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„Überwältigende Hilfsbereitschaft im Kreis Paderborn“

Berufskolleg Schloß Neuhaus

- Informations- und Netzwerkveranstaltung für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingshilfe mit über 300 Teilnehmern -

Menschen, die millionenfach aus ihren Heimatländern fliehen, suchen auch im Kreis Paderborn Schutz und eine neue Heimat. Derzeit leben rund 3000 Flüchtlinge im Kreisgebiet. Viele weitere werden kommen. Landrat Manfred Müller bezeichnete die Unterbringung und Integration dieser Menschen als größte Herausforderung seit der Deutschen Einheit. Er betonte gleichzeitig, dass die Aufgabe so groß sei, dass sie nur mit Hilfe der Ehrenamtlichen zu schaffen sei. Der Landrat hatte deshalb zu einer Informations- und Netzwerkveranstaltung für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingshilfe eingeladen. Organisiert wurde der Abend vom Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Paderborn (BIZ). Gerechnet hatte der Kreis Paderborn mit 80 bis 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Gekommen sind über 300, die sich informieren und vor allem helfen wollten. Das ist einfach überwältigend“, erklärt Müller. Insgesamt 12 Initiativen und Organisationen aus dem Kreisgebiet stellten ihre Arbeit persönlich und an Thementischen vor. Die Angebote für Flüchtlinge reichen von Sprachkursen, Sportangeboten, Begleitung bei Behörden- und Arztgängen über Patenschaften, freiem W-LAN-Angebot bis hin zu Kleiderkammern und Fahrradwerkstätten.

Müller betonte, dass es kurzfristig darum ginge, die vielen Menschen würdig unterzubringen. Kurz- bis mittelfristig müsse die Integration in die Bildungssysteme und den Arbeitsmarkt gelingen, langfristig in die Gesellschaft mit interkulturellem Dialog. Deshalb bedanke er sich bei jedem, der helfe. „Ihr vorbildliches Beispiel wirkt hinein in die Gesellschaft. Es macht jenen Mut, denen dieser bislang noch fehlt“. Dieser Prozess müsse gelingen, bekräftigte der Landrat, sonst drohten erhöhte, dauerhafte soziale Kosten, Kriminalität und soziale Spannungen.

Die Behörden von Stadt und Kreis Paderborn stellten aktuelle Zahlen vor, die angesichts des dynamischen Geschehens nur Momentaufnahmen sein können. Nachzulesen sind diese auch diesen Seiten (s. am Ende des Berichts). Schulamtsdirektor Hartmut Bondzio erläuterte, dass Kinder und Jugendliche schulpflichtig würden, sobald sie aus den Notunterkünften den Städten und Gemeinden zugewiesen worden seien. Unterrichtet werden sie in so genannten Auffang- und Vorbereitungsklassen (AV-Klassen). Bondzio machte darauf aufmerksam, dass es insbesondere an Sprachkursen für ältere Jugendliche (ab 18) mangele, da diese nicht schulpflichtig seien. Früher habe man die älteren Geschwisterkinder mit in den Klassen aufgenommen. Angesichts der vollen Klassen an den Schulen sei das jetzt nicht mehr machbar.

Die zwölf Initiativen aus den Städten und Gemeinden stellten ihre Arbeit in Form einer Fragen- und Antwortenrunde vor. Der Leiter des BIZ, Dr. Oliver Vorndran, moderierte die Runde. Im Anschluss konnten die ehrenamtlich Tätigen an Thementischen und Ständen ihre Erfahrungen austauschen und vor allem auch Kontakte schließen.

Vorgestellt wurde auch der Dolmetscherservice „Cari-Lingua“ für öffentliche Einrichtungen des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens und Verwaltungen im Kreis Paderborn, die beim Caritasverband Paderborn /Fachstelle „MiCado – Fachdienst für Integration und Migration“ angesiedelt ist. Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Paderborn (KI) unterstützt das Projekt finanziell. Derzeit können dort Dolmetscher für 45 Sprachen, von Albanisch bis Yemba, angefordert werden. Bei Fragen und Buchungen kann man sich direkt an den Caritasverband Paderborn e.V., Email: dolmetscher@caritas-pb.de, wenden.

Die Stadt Paderborn hat auf ihren Internetseiten eine Übersicht über die häufigsten Fragen und Antworten zusammengestellt. DieInitiative „Neue Nachbarn“ und der Caritasverband Paderborn haben eine Broschüre für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer herausgegeben. Die Broschüre ist beim Caritasverband kostenlos erhältlich und kann auch auf deren Internetseiten heruntergeladen werden.

Ansprechpersonin für ehrenamtliche Flüchtlingshelferinnen und –helfer beim Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Paderborn ist Sarah Saf, 05251 308 – 4631.


(Bitte beachten Sie, dass die Zahlen, Daten und Fakten angesichts des dynamischen Geschehens immer nur eine Momentaufnahme sein können).




 

Fotostrecke zur Informationsveranstaltung zum Thema "Ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge" im Berufskolleg Schloss Neuhaus. (Fotos: Kreisverwaltung Paderborn)

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2  Kommentare

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    Claudia Pagel
    15.09.2015 13:08 Uhr

    leider war ich da nicht dabei, denn das Ehrenamt hat mich ferngehalten. Wie lange wird es noch ca. dauern, bis ich die Ergebnisse sehen kann. Vielleicht - vielleicht - vielleicht sind ja Lösungen entwickelt worden, die ich im Alltag mit den Flüchtlingen gleich umsetzen kann.

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    Kreis-Paderborn Logo
    Kreis Paderborn
    15.09.2015 14:06 Uhr

    Zunächst ganz herzlichen Dank für Ihr Interesse! Ziel der Veranstaltung war es, dass die vorhandenen Initiativen sich kennenlernen und miteinander vernetzen können. Wir haben mit 80 bis 100 Besucherinnen und Besuchern gerechnet. Gekommen sind über 300. Von daher ist es natürlich sehr schade, dass Sie es zeitlich nicht geschafft haben. 12 Initiativen haben sich mündlich vorgestellt und an Thementischen präsentiert. Es gab einige Kurzreferate. Wir werden diese – sofern vorhanden – im Laufe des heutigen und morgigen Tages einstellen.

    Ziel der Veranstaltung war es aber auch, dass die Ehrenamtlichen Fragen an die Institutionen wie Agentur für Arbeit, Schulamt oder auch Ordnungsamt stellen konnten. Das können Sie aber gern nachholen. Bitte schicken Sie Ihre Fragen einfach an folgende E-Mail-Adresse: biz@kreis-paderborn.de (Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Paderborn). Vielen Dank!

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