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Kreishaus
Wewelsburg

08. November 2022

Nur als Notfall in die Notaufnahme

Gemeinsamer Appell des Rettungsdienstes des Kreises Paderborn, der Krankenhäuser im Kreis sowie der Kassenärztlichen Vereinigung.

Notfall 
Notaufnahme in Not

Es ist Sonntagnachmittag: Das Knie von Herrn Schmidt schmerzt bereits seit vier Tagen, Frau Müller hat migräneartige Kopfschmerzen und keine Schmerzmedikamente mehr zuhause, doch der Hausarzt hat geschlossen – was nun? Immer mehr Menschen im Kreis Paderborn rufen in solchen Situationen den Rettungsdienst oder fahren direkt in eine der Notaufnahmen der Krankenhäuser. Dies beobachten der Rettungsdienst des Kreises Paderborn, die ortsansässigen Krankenhäuser sowie die Kassenärztliche Vereinigung im Kreis Paderborn mit zunehmender Besorgnis.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten sie durch die gemeinsame Kampagne „Notaufnahmen in Not“ darauf aufmerksam gemacht, dass die Zentralen Notaufnahmen (ZNA) der Krankenhäuser hoffnungslos überlaufen werden. Viele der Patienten müssen aufgrund des geringen Schweregrads der Verletzung oder Erkrankung eigentlich nicht in einer Notaufnahme der Kliniken versorgt werden. Die Folge: extrem lange Wartezeiten in der ZNA, Unzufriedenheit bei den wartenden Patienten und maximaler Stress für die Klinik-Mitarbeitende. Denn die Bagatellfälle müssen warten. Wer schwer oder gar lebensgefährliche Symptome hat, kommt zuerst dran. Wenn gar der Rettungsdienst für eine Bagatellerkrankung in Anspruch genommen wird, fehlt dessen Verfügbarkeit im schlimmsten Fall, wenn ein schwerer Unfall geschieht.

Diese Lage spitzt sich im Moment wieder zu, alle Beteiligten schlagen Alarm. Rettungsdienst, Notaufnahmen und auch Hausärzte sind überlastet. Während die einen mit schniefender Nase in der Notaufnahme sitzen und auf den Arzt warten, kämpft genau der im Schockraum nebenan um das Leben eines schwerstkranken Patienten. Allein die Notaufnahmen der St. Vincenz-Kliniken Salzkotten + Paderborn behandeln jährlich ca. 40.000 Patienten – pro Tag sind das über 100 Patientenkontakte. Beim Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn sind es jährlich rund 30.000 Patienten, mehr als 80 pro Tag, und im evang. Krankenhaus St. Johannisstift 10.000 Patienten im Jahr.

„An dieser Stelle ist es uns wichtig gemeinsam aufzuklären! Es soll niemand mit Schmerzen zuhause bleiben. Für das Funktionieren unseres Gesundheitssystems ist es allerdings wichtig, betroffene Patienten an die richtige Stelle zu vermitteln.“

so Landrat Christoph Rüther.

Der Besuch in der Notaufnahme sei nicht in jedem Fall die richtige Wahl, so die Verantwortlichen. „Wir wollen und müssen die Patienten über die Problematik eines Besuches in der Notaufnahme sensibilisieren. Diejenigen, die medizinische Hilfe benötigen, sollen unterstützt werden, schnell die richtige Anlaufstelle zu finden“, erklärt Dr. Ulrich Polenz, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung.


Notaufnahme bei akuten und potenziell lebensgefährlichen medizinischen Problemen

Die Zentralen Notaufnahmen in Krankenhäusern sind Anlaufstelle für Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit ein akutes und potenziell lebensgefährliches medizinisches Problem haben. „Richtig ist man in der Notaufnahme des Krankenhauses bei akuten Blutungen, sehr starken Bauchschmerzen, Frakturverdacht, akuter Atemnot, Brustschmerz, Ohnmacht, Lähmungserscheinungen oder plötzlichem Sehverlust“, betonen die Sprecherinnen der Paderborner Krankenhäuser St. Johannisstift, Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn und den St. Vincenz-Kliniken sowie der Karl-Hansen-Klinik Bad Lippspringe. In solchen Fällen sollte auch niemand zögern, einen Rettungswagen über den Notruf 112 zu holen.

Bei allen anderen Erkrankungen und Verletzungen sei der Hausarzt die erste Ansprechperson. Er kenne die Krankheitsgeschichte und sei in der Lage den richtigen Behandlungsweg zu finden. Der Rettungsdienst im Kreis, Krankenhäuser und Ärzte stellen leider gehäuft fest, dass Menschen unüberlegt einen Rettungswagen rufen, um Zeit zu sparen oder weil sie nicht bis zum nächstmöglichen Termin beim Facharzt warten wollen. „Terminschwierigkeiten sind kein Notfall“, betonten alle Beteiligten. „Jeder, der mit dieser Motivation ins Krankenhaus kommt, muss sich bewusst sein, dass er damit die Aufmerksamkeit eines Arztes bindet, der im selben Moment eigentlich einem vielleicht sogar lebensbedrohlich Erkrankten helfen müsste“, fügt Landrat Christoph Rüther hinzu.

Bereitschaftsdienstpraxis im MediCo in Paderborn und ärztliche Notfallambulanz Büren

Wenn die Hausarztpraxen geschlossen haben, etwa am Mittwochnachmittag, zu Abendzeiten, an Wochenenden und Feiertagen, und kein medizinischer Notfall vorliegt, ist die Bereitschaftsdienstpraxis im MediCo, in der Husener Straße 48 (auf dem Gelände des Brüderkrankenhauses St. Josef) in Paderborn die richtige Anlaufstelle. Hier praktizieren die niedergelassenen Ärzte – dies gilt sowohl für Erwachsene als auch für kranke Kinder.

Samstags, sonntags und feiertags hilft von 9-17 Uhr auch die ärztliche Notfallambulanz Büren, Eickhoffer Str. 2a.

Wer nachts oder am Wochenende dringend einen Arzt braucht, der kann überall in Deutschland die kostenlose Telefonnummer 116117 anrufen. Der Anrufer wird dann mit dem nächstliegenden Bereitschaftsdienst verbunden.


 
 
 

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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