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Kreishaus
Wewelsburg

29. August 2019

Landesweiter Warntag am Donnerstag, 5. September: Warum die Sirenen heulen und was sie bedeuten

Am Donnerstag, den 5. September um 10 Uhr wird es erneut laut: Bereits zum zweiten Mal nach 2018 heulen die Sirenen im ganzen Land. Alle Kommunen in NRW und somit auch der Kreis Paderborn erproben ihre vorhandenen Konzepte, um die Bevölkerung bei Gefahren wie Großbrände, Unwetter, giftige Rauchgaswolken oder auch Bombenentschärfungen wie zuletzt in Paderborn zu warnen und zu informieren.

Warntag 2019 
Fotomontage: Kreis Paderborn

Dazu zählen neben den vorhandenen Sirenen auch die Warn-Apps NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) und KATWARN. Wer die Apps auf seinem Handy hat, wird per Push-Nachricht informiert.

Hier kann man schon mal hineinhören und nachlesen, was die einzelnen Sirenentöne zu bedeuten haben.

„Je schneller und effektiver die Menschen gewarnt werden, desto eher können sie sich und ihre Familien in Sicherheit bringen“, sagt Landrat Manfred Müller. Ziel sei es nicht nur die vorhandenen Systeme auszuprobieren sondern vielmehr auch die Bevölkerung zu sensibilisieren und vertraut zu machen mit den Warnmitteln. Die Frage, was ein Sirenenton zu bedeuten habe, dürfe nicht erst im Ernstfall gestellt werden. Warn-Apps auf dem Handy installiert zu haben bedeute einen Informationsvorsprung, der mitunter sogar Leben retten könne.

Sirenen sind Alarm für die Ohren. Sie sind laut und funktionieren zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie sind also erst einmal nichts anderes als ein großer und zuverlässiger Wecker. Der Probealarm mit drei Tönen im Abstand von fünf Minuten beginnt pünktlich um 10 Uhr. Zunächst ist ein eine Minute langer Dauerton zu hören. Er bedeutet Entwarnung. Dann folgt ein eine Minute lang auf- und abschwellender Dauerton, der vor Gefahren warnt. In einer solchen Situation sollte man das Radio einschalten, auf Lautsprecherdurchsagen und auf Hinweise der Behörden achten. Dann folgt noch einmal ein einmütiger Dauerton, die Entwarnung.

Neu ist die Idee nicht, über Sirenen zu warnen. Während der Zeit des „Kalten Krieges“ unterhielt die Bundesrepublik ein flächendeckendes Netz von Luftschutzsirenen, die bei drohender Gefahr die Menschen alarmierten. Die Mehrzahl der Zivilschutzsysteme wurde jedoch nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ außer Betrieb genommen oder nicht mehr gewartet. Im Kreis Paderborn ist das Warnsystem ab dem Jahr 1992 größtenteils von den Städten und Gemeinden übernommen worden. Bis heute werden die Sirenen dort weiterhin lokal für Zwecke des Brandschutzes, beispielsweise zur Alarmierung der Feuerwehren, eingesetzt. Rund 130 Sirenen sind einsatzbereit. 2015 startete ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt im Kreis Paderborn mit dem Ziel, die Sirenen digital von der Leitstelle des Kreises Paderborn aus ansteuern zu können. Die Sirene auf dem Dach der Rettungswache in Altenbeken-Buke bildete den Beginn. Mittlerweile sind die Sirenen in sieben Kommunen im Kreis Paderborn umgerüstet. Die Städte Lichtenau, Paderborn und Salzkotten befinden sich in der Installationsphase. In diesen drei Kommunen wird also am Warntag kein Probelalarm zu hören sein.

Der Kreis Paderborn erprobt auch die Warn-Apps KATWARN und NINA am 5. September, um die Bevölkerung zu informieren und Verhaltenshinweise auf den Weg zu geben. Die Apps können in allen Stores kostenlos heruntergeladen werden. Der Kreis Paderborn hat zudem einen Flyer mit allen Infos erstellt, der auf den Kreisseiten heruntergeladen werden kann und ab auch in den Rathäusern der Städte und Gemeinden und Einrichtungen der Kreisverwaltung Paderborn auslegen wird.

 
 
 

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