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Pressemeldung vom 25.09.2015

Herrschaft, Recht und Glaube – Aspekte geistlicher Staatlichkeit nach der Reformation - Siebtes Wissenschaftliche Symposium des Kreismuseums Wewelsburg lockte 60 Zuhörer -

Kreis Paderborn (krpb). Beim siebten wissenschaftlichen Symposium auf der Wewelsburg sprachen drei Historiker aus Münster, Tübingen und Drensteinfurt über die geistlichen Fürstentümer im Nordwesten des Alten Reiches im 17. und 18. Jahrhundert. 60 Zuhörer kamen zu der Veranstaltung am Samstag, 12. September, die der Förderverein Kreismuseum Wewelsburg e.V. unterstütze.

Geistliche Fürstentümer galten lange als ineffizient und reformunfähig. Die Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts trennte daher Kirche und Staat.

Landrat Manfred Müller verwies in seinem Grußwort auf Goethe und dessen kritischer Blick auf das Fürstbistum Paderborn. Mit dem neu eröffneten „Historischen Museum des Hochstifts Paderborn“ hätte das Kreismuseum die Aufgabe, diese Sichtweise zu hinterfragen und neue Erkenntnisse zu den geistlichen Fürstentümern zu präsentieren, sagte Müller. „Das wissenschaftliche Symposium leistet dazu seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag“, sagte Müller.

Franz Brendle, Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Tübingen, beschäftigte sich mit den unterschiedlichen Wege, die die geistlichen Fürsten im Alten Reich in der Epoche der Konfessionalisierung einschlugen. Durchsetzungsstarke und reformfreudige Bischöfe auf den Thronen stabilisierten demnach die geistliche Herrschaft und den Katholizismus. Im Hochstift Paderborn gehörten dazu Dietrich von Fürstenberg (1585-1618), Dietrich Adolph von der Recke (1650-61) und Ferdinand von Fürstenberg (1661-83). Brendle räumte aber auch ein, dass kleine geistliche Staaten Reformen auf Dauer nicht umsetzen konnten und sich daher eher um einen Bestandserhalt bemühten.

Thorsten Süß, Jurist und Rechtshistoriker aus Drensteinfurt, thematisierte am Beispiel der Paderborner Obergerichtsbarkeit des 17. Jahrhunderts, wie Behörden geistlicher Fürstentümer funktionierten. Süß arbeitete für seine Dissertation heraus, dass die Bischöfe immer wieder versuchten die Instanzen zwischen den konkurrierenden Gerichtsbehörden zu klären. Dabei dürfe man jedoch nicht die Maßstäbe der neuzeitlichen Gewaltenteilung anwenden.

Zum Abschluss des Symposiums bewies Werner Freitag, Professor für Westfälische und vergleichende Landesgeschichte an der Universität Münster, dass es der Kirche mit Wallfahrten gelang, das Verhalten und die Erfahrung der Untertanen zu lenken. Freitag sprach über die Legenden von Wallfahrtsorten, die Gestaltung von Wallfahrtskirchen und die Präsentation von Gnadenbildern am Altar.

 

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