Die Gruppe wurde im November 1969 unter dem Namen „Corpo Artistico Folkloristico Nuorese-Amici del Folklore“ gegründet, ein Name, den alle Gründungsmitglieder trugen.
Die Idee war, in Nuoro eine große, einheitliche Gruppe zu bilden, die alle damals in der Stadt aktiven Gruppen, insbesondere die beiden Chöre, umfassen sollte.
Leider war dieser Traum nur von kurzer Dauer, da nur ein Chor dem Aufruf folgte und die neue Gruppe nach nur neun Monaten intensiver Chortätigkeit wieder verließ, woraufhin sie zu ihrem ursprünglichen Namen zurückkehrte.
Der neue Verein überstand diesen Rückschlag gut und setzte seine Aktivitäten unter dem Namen „Gli Amici del folklore“ fort. Die erste Satzung betonte die Unvereinbarkeit einer Mitgliedschaft mit anderen Folklorevereinen aufgrund der Tanz- und Gesangsgruppen mit gemeinsamer Tradition und einem gemeinsamen Sitz.
Besonderer Wert wurde auf Tenorgesang und Tanz gelegt, wodurch sich die Gruppe schnell zu einer der angesehensten in der Welt der Volkskunst und -traditionen entwickelte. Da es an einem festen Dirigenten mangelte, der ein Repertoire an Liedern hätte erarbeiten können, das das neue Ensemble prägen würde, profitierte der Chor jahrelang von den herausragenden Gesangsfähigkeiten verschiedener Mitglieder, die bereits in anderen Chören gesungen hatten. Sie präsentierten mit Bravour vor allem die bekanntesten traditionellen Lieder, sowohl religiöse als auch weltliche.
Ihr beständiges und unermüdliches Engagement gipfelte bald in Erfolg und Anerkennung, insbesondere in der Goldmedaille beim Festival Mondiale de la Vigne in Dijon, Frankreich, in der Kategorie Traditionelle Musik; sie waren die einzige westliche Gruppe, der dies gelang.
Bei dieser Gelegenheit boten die Freunde der Folklore eine Darbietung der schönsten Nuoro-Volkskunst. Sie führten Tänze in nur 4 Minuten und 30 Sekunden auf, begleitet vom Canto a Tenore und dem Launeddas, meisterhaft gespielt von einem ihrer Mitbürger, sowie einem Chor.
Das Hauptziel bleibt die Weitergabe von Volksbräuchen, Gewohnheiten und Traditionen an nachfolgende Generationen, um zu verhindern, dass dieser Reichtum im Laufe der Zeit verloren geht.
In den späten 1980er Jahren gelang dem Chor dank der großen Professionalität und Expertise von Maestro Cosimo Bitta ein Qualitätssprung, der ihm bis heute seine eigene Interpretationssprache und sein eigenes Repertoire verleiht. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der liturgischen Gesänge, die sich hervorragend für unsere katholischen Gottesdienste bei allen religiösen Anlässen eignen und dabei die authentischsten Traditionen respektieren. Im Laufe der Jahre hat „Gli Amici del Folklore“ an den wichtigsten europäischen Festivals teilgenommen und ist auf allen Kontinenten aufgetreten. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt natürlich auf Sardinien, wo der Chor an Dorffesten und Jahrmärkten, kulturellen Veranstaltungen, Zeremonien und Hochzeitsfeiern teilnimmt und sich insbesondere für Initiativen von Freiwilligenvereinen engagiert, die Bedürftigen Solidarität zeigen. Als Beleg für diese Tätigkeit sind zwei bedeutende Werke in diesen 48 Jahren Geschichte erhalten geblieben: das erste mit dem Titel „pro Cussons chi partin“ (Für Cussons, der auszieht) und das zweite, umfassendere, repräsentiert durch ein Doppelalbum, das die ersten 25 Jahre der Geschichte zusammenfasst und den Titel „Lántico, il moderno, il sacro e il profano“ (Das Alte, das Moderne, das Heilige und das Profane) trägt.
Im Laufe der Zeit, aber in Harmonie und Kontinuität mit der Vergangenheit, werden die künstlerischen Bereiche Chor, Tanz und Tenor bewundernswert von den „Kindern des Vereins“ geleitet; sie sind in ihm geboren und aufgewachsen und bekräftigen so ihre Berufung, ihre Zugehörigkeit und ihre tiefe Verbundenheit zum Verein. Derzeit wird der Chor von Tonino Paniziutti geleitet, der bis November 2024 auch das Amt des Präsidenten innehat. Seit November 2024 arbeitet der Chor mit Maestro Federico Di Chiara zusammen. Dank seiner großen Professionalität und gemeinsamen Zielsetzungen hat er diesen Stimmbereich auf ein hohes künstlerisches Niveau gehoben und bietet ein neues, moderneres Repertoire, das dennoch stets relevant ist und die sardischen Volkstraditionen bewahrt.
Zu Gast bei der 36. Internationalen Jugendfestwoche Wewelsburg im Jahr 2026 beim Volkstanzkreis Wewelsburg