen und nach meinen Vorstellungen designen.
Die Eröffnung selbst wurde mit einer kleinen Eröffnungsfeier begangen. Eingeladen waren alle Mitglieder des Vereins, die Wewelsburger Dorfgemeinschaft sowie der Landrat des Kreises Paderborn und Bürgermeister der Stadt Büren. Nach einer erfolgreichen Eröffnung konnte ich auf die letzten Monate der Erarbeitung zurückblicken und bin sehr dankbar für die Möglichkeiten sowie die Hilfe von Museumsleiterin Kirsten John-Stucke, meinem Betreuer Reinhard Fromme, diverser Vereinsmitglieder und noch vieler weiterer.
Doch auch neben dem eigenständigen Projekt mangelt es in Wewelsburg nicht an Möglichkeiten sich in die Museumsarbeit einzubringen. Ganz im Gegenteil. Durch meine Arbeit an der Ausstellung habe ich schnell Interesse an der Gedenkfeier im Jahr 2025 gefunden und durfte helfen, eine Schulgruppe aus Büren auf ihrem Weg zu begleiten, einen Beitrag zur Gedenkfeier zu entwerfen. Neben der Gedenkfeier stand in diesem Jahr auch ein Treffen der Angehörigen der ehemaligen Häftlinge auf dem Programm und auch hier war ich Teil des Orga-Teams und konnte mich stetig einbringen.
Zudem wurde in meiner Zeit in Wewelsburg ein neues Netzwerk eingerichtet. Teil dieses Netzwerkes sind Freiwillige aus ganz Deutschland, welche in Einsatzstellen mit NS-Bezug arbeiten. Auch mit dieser Gruppe gab es über ein Wochenende ein analoges Treffen in Dachau, bei dem wir und über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten unserer Arbeitsplätze austauschen konnten und die Gedenkstätte Dachau besser kennenlernen konnten. Das Netzwerk soll von nun an weiter bestehen und auch die Treffen sollen weiterhin jährlich abgehalten werden.
Gegen Ende meines FSJs habe ich mich noch einmal intensiver mit dem Inhalt der Ausstellung beschäftigt, sodass ich noch selbst eine Führung einer Schulklasse durch die Gedenkstätte leiten konnte.
Die Arbeit in der Einsatzstelle ist nicht der einzige Grund, warum mir das Jahr in Wewelsburg so viel Freude bereitet hat. Zu einem FSJ gehören nämlich auch Seminarwochen. Für insgesamt vier Wochen findet man sich mit diversen anderen Freiwilligen aus ganz NRW in einer Seminargruppe aus 40 bis 50 Jugendlichen zusammen. Die Seminare stehen ganz unter dem Motto der kulturellen Bildung und beinhalten vielfältige Workshopangebote. In meinen Seminarwochen durfte ich unter anderem mit ein paar anderen Freiwilligen und einem professionellen Regisseur einen Kurzfilm drehen. Die Seminarwochen sind aber nicht nur inhaltlich sehr spannend, sondern auch immer sehr lustig. Der Kontakt zu den anderen Freiwilligen ist nämlich von Anfang an freundschaftlich und innerhalb von wenigen Stunden kann man tolle neue Kontakte knüpfen.
Ich kann am Ende meiner Zeit beim Kreis Paderborn ein Freiwilliges Soziales Jahr ganz allgemein, aber insbesondere im Kreismuseum Wewelsburg, nur empfehlen. Insbesondere für Jugendliche, die sich noch nicht sicher sind, in welche Richtung sie mit ihrer Berufswahl gehen sollen, ist das FSJ eine hervorragende Möglichkeit für ein Jahr lang den Arbeitsalltag einer Einrichtung besser kennenzulernen. Im Kreismuseum durfte ich lernen, eigenständig Verantwortung zu übernehmen aber auch mein Interesse an Geschichte auszuleben. In meiner Zeit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und viele tolle Menschen kennenlernen dürfen und bin sehr froh, mich für das FSJ entschieden zu haben.
Stand: 08/2025
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