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Wewelsburg

29. Dezember 2016

„Schüler stärken, Schulen unterstützen, Eltern beraten, Krisen bewältigen“

Jahresbericht 2015/2016 der Psychologischen Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie – Regionale Beratungsstelle - erschienen

Team der Psychologischen Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie, Regionale Schulberatungsstelle - von links nach rechts: Annette Baur, Sabine Kramm, Nils Schütte, Kirsten Zünkler, Cornelia Wiesing, Birgit Eversmann, Quirin Huber, Martina Gröblinghoff, Andreas Neuhaus, Carsten Schulz, Sabrina Chodura, Susanne Fitzner, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle (Foto: © Kreis Paderborn, Ulrike Sander)  
Team der Psychologischen Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie, Regionale Schulberatungsstelle - von links nach rechts: Annette Baur, Sabine Kramm, Nils Schütte, Kirsten Zünkler, Cornelia Wiesing, Birgit Eversmann, Quirin Huber, Martina Gröblinghoff, Andreas Neuhaus, Carsten Schulz, Sabrina Chodura, Susanne Fitzner, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle
(Foto: © Kreis Paderborn, Ulrike Sander)

Die Psychologische Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie des Kreises Paderborn hat unter dem Titel „Schüler stärken, Schulen unterstützen, Eltern beraten, Krisen bewältigen“ ihren Jahresbericht 2015/2016 veröffentlicht. Auf 51 Seiten werden in Form von Diagrammen und Textblöcken Arbeits- und Themenfelder vorgestellt. Neu hinzugekommen ist die Unterstützung von Schulen mit zugewanderten Schülerinnen und Schülern. Seit Anfang 2016 beraten die Schulpsychologogen jene Schulen, die so genannte internationale Klassen bzw. Auffangklassen gebildet haben. Inzwischen gibt es 63 Schulen dieser Art im Kreisgebiet. Die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, Werte und Lernvoraussetzungen, vor allem aber auch Kriegs- und Fluchterfahrungen „können das Zusammenleben in der Klasse bzw. das Lernen erschweren“, heißt es in dem Bericht. Die Psychologen des Kreises beraten Schulen beispielsweise in der Frage, ob vorhandene Konzentrations- und Lernprobleme durch Traumata bedingt sein können, helfen dabei, ein Klassenklima trotz vieler Zu- und Abgänge zu gestalten sowie Fragen zur Integration bzw. Inklusion zu beantworten.

Ziel der Schulberatungsstelle des Kreises ist es insgesamt, „Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und junge Menschen für das Gelingen von Schulzeit als Voraussetzung für eine erfolgreiche, spätere Lebensbewältigung zu unterstützen“, formuliert es die leitende Schulpsychologin des Kreises Paderborn, Susanne Fitzner. Der Bericht schildert, wie diese Arbeit aussieht: Die Diagramme und Tabellen zur systemischen Einzelfallarbeit im ersten Teil des Jahresberichts belegen, dass im Zeitraum August 2015 bis Juli 2016 in 568 zusätzlichen Fällen die Hilfe der Schulpsychologen vor allem bei Verhaltensproblemen, emotionalen Problemen sowie Störungen bei der Konzentration/Aufmerksamkeit gesucht wurden. Bei den Problemen in der Schule selbst dominieren allgemeine Lernschwierigkeiten, Lese- und Rechtschreibprobleme sowie Rechenschwierigkeiten. Die Anfragen seien vielschichtig und komplex, sodass meistens mehr als nur ein Anlass zur Beratung genannt werde, heißt es erläuternd dazu. Mit 62,15 Prozent machen die Jungen etwas zwei Drittel der Beratungsfälle aus. Das ist eine Entwicklung, wie sie seit Jahren von der Schulberatungsstelle beobachtet wird.

45,7 Prozent der Anmeldungen sind Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule. Die so genannten Einzelfallhilfen, also direkte Hilfe für Betroffen, verteilten sich im Zeitraum August 2015 bis Juli 2016 auf die Schulformen wie folgt: 45,7 % Grundschule, 14,6 % Gesamtschule, 10,6 % Gymnasium, 10,2% Realschule, 6,7 % Berufskollegs, 4,8 % Förderschule, 3 % Sekundarschule, 0,5 % Freie Waldorfschule und 0,4 % Kindergärten.

Im zweiten Teil des Jahresberichts wird die Systemberatung als zweite Säule der schulpsychologischen Beratungsarbeit vorgestellt. Dieser Auftrag der Schulpsychologie diene dazu, die Arbeit in den Schulen zu verbessern und im Einzelfall negative Schulkarrieren und damit möglicherweise ein Abgleiten in gesellschaftliche Randbereiche zu verhindern, heißt es dazu erläuternd im Bericht. Die angebotenen Fortbildungen und Vorträge für Lehrkräfte, das Instrument der Beratungskonferenz sowie das Beratungshaus für Inklusion werden darin vorgestellt. Ein ganzes Kapitel widmet sich dem schulischen Umgang mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern. Geschildert werden darin die Symptome eines Traumas und wie der Mensch damit umgeht. „Lehrkräfte haben nicht die Aufgabe zu therapieren, aber sie haben die Möglichkeit, die Regenerationsfähigkeit zu unterstützen“, sagt Fitzner. Stabilisierende Alltagserfahrungen wie verbindliche Regeln und Strukturen und verlässliche Beziehungen können zur Gesundung beitragen.

Infos zur Arbeit der Psychologischen Beratungsstelle finden Sie hier.

 
 
 

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