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Kreishaus
Wewelsburg

Naturschutzgebiet „Leiberger Wald“


Buchenwälder in Mitteleuropa

Stehendes Totholz (Foto: Fischer, Revierförster) 
Stehendes Totholz (Foto: Fischer, Revierförster)

Schattig und dunkel wirken Buchenwälder im Sommer. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht sind naturgemäße Buchenwälder mit einem hohen Anteil alter Bäume, mit Alt- und Totholz Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. 250 bis 300 Jahre und älter kann eine Buche werden.

Besonders artenreich sind Wälder in der Alters- und Zerfallsphase, bis zu 10.000 Pflanzen-, Tier- und Pilzarten bieten die mitteleuropäischen Buchenwälder Lebensraum. Als sommergrüne Waldgesellschaft verändern sie sich mit den Jahreszeiten. Bevor das Laubdach sich wieder schließt überziehen Frühjahrsgeophyten den Waldboden mit einem dichten, blühenden Teppich.

Besonders bunt und Artenreich sind Kalkbuchenwälder, neben Waldmeister, Buschwindröschen und Schlüsselblume bestimmen je nach Ausprägung Bärlauch, Lerchensporn, Orchideen, Schlüsselblumen und andere die Krautschicht. Baumhöhlen und -spalten bieten Brutraum und Unterschlupf für Höhlenbrüter, Fledermäuse und zahlreiche Insekten. Die Laubfärbung im Herbst lässt den Buchenwald wieder ganz anders aussehen.

Deutschland ist ein Buchenland, von den Alpen bis zur Nordsee wären natürlicherweise ca. 66 % der Fläche mit Buchenwäldern bestockt. Zugleich beherbergt Deutschland 26 % des Gesamtareals der Rotbuche. Zahlreiche Buchenwaldtypen gibt es nur hier im Zentrum der Verbreitung, so zum Beispiel Hainsimsen-Buchenwald, Perlgras-Buchenwald, Waldgersten-Buchenwald etc. Buchenwälder repräsentieren daher einen bedeutenden Teil der biologischen Vielfalt Deutschlands. Tatsächlich sind nur noch 5% der Fläche Deutschlands mit Buchenwäldern bedeckt, das entspricht 15% der Waldfläche. 6% der Buchenwälder sind älter als 160 Jahre.

Vor ca. 7000 Jahren ist die Rotbuche als letzte unserer heimischen Baumarten nach der letzten Eiszeit nach Mitteleuropa zurückgekehrt. Aus dem heutigen Slovenien über die Ostalpen und das Donautal ist sie nach Deutschland und weiter nach Dänemark und Südschweden wieder in das Gebiet nördlich der Alpen zurückgekehrt. Bis heute ist die Ausbreitung der Buche nicht abgeschlossen.

Potenzielle Verbreitung der Buchenwälder in Europa (Quelle: www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de) 
Potenzielle Verbreitung der Buchenwälder in Europa (Quelle: www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de)
Buchenwald im Winter (Foto: Fischer, Revierförster) 
Buchenwald im Winter (Foto: Fischer, Revierförster)

In den letzten 4000 Jahren hat sich die Buche als dominante Baumart durchgesetzt. Dies ist ein weltweit einmaliges Beispiel dafür, dass eine einzige Baumart sich, dazu in einem rasant kurzen Zeitraum, durchsetzen und auf großer Fläche dominieren kann.

Ein Schwerpunkt der aktuellen Buchenwaldverbreitung mit zusammenhängenden, gut ausge-bildeten Buchenwaldgesellschaften liegt, zusammen mit angrenzenden Regionen in Südniedersachsen und Nordhessen, im Hochstift Paderborn. In vier großen Naturschutzgebieten im Kreis Paderborn sollen Buchenwaldgesellschaften geschützt und entwickelt werden, ein Schwerpunkt ist die Erhaltung alter Bestände mit liegendem und stehendem Totholz.

Seit 2007 sind zehn Teilgebiete in der Slowakischen Republik und der Ukraine als Weltnaturerbe "Primeval Beech Forests of the Carpathians" von der UNESCO anerkannt. Am 25. Juni 2011 hat das UNESCO-Welterbekomitee fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die Welterbestätte heißt jetzt "Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands".

Mehr Informationen dazu unter:

 

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